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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Sollen grüne Gärten acht Häusern weichen?
Zwischenüberschrift:
Blockinnenbereich an der Herderstraße soll bebaut werden
Artikel:
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Originaltext:
" Die Bürger müssen entscheiden, was hier kommen soll", unterstrich Baudirektor Wiehe vom städtischen Planungsamt. Er stellte gestern den Vorentwurf zum Bebauungsplan 106 vor, der das Straßengeviert Uhlandstraße, Lotter Straße, Herderstraße, Katharinenstraße umfaßt. Auf Antrag der Osnabrücker Wohnungbaugesellschaft (OWG), die hier mindestens 50 Prozent der Blockinnenflächen besitzt, soll dieser Bereich für eine Bebauung ausgewiesen werden. Bereits im Vorfeld dieser Planungen kam es zu erheblichen bedenken " seitens der hier wohnenden Anlieger, die sich zu einer Bürgerinitiative zur Hebung der Lebensqualität im Bereich zwischen Lotter Straße und Martinistraße" zusammengefunden haben (wir Berichteten), Diese Gruppe hat mittlerweile über 440 Unterschriften gesammelt, die sich gegen die Absichten der Baugesellschaft der Stadt Osnabrück und einziger privater Bauherren wendet.
Das Vorentwurfskonzept des Planungsamtes sieht in der Blockinnenfläche eine lockere eingeschossige Einfamilienhausbebauung vor. Etwa acht freistehende Einfamilienhäuser könnten hier gebaut werden. Gerade in Innenstadtnähe besteht ein große Nachfrage nach solcherart Grundstücken, meinte Wiehe.
Der Charakter des durchgrünten Innenbereiches würde auch mit den Bauten weitgehend erhalten bleiben. Wiehe verwies auch darauf, daß vor Jahren eine wesentlich dichtere Bebauung 8mit Altenwohnungen und Kindergarten) vorgesehen war.
neben den vorhandenen sollen weitere 10 bis 12 Garagen gebaut werden. Daneben sind Flächen für Stellplätze frei. Wiehe vermochte nicht auszuschließen, daß die hierfür reservierte Fläche möglicherweise noch für weitere Garagen hinzugenommen wird.
Die vorhandenen Heckenwege, die den Innenbereich kreuzförmig durchziehen, sollen teilweise auf 3, 50 Meter verbreitert werden. Neben den Wohnbauten ist ein Kinderspielplatz mit Grünbereich vorgesehen: die hierfür benötigten 700 Quatratmeter sollen laut Plan nicht der OWG-Fläche, sondern Privatgrund abgenommen werden.
Der Innenbereich kann über eine Stichstraße von der Uhlandstraße her erschlossen werden. Dieser Straßenstumpf und der anschließende Wendehammer erhalten nach Worten Wiehes durchgehend Pflaster, mit dem verdeutlicht werden soll, daß hier neben Autos auch Fußgänger und Zweiradfahrer gleichrangig verkehren.
Auf Nachfrage bestädigte Wiehe, daß im Abstand von drei Metern von der Grundstücksgrenze die eingeschossigen Häuser entstehen können. Die Entferning zum Häusergeviert würde in einigen Bereichen etwa 13 Meter betragen.
Das Vorentwurfskonzept zu diesem Bebauungsplan liegt mit der Begründung vom 2. bis 13. Juni im Dominikanerkloster (Rißmüllerplatz) aus. Während der Dienstzeit der Bauverwaltung könnendie Pläne im Stadtplanungamt eingesehen und erörtert werden. Außerdem findet eine Anhörungsversammlung zu diesem Konzept am Dienstag, 3. Juni, 20 Uhr, im HAus der Jugend statt. (Wir verweisen auch auf die Amtlich Bekanntmachung inder Ausgabe der Neien Oz vom Samstag, 31. Mai und auf den Kommentar auf der nächsten Seite).

Bildtexte:
RUNTER VOM TISCH ist vorläufig die Bebauung des Blockinnenbereiches Natruper Straße, Nobbenburger Straße, Stüvestraße, Hasetorwall. Der Rat hat einen Bebauungsplan ohne Änderung des derzeitgen Zustandes verabschiedet.
HÄUSER STATT GRÜN? Das ist die Frage für viele Anwohner des Straßengevierts Uhlandstraße, Lotter Straße, Herderstraße, Katharinenstraße. Das Planungsamt stellte gestern das Vorentwurfs-Konzept für eine Bebauung des Bereiches vor, das nun mit den Betroffen diskutiert werden soll.
Aufnahmen:
Petschkuhn

Kommentar
Bürgerwille gegen handfeste Geschäftsinteressen. Das steht im Hintergrund der jetzt vorgelegten Planung für eine Bebauung des Blockinnenbereiches zwischen Uhlandstraße und Herderstraße, Lotter Straße und Katharinenstraße. Hier sollen Innenstadtnähe Grünflächen, die nicht nur für die Anlieger und Gartenbesitzer genutzt werden, einer " lockeren eingeschossigen Einfamilienhausbebauung" weichen.
Nun, da in Osnabrück das Baugelände knapp ist und immer wieder Bewohner in das Umland abwandern (...) hat die OWG endlich ein Argument gefunden, mit dem sie den Ratsmitgliedern die Bebauung des Blockinnenbereichs schmackhaft zu machen glaubt. Daß diese Grundstücke bei Verkauf nach heutigem Verkehrswert taxiert werden, ist nur natürlich - Spekulationsgewinn nennt man das auch.
Keine Frage: Das städtische Planungsamt ist zum Aufstellen des jetzt vorgelegten Vorentwurfs zum Bebauungsplan (...) mehr und mehr gedrängt worden - sicherlich nicht von denen, die damit kein Geschäft machen können.
Es bleibt zu wünschen, daß tatsächlich die Bürger entscheiden, was hier kommen soll, wie es Baudirektor Wiehe gestern formullierte. Die Mehrheit der Betroffenen ist jedenfalls gegen die Bebauung. Der Rat ist zu einer politischen Entscheidung gezwungen. Gegen die Bürger oder gegen Geschäftsinteressen.
Autor:
-br-, Harald Preuin


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