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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Flaschen statt Fische
Zwischenüberschrift:
Warum hat der Zoo Osnabrück ein neues Becken voller Müll?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Jeden Tag landen circa 30 000 Tonnen Müll im Meer. Die Folgen sind langwierig und fatal, wie der Zoo Osnabrück mit einem ungewöhnlichen Projekt zeigen will.

Im Aquariumsbereich des Osnabrücker Zoos wurde ein neues Becken aufgebaut und eingerichtet. Anstatt bunter Fische, die neugierig ein Korallenriff erkunden, schwimmen darin lediglich alte Plastikflaschen, zerbeulte Getränkedosen, und in der seichten Strömung flattert eine Plastiktüte neben einem alten Absperrband.

Der wenig einladende Blick auf das verschmutzte Wasser verdeutlicht die Verdreckung der Meere und die ist gewaltig: Jeden Tag landen ca. 30 000 Tonnen Müll im Meer″, erklärt Tobias Klumpe, zoologische Leitung. Besonders schädlich ist Plastik″, wie Klumpe weiter erläutert. Plastik treibt teilweise jahrhundertelang in den Meeren. Auch wenn es zerfällt, bleiben winzige Partikel übrig, das sogenannte Mikroplastik. Diese winzig kleinen Plastikteilchen sind mit dem bloßen Auge nicht sichtbar und gelangen über die kleinsten Meerestiere in die Nahrungskette.″

Wenn Fischer dann mit Mikroplastik kontaminierte Fische fingen, gerate der Plastikmüll auch in den menschlichen Körper.

Wie Messer im Meer

Für die Meeresbewohner ist aber nicht nur Mikroplastik ein Problem. Auch alte Getränkedosen, die mit ihren scharfen Kanten wie Messer durch die Meere treiben, oder herrenlose Fischernetze und achtlos weggeworfene Plastiktüten stellen eine Gefahr dar. Viele Tiere verfangen sich in ihnen und verhungern oder sie verschlucken gleich ganze Plastiktüten, die sie für Nahrung halten.

Qualvoll ersticken sie dann an dem Müll, oder die Plastiktüten verstopfen ihren Verdauungstrakt, sodass die Tiere nicht mehr fressen können und mit , vollem Magen′ verhungern″, schildert Katja Lammers, wissenschaftliche Assistentin im Zoo. Zusammen mit den Tierpflegern im Tetra-Aquarium″ hat sie das neue Becken mit der besonderen Botschaft eingerichtet. Inzwischen sind lauf WWF mehr als 800 Tierarten durch menschlichen Müll in den Ozeanen bedroht und könnten für immer verschwinden.

Warum im Zoo Osnabrück auf die Umweltverschmutzung aufmerksam gemacht wird, erläutert Klumpe: Als Zoo gehören Umweltbildung, Natur- und Artenschutz zu unseren wichtigsten Aufgaben. Dabei helfen uns nicht nur unsere Tiere, mit den Besuchern über diese Themen ins Gespräch zu kommen, sondern manchmal muss auch verbildlicht werden, was Umweltverschmutzung durch uns Menschen genau bedeutet. Mit unserem , Müllbecken′ lässt sich das besonders prägnant im Meerestierbereich verdeutlichen.″

Im Tetra-Aquarium″ soll nicht nur auf Probleme aufmerksam gemacht, sondern mit Hinweisschildern im und neben dem Müllbecken auch erklärt werden, wie lange der Müll im Wasser zur Zersetzung benötigt und was jeder Einzelne gegen die Verschmutzung der Meere tun kann.

Demnach hilft es schon, Plastikmüll beim Einkauf zu vermeiden und anstatt Einwegflaschen Mehrwegflaschen zu nutzen. Aber auch Familie, Freunde und Bekannte auf das Thema aufmerksam zu machen kann helfen. Denn so verbreitet sich das Thema, und es achten immer mehr Menschen auf die Vermeidung von Müll″, so Lammers.

Die neue Installation befindet sich am Übergang vom Meerwasserbereich zu den Reptilien.

Bildtext:
Seltsam mutet das neue Aquarium im Osnabrücker Zooan.
Foto:
Zoo Osnabrück/ Jan Banze
Autor:
vbu


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