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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Güterbahnhof hat eine neue Eigentümerin
 
Befreiungsschlag am Güterbahnhof
Zwischenüberschrift:
Lebensquelle und 3 G Group sind raus / Coppenrath-Stiftung will neuen Stadtteil
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Seit die Deutsche Bahn den Osnabrücker Güterbahnhof 1997 in private Hände gab, waren von dort fast immer nur schlechte Nachrichten zu vernehmen. Jetzt tritt ein neuer Akteur auf die Bühne und gibt dem 22 Hektar großen Areal eine städtebauliche Perspektive. Es war eine Sensation, als am Donnerstag bekannt wurde, dass die Freikirche Lebensquelle″ und die 3G Group (vormals Zion GmbH) ihre Flächen an die Aloys-&- Brigitte-Coppenrath-Stiftung verkauft haben. Vor einem Jahr war bekannt geworden, dass die Stiftung gemeinsam mit der Stadt und anderen Institutionen den Ringlokschuppen zu einem Zentrum für künstliche Intelligenz ausbaut, das vor allem Unternehmensgründern auf die Sprünge helfen soll. Jetzt will die Stiftung auch dort eine positive Entwicklung anstoßen.

Osnabrück Auf dem ehemaligen Güterbahnhof ist die Zeit der Lebensquelle″ und der 3 G Group ganz leise zu Ende gegangen. Die Coppenrath-Stiftung will auf dem 22 Hektar großen Areal die Weichen stellen, damit ein moderner Stadtteil entstehen kann, in dem Menschen wohnen und arbeiten können.

Eine faustdicke Überraschung gab Stiftungsvorstand Felix Osterheider am Donnerstag bei einer Präsentation im Ringlokschuppen vor 50 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Hochschulen bekannt. Die Aloys-&- Brigitte-Coppenrath-Stiftung wird dort nicht nur das Zentrum für Künstliche Intelligenz aufbauen, sondern auch die Entwicklung auf dem angrenzenden Güterbahnhofsgelände in die Hand nehmen. Mit dem Erwerb der Industriebrache will die Stiftung für ihr Leuchtturmprojekt ein gesichert ansprechendes Umfeld schaffen″, wie Osterheider es ausdrückte.

Seit eineinhalb Jahren habe man mit der freikirchlichen Lebensquelle″ und der 3 G Group (vormals Zion GmbH) verhandelt, hieß es am Rande der Veranstaltung, und die Gespräche hätten mehrfach zu scheitern gedroht. Jetzt aber sei der Weg frei für eine vorwärtsgerichtete Stadtentwicklung″. Die Stiftung will die Grundstücke nicht selber nutzen, sondern wertschöpfend verkaufen″, wie es heißt, um ihr Stiftungsvermögen zu mehren.Der Name: Lok-Viertel″

Mit einem städtebaulichen Wettbewerb sollen die Rahmenbedingungen für das neue Quartier festgelegt werden, das die Initiatoren Lok-Viertel″ nennen wollen. Die Coppenrath-Stiftung will mit einem externen Generalplaner und einem Investor zusammenarbeiten, um die Flächen abschnittsweise in ein urbanes Quartier″ zu verwandeln. Was damit gemeint ist, erklärte Osterheider so: Das wird keine Insel″, Leben und Arbeiten sollen in direkter Nachbarschaft möglich sein, Kultur und Gastronomie ebenfalls, denn auf keinen Fall dürfe in dem neuen Stadtteil abends und am Wochenende tote Hose″ sein.

Vorstand und Kuratorium der Stiftung verstehen sich als Möglichmacher″. Nach den jahrelangen Querelen mit den bisherigen Eigentümern wollen sie den ehemaligen Güterbahnhof zu einem Vorzeigeviertel machen, und zwar in enger Abstimmung mit Rat und Verwaltung, wie mehrfach betont wurde. Allerdings auch mit der klaren Ansage eines selbstbewussten Grundeigentümers. Im Ringlokschuppen bekam Osterheider Applaus für seinen Satz: Wir wollen der Stadt ermöglichen, was auf politischem Weg bislang nicht möglich war.″

Auch in dieser neuen Konstellation sind Konflikte nicht ausgeschlossen. Mit ihrer Absicht, auch das Wohnen auf dem ehemaligen Bahngelände in den Katalog der möglichen Nutzungen aufzunehmen, war schon die 3 G Group mit den Stadtplanern aneinandergeraten. Bislang hatte sich die Stadt bei ihrer Ablehnung auf die Lärmbelastungen durch den Schienenverkehr berufen.

