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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Für Vögel Sammelplatz
Zwischenüberschrift:
Zu "Nettetal: geht ein Hof an die Substanz?" (Ausgabe v. 8. 3.)
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Nun wissen wir es genau. Ein moderner Landwirtschaftsbetrieb ist ein Eingriff in die Natur. Auch wenn alle Richtlinien des Umweltschutzes erfüllt werden. Prof. Peucker, blind gegen alles, was nicht in sein Ressort fällt, (deswegen reden ja auch alle Wissenschaftler aneinander vorbei), unterstellt den Stadträten, obwohl kein Landwirt darin vertreten ist, sie hätten vor der " machtvollen Lobby der Landwirtschaft" gekuscht. . . Die Landwirtschaft ist heute unter ökonomischen (EG-Agrarpolitik), ökologischen und sozialen Gesichtspunkten zu betrachten. Wenn die Wissenschaftler dieser drei Perspektiven Zusammenarbeit auf ihre Fahnen schreiben würden, dann käme für alle in unserer Gesellschaft ein vernünftiger Kompromiß heraus.

Wer alle Pflanzen und Tierarten auf ewig erhalten will, stößt sich an den Grenzen der Zivilisation. Seit Adam und Eva ist die Welt nicht daran zugrunde gegangen. Manchem Osnabrücker Bürger wäre durch das Zusammentreffen mit Bauern im Bannbereich der Stadt ein Einblick und damit die Bereicherung ihres Allgemeinwissens über den Berufsstand gegeben, der sie letztendlich ernährt. Da lernen die Kinder durch Eltern und Lehrer (wenn sie es selber überhaupt noch können) Nutzpflanzen, Unkräuter und Tierarten kennen, und wie man sich in der Natur verhalten sollte.

Das gesicherte Einkommen eines Professors haben wenige Landwirte, obwohl sie sich lebenslang die größte Mühe geben. Zum Umweltschutz kann man wohl sagen, daß seit dem Waldsterben die Landwirtschaft den schwarzen Peter des Giftmischers endlich los ist. Wir sitzen alle im gleichen Boot, und deshalb zeige jeder auf sich und nicht immer auf die anderen. Es ist schwer, es gehört Lernfähigkeit dazu.

Heinz Langenberg
Ebbendorfer Weg 4
Bissendorf 1

Getreu dem Rat der Stadtspitze, sich um den Erwerb eines anderen Hofes zu kümmern, damit der alte der erwünschten Bautätigkeit der Häusle-Bauer weichen könne, hat sich die stadtverdrängte Familie Hanesch um den Bau eines neuen Hofes bemüht und wird dafür nun von manchen Seiten angegriffen. Dabei wird gar kein zusätzlicher Hof errichtet, sondern anstelle eines uralten auslaufenden Klosterhofes und eines weiteren alten Hofes soll ein neuer Familienbetrieb entstehen. Also: Aus zwei mach eins.

Das Nettetal ist seit mehr als Menschengedenken nicht etwa reine, unberührte Natur, sondern landwirtschaftlich genutzte Kulturlandschaft, die auch, aber nicht nur Erholungszwecken dient. So unberührt, wie das Nettetal als Erholungslandschaft heute beschrieben wird, ist es nie gewesen. Es soll jetzt entgegen aller Historie dazu gemacht werden. Zur Unterstützung dieses Zieles braucht man auch unwahre und übertriebene Behauptungen: Das Baugebiet zwischen Berningstraße und Krummer Kamp besteht seit dreißig Jahren und schuf Wohnraum für mehr als hundert Familien auf billigstem Baugrund. Seitdem ist von Haste aus dem Nettetal kein Baugebiet nähergerückt. Von Blechlawinen an Wochenenden ins Nettetal kann keine Rede sein. Allerdings hat sich die Zahl der Fußgänger, Radfahrer und Jogger deutlich vermehrt.

Wen stört' s? Erdbeerkulturen in Stadtnähe verhindern unnötigen Benzinverbrauch und das zusätzliche Verpesten langer Fahrstrecken weit in den Landkreis hinein. Mais-Monokulturen gibt es im Nettetal nicht. Die Forellenzucht gibt es als Familienbetrieb seit Jahrzehnten zur Freude vieler Osnabrücker, die hier fangfrischen Fisch beziehen können. Die Gefahr der Netteverschmutzung hat in den letzten Jahren dank technischer Einrichtungen erheblich abgenommen. Die Freileitungen dienen vielen Vogelarten als Sammelplatz und Stützpunkt.

Das Verlegen in die Erde würde vielen Kleintieren die Behausung zerstören. Sollen die Leitungen ersatzlos gestrichen werden unter dem Motto, statt Strom gibt es ja Petroleum und statt Telefon die Trommeln?

Wer so überzieht, wie es seit etwa einem Jahr seitens einiger grüner Gruppen geschieht, darf sich nicht wundem, wenn die Land- und Forstwirte sich gegenüber den Wünschen der Erholungsuchenden bei der Anlegung neuer Wanderwege, Brücken und Stege, zugeknöpfter als nötig zeigen. Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. Abwägung aller Interessen ist nötig, nicht Einseitigkeit und Konfrontation.
Klaus Heumann
ÖstringerWeg 62
Osnabrück

Bilduntertitel

Reizvolles Fotomotiv: eine alte Viehhütte und die sich auf dem Was serspiegel brechende Sonne. Aufnahme: Kluw«

Die strenge Linienführung der Reihen aufgehender Wintersaat wird durch die einzelne Birke ein wenig aufgelockert. Aufnahme: Kluwe
Autor:
Heinz Langenberg, Klaus Heumann


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