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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
"Paket" für Sanierung der Düte
Zwischenüberschrift:
Unterhaltungsverband,,Untere Hase" sucht Biologen für Bestandsaufnahme
Artikel:
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Originaltext:
Wenn es um die Sanierung der Düte geht, hat Friedel Hemker, der Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes Untere Hase (U 96), keine Eile: " Das ist ein Riesenprojekt, das dauert zehn bis fünfzehn Jahre!" Trotzdem will er die Angelegenheit nicht auf die lange Bank schieben, und ein Aspekt erfordert sogar schnelles Handeln: Der Unterhaltungsverband sucht einen Biologen für die ökologische Bestandsaufnahme, denn bevor irgendetwas geplant wird, soll das Leben in, an und über der Düte kartiert werden. Jetzt drängt die Sache, weil mit dem Frühling auch die Vegetation einen Wachstumsschub erfahren hat. Und in dem Gutachten müssen Flora und Fauna in ihrer Gesamtheit erfaßt werden.

Das Düte-Problem begann mit der Bautätigkeit am Oberlauf: In den vergangenen 30 Jahren hat sich dort die versiegelte Fläche (Beton und Asphalt machen eine Versickerung des Regenwassers unmöglich) verdoppelt ungebremst strömt das Regenwasser in das Flüßchen. Und überall dort, wo der Bach zum Kanal geworden ist, fließt das mit Schmutzstoffen und Schwermetallen überfrachtete Dütewasser noch schneller talwärts. Die naturbelassenen Windungen am Unterlauf (zum Beispiel in Hellern) verkraften solche Mengen nicht und der Fluß tritt über seine Ufer.

Überschwemmungen hat es dort schon immer gegeben, aber relativ neu ist die Verschmutzung: Nicht nur Treibgut bleibt auf den Wiesen liegen viel schlimmer sind die Schmutzstoffe, von denen die Kühe hin und wieder " Masern" bekommen. Folglich waren die Bauern die ersten, die sich für einen Ausbau der Düte stark machten.

Gleichzeitig witterten Naturschützer die Gefahr, daß die wenigen verbliebenen Mäanderstrecken einer ,, Kanalisierung" weichen könnten wie es in verschiedenen Abschnitten bereits geschehen ist. Nach langem Tauziehen kamen beide Seiten überein, daß ein Gesamtkonzept erstellt werden soll, das den Belangen von Landwirtschaft und Naturschutz gerecht wird. Die Federführung hat der Unterhaltungsverband 96.

" Wir laufen einem Problem hinterher", sagt Geschäftsführer Friedel Hemker. Sein Gradmesser ist die Leistungsfähigkeit des Flußbetts: Da gibt es Stellen, die nur sechs oder sieben Kubikmeter pro Sekunde verkraften an anderen Ecken können mühelos 15 oder 20 Kubikmeter Wasser in einer Sekunde passieren. Hemker will dafür sorgen, daß die Leistungsfähigkeit ,, im Mittel auf ungefähr zehn Kubikmeter erhöht wird". Da fürchten sich die Naturschützer schon vor einem Trapezprofil mit Steinschüttung und schnurgeraden Linien. Friedel Hemker stellt in Aussicht, daß nur eine Uferseite befestigt wird. Seine Grundsätze für die Sanierung der Düte bestehen aus einem Paket " sich gegenseitig ergänzender Maßnahmen":

In den Siedlungsgebieten müssen zusätzliche Regenrückhaltebecken angelegt werden. Außerdem sollen alle Möglichkeiten ausgenutzt werden, um das Wasser schon auf den Baugrundstücken zurückzuhalten oder zu versickern.

Die vorhandenen Überschwemmungsgebiete sollen erhalten bleiben möglicherweise gegen eine laufende Entschädigung für die betroffenen Landwirte. Eine andere Möglichkeit ist der Grunderwerb.

An " kritischen Engpässen" hält der Unterhaltungsverband einen Ausbau für unumgänglich. Im Bereich Atter kommt eine sogenannte Flutmulde in Frage: Eine Rinne, die nur bei Hochwasser geflutet wird. Sie könnte im übrigen als Weidefläche genutzt werden.

Schadhafte Ufer- und Erosionsstrecken sollen instandgesetzt werden. An ökologische Begleitmaßnahmen ist gedacht.

Altarme und Altwässer im Überschwemmungsgebiet sollen erhalten bleiben. Das gleiche gilt für naturnahe Gewässerabschnitte im Oberlauf.

In Zugzwang ist der Unterhaltungsverband gekommen, weil Baumaßnahmen oft längerfristig abgestimmt werden müssen. Das gilt für den Straßenbau (richtige Dimensionierung der Brücken), für Wasser- oder Gasleitungen oder unterirdisch verlegte Stromkabel. Mit dem Gesamtkonzept sollen die Weichen gestellt werden, um solche Arbeiten in Zukunft koordinieren zu können.

Bevor es an die Planung geht, muß allerdings . das ökologische Gutachten vorgelegt werden ein Zugeständnis an den Naturschutz. Weil der Unterhaltungsverband " kein Geld hat, um ein Ingenieurbüro zu beauftragen", will Friedel Hemker einen arbeitslosen Biologen als ABM-Kraft (Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, vom Arbeitsamt finanziert) einstellen.

Das Problem: " Es geht nicht um irgend jemanden wir brauchen eine exzellente Fachkraft". Der Bewerber (oder die Bewerberin) sollte möglichst über Pflanzen und Tiere " zu Lande, zu Wasser und in der Luft" Bescheid wissen, denn, so Friedel Hemker: " Wir müssen eine Aussage haben, die auch kritischen Betrachtungen standhält!" rll
Autor:
rll


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