Jetzt greift die Coppenrath-Stiftung den Gedanken auf, und Stadtbaurat Frank Otte zeigt sich nicht abgeneigt. Er habe Sympathie für ein urbanes Quartier mit einer Verknüpfung von Arbeiten und Wohnen, erklärte er auf Anfrage. Ob das angesichts der durchfahrenden Züge zulässig ist, müsse im Detail geprüft werden. In seiner Ansprache bezeichnete Otte die Pläne für den Güterbahnhof als eines der spannendsten Projekte für die nächsten Jahre″. Er freue sich, dass wir gemeinsam mit einem Superteam dieses Projekt voranbringen können″.

Begeistert äußerte er sich zudem über die Pläne des Münsteraner Architektenbüros Kresings, das den Auftrag für die Raumplanung des Coppenrath Innovation Centre (CIC) bekommen hat. Anders als in anderen Städten werde man den denkmalgeschützten Osnabrücker Ringlokschuppen nach dem Umbau auch noch als solchen erkennen, erklärte der Stadtbaurat anerkennend.

Im CIC soll das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) als Ankermieter einziehen, das mit der Universität Osnabrück eine Partnerschaft mit Unternehmen aus der Region eingegangen ist. Weitere Partner sind die Hochschule Osnabrück, das Seedhouse, das Agrotech Valley Forum und die örtliche Handwerkskammer.

Erklärtes Ziel ist es, Start-ups aus dem Umfeld der Hochschulen zu fördern und Unternehmen in der Region mit innovativen Technologien fit zu machen für den Wettbewerb. Weil das Stifterehepaar Aloys und Brigitte Coppenrath sein Unternehmen Coppenrath & Wiese von der handwerklichen zur industriellen Fertigung geführt hat, soll von der künstlichen Intelligenz ausdrücklich auch das Handwerk profitieren. Nach dem Willen der Stiftung zählt aber nicht nur die Arbeit mit Zukunftstechnologien, sondern auch das Miteinander. Felix Osterheider drückte es so aus: Wir wollen Menschen zusammenbringen mit ihren Ideen, die sich sonst nicht getroffen hätten.″

Das Münsteraner Büro Kresings Architektur will im Ringlokschuppen eine Open-Space-Situation″ schaffen, fast ohne Zwischenwände, mit viel Licht und Luft. Mobile Holzboxen sind als Büro- und Besprechungsräume vorgesehen, bei der Gestaltung spielt Flexibilität eine wichtige Rolle. Die eisernen Türen, durch die früher die Lokomotiven einfuhren, sollen offen stehen bleiben, die Türöffnungen werden verglast. Nach den Plänen der Coppenrath-Stiftung soll der erste Bauabschnitt des Ringlokschuppens in der zweiten Jahreshälfte 2022 fertig werden.

Bildtexte:
Im Ringlokschuppen präsentierte die Coppenrath-Stiftung ihre Pläne für das Güterbahnhofsgelände.
Ein neuer Stadtteil soll auf dem 22 Hektar großen Güterbahnhof entstehen. Die Coppenrath-Stiftung hat das Areal gekauft, um den Weg für eine neue Entwicklung frei zu machen.
Industriebrache mit großer Zukunft: Das ehemalige Güterbahnhofsgelände.
Sie verstehen sich als Möglichmacher: Andreas Pache (sitzend, von links), Peter Voss, Manfred Hülsmann und Felix Osterheider vom Vorstand und Kuratorium der Coppenrath-Stiftung mit Stadtbaurat Frank Otte.
Im Ringlokschuppen entsteht das Coppenrath Innovation Centre (CICI), ein Zentrum für die Erforschung und Anwendung der Künstlichen Intelligenz.
Viel Raum für neue Ideen: Das geplante CIC im Ringlokschuppen.
Viel Licht und Luft: So soll es im Innern des Coppenrath Innovation Centre (CIC) aussehen.
Vom Güterbahnhof gab es jahrelang nur schlechte Nachrichten. Das soll sich jetzt ändern.
Seit Jahren ein Zankapfel zwischen der Stadt und den Eigentümern: Der Güterbahnhof ist in neuen Händen.
Fotos:
Jörn Martens, Google, André Partmann, Kresing Architekur

