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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Nitratbelastung unterer Grenzwert"
Zwischenüberschrift:
Anfrage im Rat zum Thema Trinkwasser
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Nitratbelastung: des durch die Stadtwerke geförderten Trinkwassers liegt bei allen Wassergewinnungsanlagen weit unter den derzeit für die Bundesrepublik noch gültigen Grenzwerten von 90 Milligramm pro Liter und auch unter dem Grenzwert von 50 mg/ l, der nach einer europaischen Richtlinie ab 1985 von den Wasserversorgungsunternehmen zu beachten ist. Dies teilte Stadtwerkevorstand Dr. Friedel Baurichter in der gestrigen Ratssitzung auf eine Anfrage des Beigeordneten Haas und des Ratsherrn Niebaum mit.

Die niedrigsten Werte registrieren die Stadtwerke mit etwa 5 mg/ l bei ihren Wasserwerken in Thiene und Wittefeld. Im Düstruper Wasser liegen die entsprechenden Werte mit etwa 25 mg/ l zwar deutlich höher, die Belastung bleibt jedoch auch hier weit unter den zulässigen Grenzwerten. Dr. Baurichter: ,, Die im Osnabrücker Trinkwasser festgestellten Nitratwerte sind nach übereinstimmender Auffassung medizinischer Sachverständiger nicht gesundheitsgefährdend."

Als eine der wesentlichen Vorkehrungen gegen die wachsende Verschmutzung des Grundwassers nannte der Stadtwerkechef die Festsetzung von Wasserschutzgebieten. Für die Osnabrücker Wasserfassungen seien überwiegend bereits Schutzgebiete ausgewiesen worden. Allerdings reichten die gültigen Schutzbestimmungen zur sicheren Abwehr einer zunehmenden Nitratbelastung nicht aus. Diese Gefahr — ,, zur Zeit noch nicht sehr groß" könnte endgültig nur gebannt werden, wenn den Wasserversorgungsunternehmen oder den sie tragenden Gemeinden vom Gesetzgeber Kompetenzen eingeräumt würden, die sie befähigten, den Grundstückseigentümern Nutzungsbeschränkungen aufzuerlegen, meinte Baurichter.

Die Ursache für die in letzter Zeit festgestellten hohen Nitratwerte in Einzelbrunnen an der Wersener Landstraße (wir berichteten) sei bisher nicht geklärt, sagte Baurichter. " Es ist jedoch zu vermuten, daß die bis vor einigen Jahren dort auf den Einzelgrundstücken noch betriebene Versickerung der häuslichen Abwässer die festgestellten Nitratbelastungen maßgeblich beeinflußt hat." Allen diesen Anliegern sei der Anschluß an das zentrale Netz angeboten worden, doch habe nur ein geringer Teil dieses Angebot angenommen.

Auf eine Anfrage der Grünen über gesundheitliche Schäden durch stark nitrathaltiges Wasser erklärte Gesundheitsdezernent Dierk Meyer-Pries, daß es bei Konzentrationen über 400 mg/ l zu akuten Entzündungen der Magen- und Darmschleimhaut kommen könne und schon bei weniger stark erhöhten Nitratgehalten (über 50 mg/ l) der rote Blutfarbstoff bei Säuglingen die Fähigkeit verlieren könne, den Sauerstoff im Blut zu transportieren. Solche Erkrankungen seien bisher in Osnabrück nicht bekanntgeworden.

Eine weitere Gefährdung durch Nitrate über Umwandlung in Nitrite oder Nitrosamine ist laut Meyer-Pries theoretisch denkbar, bisher bei erhöhten Nitratgehalten von Wasser in keiner Weise bewiesen, wobei in dieser Richtung die Verwendung von Pökelfleisch, Tabak, Arzneimitteln mit Aminophenazol oder Gemüse, das nach der Zubereitung längere Zeit aufbewahrt wurde, sowie die Anwendung von Grillverfahren " wesentlich problematischer" sei, meinte der Dezernent. H.
Autor:
H.


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