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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kostbare Kaiserlinden-Allee
Zwischenüberschrift:
Hier greift ein Fachmann in die Diskussion um die neue Kaiserlinden-Allee am Schloßwall ein.
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Auswechslung der Bergahornallee durch die Kaiserlinden-Allee am Schloßwall muß aus mehreren Gründen begrüßt werden. Alles Leben schreitet fort, jeder Mensch und jeder Baum altert und findet eines Tages sein natürliches Ende. Aus schon geschriebenen, einleuchtenden Gründen kann man aber bei einer Allee in einer verkehrsreichen Innenstadt nicht wie in einem Urwald (Naturschutzgebiet?) warten, bis ein Baum nach dem anderen altersschwach oder bei Herbststürmen umfällt. Es muß vielmehr vorher gehandelt werden. Erfahrungsgemäß kann man bei über 100jährigen Bäumen nie mit Sicherheit sagen, wann für sie der umweltgefährdende Zustand gekommen ist.

Durch Grundwasserabsenkungen und Wassermangel (Straßendecke!) und durch innerstädtische Klimaverschlechterungen wird jedes Baumleben verkürzt. Baugruben senken noch in 200 m Entfernung den Grundwasserspiegel. Die trockenen Jahre 1976 und 1975 haben so wie im ganzen Land auch unseren Bergahornen durch Grundwasserabsenkung stark geschadet. Es ist auch sicher, daß gerade bei diesen Bäumen mehr Exemplare morsch und umweltzgefährdend geworden sind als durch Untersuchungen von außen festgestellt werden konnte.
Es ist als Glücksumstand anzusehen, daß nicht einer der Bäume im letzten Winter umgefallen ist. Es wäre sich zu Vorwürfen gegenüber dem Grünflächenamt gekommen. Ein Herausnehmen einzelner, als altersschwach erkannter Bäume hätte die ganze Allee in ihrer Einheitlichkeit zerstört. Es gibt Beispiele, die zeigen, wie es aussieht, wenn man durch Pflanzung von Jungbäumen in die Lücken einer älteren Allee solches Flickwerk betreibt. Außerdem wirkt das Fällen einzelner Bäume und die Rodung ihrer Wurzelstöcke (was vor der Neupflanzung ja geschehen muß) schädigend, d. h. lebensverkürzend auf die Nachbarbäume.
Wer der Ahornallee am Schloßwall nachtrauert, der sei zu einem Spaziergang auf den Gertrudenberg ermuntert, wo am oberen Ende der Wittkopstraße sich eine ebenso schöne Bergahorn-Allee erstreckt.
Es war ein selten glücklicher Umstand, daß der Stadt Osnabrück ca. 35 - 40jährige Kaiserlinden zur richtigen Zeit angeboten und geschenkt wurden, sich also die ganze Aktion finanziell beschränkt hat auf das Roden der alten Ahornbäume und auf das Pflanzen der schon jünglinghaften Linden (ihr Handelswert liegt bei 300 000 bis 400 000 DM). Die Pflanzung einer Allee von solchen Großbäumen (...) erfordert Mut und fachliches Können aller Beteiligten. Aktionen solcher Art geschehen sonst nur für Bundesgartenschauen, wo Millionengelder zur Verfügung stehen.
Die Kaiserlinde ist eine in der Natur von selbst entstandene Kreuzung zwischen beiden heimischen Arten Sommer- und Winterlinde; sie ist besonders weit verbreitet ostwärts der Oder. Sie heißt........ In Holland genießt sie hohes Ansehen,.......
Osnabrück ist durch seine neue, attraktive Kaiserlinden-Allee um eine dendrologische Kostbarkeit reicher geworden.

Dipl.-Ing. Richard Adler
Rückertstraße 27
Osnabrück
Autor:
Dipl.-Ing. Richard Adler


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