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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Die Städte menschlicher machen"
Zwischenüberschrift:
Osnabrück gehört zu den Landessiegern - Wegen Baumumpflanzung und Ledenhofgrün
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Das Wort ' Grün' ist nicht bloß als Dekorationselement für den Städtebau gedacht, sondern steht stellvertretend für Lebensqualität und menschengerechte Architektur", sagte Staatssekrtiär Dr. Klaus von Rictthofen, als er gestern im Namen der Landesregierung 21 Landessiegern aus dem im Vorjahr von Sozialminister Hermann Schnipkoweit ausgelobten Landeswettbewerb " Grün in der Stadt" die Urkunden und Bronzeplaketten überreichte. An der Feierstunde in der Bibliothek Waldmühle" in Soldau im Herzen der Lüneburger Heide, war auch die Stadt Osnabrück vertreten: sie wurde Landessieger für systemalische und konsequente Umpflanzung von 20 bis 40 Jahre alten Bäumen an städtebaulich wichtigen Standorten wie Wallstraßen und Schloßpark sowie für den Ledenhof als künstlerisch gestalteten städtischen Platz mit Grünelementen auf einer Tiefgarage.

Die Verbesserungen der Lebensbedingungen in Städten und Gemeinden Niedersachsens sei ein seit Jahren konsequent verfolgtes Ziel der Landesregierung, sagte der Staatssekretär in seiner Festansprache. Es gehe nicht darum, den Kommunen ein einhetliches Lösungsmuster für ihr städtebaulichen Probleme anzubieten; die Landesregierung könne und wolle hier nur Anregungen geben. Hierzu diene auch der Wettbewerb Grün in der Stadt" neben vielen anderen Wettbewerben. Die Verdienste des Srhirmherrn Dr. h. c. Alfred Toepfer um den Naturparkgedanken und den Naturschutz seien der Grund gewesen* warum der Sozialminister den Vater des Naturparkgedankens" um die Übernahme der Schirmherrschaft gebeten habe.

Aus heutiger Sicht sei festzustellen, gab Dr. von Richthofen zu. " daß in unseren Städten in den letzten 25 Jahren oft an den Bedürfnissen der Bürger vorbeigebaut worden sei". Es werde heute viel darüber gestritten, wie man die Wohn- und Umweltqualität in den innerstädtischen Wohngebieten verbessern könne, für weitaus sinnvoller halte er es aber, wenn man in erster Linie darüber nachdenke, wie man die Städte wieder menschlicher machen könne und wie die Stadtkeme wieder zur Heimat für die Bürger werden könnten.

Jetzt müsse man die Bemühungen darauf konzentrieren, forderte der Staatssekretär, das Umfeld der vorhandenen Wohnbehauung in den Städten zu verbessern. Im Gegensatz zu früher sollten Grünanlagen nicht nur wohlbehütete Blumenbeete sein mit einem Schild Betreten des Rasens verboten", sondern sie müßten vielmehr die Menschen eirnladen, sich dort aufzuhalten und wohlzufühlen.

ln diesem Zusammenhang erinerte Dr. von Richthofen auch an die 700 Millionen Mark, die in den letzten elf Jahren aus Slädtsbaufördermittlen und Sondernprogrammen in 79 niedersächsische Städte und Gemeinden geflössen sind: Sie haben ganz wesentlich zur Verbesserung des innerstädtischen Wohnumfeldes durch vorbildliche Freiraum- und Grüngestaltung beigetragen", sagte er und nannte als Beispiele hierfür den Ledenhof in Osnabrück, die Platzgestaltung in Leer und die Weserfront in Hannoversch-Münden.

Bereits in Kürze, so gab der Redner bekannt, werde eine Dokumentation des Landeswettbewerbs " Grün in der Stadt" über die erzielten Ergebnisse informieren. Darüber hinaus sei geplant, im Rahmen eines Sonderprogramrns mit den 87 Teilnehmergemeinden in neun regionalen mehrtägigen Veranstaltungen das Thema weiter zu erörtern und zu vertiefen.

Insgesamt nannte er diesen Landeswettbewerb einen " vollen Erfolg". Von allen 221 Gemeinden mit über 8000 Einwohnern, die zu dem Wettbewerb aufgefordert worden waren, hatten 107 Interesse bekundet und 87 aktiv teilgenommen. 21 davon wurden Landessieger, 42 erhielten eine Auszeichnungsurkunde: und 24 eine Anerkennungsurkunde.

Bildtexte:
DIE EHRENURKUNDE des Landes überreicht Staatssekretär Dr. von Richthofen (links) an Oberbürgermeister Möller. Daneben Hatsherr Fischer.
ElNE DEUTSCHE EICHE werde im Anschluß an die Feierstunde in Soitau gepflanzt. Auch Osnabrücks OB griff zum Spaten.
Aufnahmen:
Hertel

Verkehr in Schranken weisen

Prof. Spengelin: Erkenntnisse aus dem Landeswettbewerb

Ein in unserer Zeit unverzichtbares Element nannte Prof. Dr. Friedrich Spengelin, Vorsitzender der Landesbewertungskommission, das Grün in der Stadt. Es sei ein notwendigs Lebenselexier; diese Erkenntnis habe heute das allgemeine Bewußtsein erreicht. Eine Ausweitung des Grüns habe das Ziel, eine humane Umwelt zu schaffen. " Jede Stadt muß dabei das Recht auf eigene Individualität haben."

Folgende Erkenntnisse habe die Kommission aus diesem Wettbewerb gezogen, stellte Prof. Spengelin fest:

¤ Eine gute Grunplanung muß auf Lange Sicht angelegt werden und Entwicklungen für die Zukunft freihalten.

¤ Die Vegetation soll standortgerecht sein, wobei der Baum ein wesentliches Gestaltungselement ist.

¤ Parkplätze sollen mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt werden.

¤ Eine unnötige Versiegelung des Bodens ist zu vermeiden: Schotterrasen anstelle von Asphalt.

¤ Konsequente Zurückbauung von Straßen, die durch Umgehungen ihre überörtliche Bedeutung verloren haben, und Einrichtung von Fußgängerstraßen, wobei der Verkehr in seine Schranken gewiesen werden muß.

¤ Erfahrungsaustausch der Stadtgärtner.

¤ Bedeutung des privaten Grüns anerkennen und den Bürger an der Grünpflege beteiligen.

Zu den Osnabrücker Abordnung die in Soltau die Auszeichnung für den Landessieger entgegennahm, gehörten Oberbürgermeister Carl Möller, die Ratsherren Heinrich Fischer und Uwe Korte. Stadtbaurat Franz-Josef Klöcker und Grünflächenamtsleiter Hans Plonsker.
Autor:
Helmut Hertel


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