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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
An der Grünzone: Ein Baugebiet quer durch die Gärten
Zwischenüberschrift:
Bürgerpark in der Diskussion
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Rings um den Bürgerpark verbreitet sich Unruhe. Wenn es nach dem Willen einiger Grundeigentümer geht, werden Gärten und Grünanlagen in Sichtweite des neuen Landeskrankenhauses Bauplätzen und Straßen geopfert - und eine Oase der Ruhe von drei Seiten eingeengt. Denn nicht nur der 14 Jahre alte Bebauungsplan 147 oberhalb der Ziegelstraße (über den wie ausführlich berichteten) droht das Umfeld des Bürgerparks " anzuknabbern" - an der Wakhegge und an der Knollstraße drängen Bauwillige die Stadt, in Gärten Häuser errichten zu dürfen. Mehr als 2000 Unterschriften dagegen hat die Bürgerinitiative, die " Interessengemeinschaft für die Erhaltung des Grüngürtels um das Landeskrankenhaus und um den Bürgerpark", bereits zusammengetragen. Sie will alle flächen, auch die privaten Gartengrundstücke, von der Bebauung freihalten.

Gerade in den Gärten sehen einige Bauwillige verschenktes Terrain. Und deshalb wollen sie dort, wo sonst Erdbeeren und Sonnenblumen wachsen, Einfamilienhäuser " pflanzen": 16 bis 20 eingeschossige Gebäude sind an der Wakhegge vorgesehen, acht bis zehn sollen es an der Knollstraße sein. Dort besitzt die Klosterkammer Flächen, die sie den Anliegern als Gartenland verpachtet.
Auf Betreiben der Klosterkammer stellte die Stadtverwaltung einen Beauungsplan auf, der nach seinem Bekanntwerden (vor etwa einem Jahr) sofort von den Nachbarn torpediert wurde. Vor allem an der projektierten Stichstarße " quer durch die Gärten" nahm die Aktionsgemeinschaft Knollstraße Anstoß: " Dann hätten wir den Autoverkehr ja von beiden Seiten", empörte sich Wortführer Egon Welslau.

¤ Neue Stichstraße

Neuere Pläne haben diesen Punkt korrigiert. Die Stichstraße soll nun im Norden, auf der anderen Seite, an die Grundstücke herangeführt werden. Aber auch damit sind die Bürger der Knollstraße nicht einverstanden. Egon Welslau will nicht zulassen, daß den " fünfzig Familien in den dreigeschossigen Häusern acht Einfamilienhäuser vor die Nase gesetzt werden:"
Den Protest hat inzwischen auch die Klosterkammer in Hannover zu spüren bekommen. Unter einer Bedingung ist sie nach den Worten des zuständigen Regierungsdirektor Ewald Jäger sogar bereit, ihre Bauabsichten aufzugeben: Dann müßten die Interessenten neue Verträge unterschreiben und statt der Pachtsumme (die aufgrund einer Vereinbarung aus dem Jahre 1926 extrem niedrig liegt) Erbpachtzinsen bezahlen. Ein Anlieger hat ausgerechnet, daß dann eine Verteuerung von 1533 Prozent auf ihn zukäme. Deshalb stößt auch dieser Vorschlag an der Knollstraße nicht gerade auf Gegenliebe.
Anders als an der Knollstraße sind die Eigentumsverhältnisse an der Wakhegge. Dort gehören die Heckengärten zehn Privatleuten, von denen sich sechs bisher gegen eine Bebauung ausgesprochen haben. Mit dem neuen Planentwurf (es ist bereits der dritte), der zur Zeit öffentlich ausliegt, erhoffen sich die vier Initiatoren des Projekts den seit Jahren erkämpften " Umschwung".
Dieser Bebauungsplan (Nr. 389) sieht vor, daß eine 5, 50 Meter breite Sackgasse mit Wendehammer auf dem heutigen Schotterweg angelegt wird - mit Zufahrt von der Moorlandstraße am Don-Bosco-Heim vorbei. Eine Hecke soll den Zubringer vom Erholungsgelände abschirmen, und gleich daneben (auf LKH-Gelände) wollen die Planer einen drei Meter breiten Fuß- und Radweg schaffen.

¤ Unterschriften

Von den Anliegern der benachbarten Moorlandstraße wird der Bebauungsplan heftig attackiert. Viele haben sich mit ihrer Unterschrift gegen die Ansiedlung weiterer Häuser und Straßen am Rande des Bürgerplars ausgesprochen. So aucheine Rentnerin, die, wie sie sagt, " dieses kleine Stückchen Natur" vor dem Zubauen retten möchte, denn: " wenn man nicht mehr rauskommt, ist man auf so eine Fläche angewiesen." Sie weiß sogar von Leuten zu berichten, " die haben schon geweint, als das neue Landeskrankenhaus gebaut wurde."
Einer, der sich schon seit knapp zehn Jahren für einen Bebauungsplan an der Wakhegge stark macht, ist der Architekt und ehemaliger FDP-Ratsherr Karl-Heinz Peterson. In seinen Augen ist die Fläche, die mit Einfamilienhäusern besiedelt werden soll, " marginal" im Vergleich zum Bürgerpark in seiner Gesamtheit. Und der, meint Peterson, vergrößere sich ja praktisch um das Dreifache, weil das Landeskrankenhaus seine Tore geöffnet hat. Aufgabe sinnvoller Stadtplanung müsse es sein, den Stadtkern zu besiedeln, statt ihn mit Geschäften und Bürohäusern vollzupfropfen.

¤ Grundstücksfrage

Karl-Heinz Peterson möchte, daß an der Wakhegge gebaut wird, wiel seiner Frau ein Grundstück gehört. Um die Sache zügig abzuwickeln, hat der Architekt zusammen mit den drei anderen Initiatoren eine Erschließungsgemeinschaft gegründet, die alle Kosten für Straßen und Versorgungsanschlüsse vorsteckt - sollte der Rat " grünes Licht" geben.
Was für die Wakhegge gild, ist nach Peterson Ansicht nicht mit der Knollstraße vergleichbar: Dort hat er Verständnis für den Protest der Anlieger. Und gegen eine Bebauung im Bereich der sogenannten Terrasse, Zwischen Senator-Wagner-Weg und Ziegelstraße, ist er sowieso.

Bildtexte:
GARTENFLÄCHEN als Bauland: An der Knollstraße sieht der Bebauungsplan 349 Platz für acht bis zehn Einfamilienhäuser vor.
AN DER WAKHEGGE: Wenn der Bebauungsplan 389 durchkommt, entstehen hinter den Hecken Einfamilienhäuser.
Fotos:
Westdörp
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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