Kommentar
Ins Rollen gebracht

Gutes tun und Steuern sparen, das ist der Sinn einer Stiftung. Gute Gründe sprechen dagegen, dass wohlhabende Menschen am Staat vorbei entscheiden können, wohin ihre vermiedenen Steuern fließen. Am Güterbahnhof zeigt sich aber gerade, dass eine gut geführte Stiftung den Karren aus dem Dreck ziehen kann, den die Politik schon aufgegeben hatte. Die Coppenrath-Stiftung geht noch weiter. Sie macht den Karren geländegängig und schüttet das Dreckloch zu.

Osnabrück atmet auf, weil die Querelen mit der 3G Group und der Lebensquelle″ jetzt hoffentlich ein Ende gefunden haben. Von der CDU bis zu den Grünen wird die Initiative der Coppenrath-Stiftung bejubelt. Nun ließe sich einwenden, die Politik habe sich von der Stiftung die Butter vom Brot nehmen lassen. Aber angesichts der verhärteten Fronten hätte es allenfalls einen faulen Kompromiss gegeben und nicht das Highlight, das jetzt auf den Weg gebracht werden soll.

Mit dem städtebaulichen Wettbewerb bietet sich nun die Chance, die kreativsten und klügsten Ideen für das neue Lok-Viertel einzusammeln und umzusetzen. Natürlich mit Beteiligung der Bürger und der demokratischen Institutionen, denn bei allem Respekt die Stiftung soll nicht an deren Stelle treten, sondern etwas ins Rollen bringen. Für den Güterbahnhof zweifellos eine glückliche Fügung.

Mal eine Frage: Geht das nicht auch beim Neumarkt?

rll@ noz.de

Die Stiftung

Die Aloys-&- Brigitte-Coppenrath-Stiftung wurde 2017 von Brigitte Coppenrath gegründet und mit 10 Millionen Euro ausgestattet. Damit gehört sie zu den größten in Stadt und Landkreis. Ihr Ziel ist es, Gründern auf die Sprünge zu helfen.

Hier eine Auswahl der geförderten Projekte:

Food Future Lab: Studierende der Hochschule Osnabrück entwickeln nachhaltige Lebensmittel und Verpackungen, die anschließend am Markt getestet werden.

Bugfoundation: Mit diesem Unternehmen haben sich zwei junge Männer selbstständig gemacht, die Insektenburger erstellen. Statt Rindfleisch wird dabei das Protein von Mehlwürmern verwendet.

Monitorfish: Dieses Start-up entwickelt ein intelligentes Tierwohl-Management-System für die Aquakulturwirtschaft. Mit einem Frühwarnsystem werden Fischwirte über Abweichungen informiert.

Pearprogramming: Für die Entwicklung einer digitalen Lernplattform, auf der Schülern spielerisch die Grundlagen des Programmierens vermittelt werden, erhielt dieses Start-up eine Förderung.

Seedforward: Das Unternehmen setzt auf eine organische Saatgutbehandlung, die das Saatgut mechanisch schützt, den Befall von Pilzen und Insekten hemmt und zugleich das Pflanzenwachstum fördert.

Therapeutisches Reiten: Die Stiftung hat fünf Therapiepferde für den Reitclub Georgsmarienhütte finanziert. Teilnehmer sollen in die Lage versetzt werden, an ihren motorischen und sozial-integrativen Defiziten zu arbeiten.

Was bisher geschah

Wie der Osnabrücker Güterbahnhof zum Streitobjekt wurde

Osnabrück. Als die Deutsche Bahn den Güterbahnhof 1997 aufgab, ahnte niemand, dass ein langes Kapitel von Streit und Stillstand folgen würde. Jetzt hat die Coppenrath-Stiftung das 22 Hektar große Areal gekauft und alle Beteiligten hoffen, dass es jetzt vorangeht auf dem städtebaulichen Filetstück.

