User Online: 1 | Timeout: 01:12Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Schutz des Wassers vorrangig"
Zwischenüberschrift:
Stadtwerke-Vorstand Baurichter sprach vor Bundesfachtagung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Sicherstellung von Wasservorranggebieten im Stadtteil Düstrup müsse bedingt Vorrang vor weiteren geplanten Industrieansiedlungen haben, unterstrich Dr. Friedel Baurichter, Stadtwerke-Vorstand, vor etwa siebzig Fachleuten aus dem gesamten Bundesgebiet, die zu einer Fachtagung zum Thema ,, Raumordnung und Wasservorsorge" für zwei Tage nach Osnabrück gekommen waren (siehe auch die Seiten Landkreis und Nordwest). Bevor ein Versorungsutnernehmen Überlegungen anstelle, wie der wachsende Wasserbedarf gedeckt werden könne, müsse sichergestellt werden, so forderte Baurichter in seinem Vortrag über die " Örtliche und überörtliche Trinkwasserversorgung im Verdichtungsraum Osnabrück", daß vorhandene Kapazitäten wie im Stadtgebiet Düstrup auch weiterhin langfristig in vollem Umfang zur Verfügung stehen.

Leider seien bei den Osnabrücker Pumpwerken und dem Wasserwerk Düstrup Tendenzen erkennbar, die bei zunehmender Oberflächenversiegelung einen Rückgang der Fördermengen nicht ausschließen. Ein derartiger Rückgang stelle nicht nur ein quantitatives, sondern auch ein qualitatives Problem dar. Man müsse dann, so Baurichter, vermehrt salzhaltiges Wasser fördern.

Natürlich habe er auch Verständnis für das Bestreben der Stadt, dem Rückgang der Wohnbevölkerung (zwischen 1972 und 1981 von 164 000 auf 154 000 Einwohner) und dem Rückgang der Arbeitsplätze durch Ausweisung neuer attraktiver Bebauungs- und Gewerbegebiete entgegenzuwirken. Für die beabsichtigte Ausweisung eines Gewerbegebietes innerhalb des Schutzgebietes für das Wasserwerk Düstrup durch die Stadt Osnabrück habe er jedoch kein Verständnis. " Wir meinen, daß der Schutz der Wasservorkommen auch in einem solchen Konfliktfall Vorrang haben sollte vor einer Industrieansiedlung, auch wenn der nahgelegene Autobahnanschluß Standortvorteile bieten mag."

Unabhängig von dieser Problematik müsse schon heute die Frage gestellt werden, wie die Vorsorge aufrecht erhalten werden könne, wenn die Förderkapazität der jetzigen Wasserwerke eines Tages nicht mehr ausreiche. Zur Zeit werde die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit dem Wasserbeschaffungsverband Bersenbrück, Träger der Wasserversorgung im nördlichen Landkreis Osnabrück, geprüft, berichtete Baurichter. Vom Ausgang der Verhandlungen hänge es ab, ob sich der Neubau eines weiteren Wasserwerkes, das dann 45 Kilometer vom Osnabrücker Stadtgebiet entfernt liege, als notwendig erweise oder sich ein Trinkwasserbezug vom Wasserbeschaffungsverband Bersenbrück anbiete.

Die Wasserabgabe an die Industrie betrage in Osnabrück weniger als zehn Prozent. Sie versorge sich selbst mit Trinkwasser aus den örtlichen Grundwasservorkommen und mit Brauchwasser aus den Oberflächengewässern. Nur zwei Betriebe seien an das Netz der Stadtwerke angeschlossen und entnähmen rund eine Million Kubikmeter Trinkwasser. Die Industrie, so erläuterte Baurichter, erhalte keinerlei Preiszugeständnisse.

Von der Qualität her entspreche das von der Industrie geförderte Wasser zu einem erheblichen Anteil nicht den an die öffentliche Trinkwasserversorgung zu stellenden Anforderungen, erläuterte Baurichter den Fachleuten. Die von der Industrie freiwerdenden Fördermengen könnten deshalb nur mit großem Aufbereitungsaufwand und den entsprechenden Kosten als Trinkwasser in das öffentliche Netz übernommen werden. Die private Industriewasserförderung bedeute deshalb auch keine nennenswerte Beschneidung der öffentlichen Trinkwasserversorgung. ,, Eine immer wieder erhobene Forderung nach getrennter Brauchwasser- und Trinkwasserversorgung", so Baurichter, ,, ist somit in Osnabrück schon praktisch verwirklicht."- ul-
Autor:
-ul-


Anfang der Liste Ende der Liste