1997: Die Deutsche Bahn gibt den 22, 1 Hektar großen Güterbahnhof auf. Auf der Brache entwickelt sich eine rege Kulturszene.

September 2008: Ein Gutachten empfiehlt den Bau einer Multifunktionsarena auf dem Güterbahnhof. Dafür soll die Stadthalle abgerissen werden.

Mai 2009: Die Arena-Pläne werden aus Geldmangel beerdigt.

November 2010: Die Geschäftsleute Friedrich Schilling und Wolfgang Schreyer kaufen der Bahn-Tochter Aurelis für 2, 7 Millionen Euro den Güterbahnhof ab. Die Stadt wird von dem Deal überrascht.

2011: Ein Streit über die Nutzung des Geländes entsteht. Die Schilling & Schreyer GmbH will erst Bau- und Möbelmärkte ansiedeln, dann einen Fotovoltaik-Park bauen. Die Stadt schiebt allen Vorhaben einen Riegel vor. Oberwasser bekommen die Eigner erst, als die Arena-Debatte neu aufkocht und die Stadt sich auf den Güterbahnhof als Standort festlegt. Außerdem braucht sie Teilflächen des Geländes für den Neubau der Eisenbahnbrücke an der Hamburger Straße, für Parkplätze und für einen Osteingang zum Hauptbahnhof.

2. Dezember 2011: Schilling und Schreyer bieten der Stadt den Güterbahnhof für sieben Millionen Euro zum Kauf an.

5. Dezember 2011: Oberbürgermeister Boris Pistorius teilt den Eignern das Ende aller Gespräche mit.

31. Mai 2012: Als neue Kaufinteressenten auf den Plan treten, reagiert die Stadt und sichert ein Vorkaufsrecht für Teile des Güterbahnhofs. Vielen Ratsmitgliedern kommt dieser Schritt zu spät.

November 2012: Das Vorkaufsrecht nützt nichts, als die Zion GmbH die Firma Schilling & Schreyer übernimmt. Der Güterbahnhof bekommt damit neue Eigentümer aus dem Umfeld der freikirchlichen Gemeinde Lebensquelle″. Sie wollen die Flächen im Einvernehmen mit der Stadt als Gewerbegebiet entwickeln. Die Lebensquelle″ kauft die frühere Güterabfertigung, um dort ein religiöses Zentrum einzurichten.

21. März 2013: Die Stadt kauft für 38.820 Euro von der Zion GmbH ein 1241 Quadratmeter großes Grundstück an Hamburger Straße, das sie benötigt, um die marode Brücke durch ein neues Bauwerk zu ersetzen. Kurze Zeit später verschlechtert sich das Verhältnis zwischen Stadt und der Eigentümergesellschaft. Zion-Gesellschafter Ralf Gervelmeyer nutzt eine Formalie aus, um das Geschäft zu kippen: Zwar hat der Verwaltungsausschuss dem Kauf zugestimmt, nicht jedoch der Rat. Der hätte bei einem bestimmten Kaufpreis aber gefragt werden müssen. Ob die kritische Grenze überschritten wurde, ist umstritten.

15. April 2013: Der Osnabrücker Discobetreiber Frederik Heede kauft über seine Alando Grundbesitz- und Entwicklungs-GmbH der Zion GmbH für zwei Millionen Euro ein 26.216 Quadratmeter großes Grundstück rund um den alten Ringlokschuppen ab.

22. April 2013: Der Kaufvertrag zwischen Heede und Zion geht bei der Stadt Osnabrück ein. Damit läuft die Zweimonatsfrist für die Entscheidung der Stadt über ein Vorkaufsrecht.

13. Mai 2013: Zion-Geschäftsführer Ralf Gervelmeyer gerät wegen öffentlicher schwulenfeindlicher Äußerungen in die Kritik und mit ihm die Lebensquelle″. In Politik und Gesellschaft formiert sich Widerstand.

17. Juni 2013: In einer außerordentlichen Sitzung vier Tage vor Fristablauf beschließt der Rat mehrheitlich, das Vorkaufsrecht auszuüben und für Alando-Chef Heede in den Kaufvertrag mit Zion einzutreten. Damit soll der Ringlokschuppen in den Besitz der Stadt übergehen. Heede wehrt sich mit juristischen Mitteln.

20. August 2013: Im Wahlkampf macht Oberbürgermeister-Kandidat Robert Seidler (FDP) den Güterbahnhof zum Thema. Er stellt sich einen Ringlok-Park″ mit Inlineskater-Bahn und Schlittschuhwiesen vor. Der Ringlokschuppen soll zur Freilichtbühne werden. In der Folge beansprucht eine Hochschulabsolventin die Urheberschaft für diese Ideen. Der Streit wird außergerichtlich beigelegt.

29. September 2013: Die Designmesse DeMO″ lockt Tausende Besucher zum Ringlokschuppen. Ärger kommt auf, als Zion-Chef Gervelmeyer den Ausstellern den Weg versperrt, indem er das Tor zum Güterbahnhof zuschließt.

20. November 2013: Stadt und Wirtschaftsförderung veranstalten im Ringlokschuppen einen Workshop, in dem Ideen für eine künftige Nutzung des Denkmals entwickelt werden sollen.

Juli 2014: Stadt und Alando-Betreiber Frederik Heede schließen einen Kompromiss: Heede zieht die Anfechtungsklage gegen das vom Rat geltend gemachte Vorkaufsrecht für Ringlokschuppen plus Außenflächen zurück. Im Gegenzug kommt die Stadt Heedes Plänen für eine Alando-Erweiterung samt Hotel-Neubau entgegen.

10. Juli 2014: Die Stadt erwägt den Bau eines Busterminals auf dem Güterbahnhof, direkt neben dem Ringlokschuppen. Kostenschätzung: 600.000 Euro.

3. Oktober 2014: Der Kulturverein Petersburg räumt das Gelände des alten Güterbahnhofs.

Januar 2015: Die Zion GmbH stellt ihre Vision Gleis 49″ für den Güterbahnhof vor. Auf dem 17 Hektar großen Gelände will sie Raum schaffen für Büros, Praxen und Kleingewerbe, für Gastronomie und Musikveranstaltungen, eventuell auch für Wohnungen.

Mai 2015: Die Lebensquelle″ startet einen neuen Anlauf für ein christliches Kulturzentrum am ehemaligen Güterbahnhof. Der Gemeindesaal soll nicht mehr Platz für 3000, sondern nun für 1100 Gottesdienstbesucher fassen. Hinter dem neuen Gemeindesaal plant die Lebensquelle″ ein viergeschossiges Parkhaus, das der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen soll.

Mitte Juli 2015: Die Zion GmbH bietet der Stadt an, den Ringlokschuppen zurückzukaufen.

27. Juli 2015: Im Rechtsstreit um das Wegerecht zum Ringlokschuppen entscheidet das Landgericht Osnabrück, dass die Zion GmbH der Stadt eine gepflasterte Zufahrt gewähren muss.

Februar 2016: Die Lebensquelle″ lehnt Alternativangebote der Stadt für den Standort des geplanten Gemeindezentrums ab.

Mai 2016: Im Nordflügel der früheren Güterabfertigung wird das Restaurant Nokta″ eröffnet. Nach Auffassung der Stadt ist die Baugenehmigung ungültig. Sie einigt sich aber mit den Inhabern auf eine befristete Genehmigung, die in eine unbefristete umgewandelt werden kann.

August 2016: Aus der Zion GmbH wird die 3 G Group. Die Eigentümergesellschaft des Güterbahnhofs verlegt ihren Firmensitz ins brandenburgische Zossen.

30. August 2016: Der Rat der Stadt verabschiedet mehrheitlich den Bebauungsplan 370 für den ehemaligen Güterbahnhof. Er schreibt für das Gelände ein Gewerbegebiet mit einem streng eingegrenzten Nutzungsspektrum fest. Eine Nutzung für kirchliche, kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke wird damit ausgeschlossen.

Januar 2017: Das Landgericht Osnabrück erklärt den Kauf des Grundstücks an der Hamburger Straße für rechtens. Nach den Statuten darf der Verwaltungsausschuss Beschlüsse über Grundstücksgeschäfte bis 100.000 Euro fassen. Der Kaufpreis für das Grundstück betrug 38.820 Euro.

14. März 2017: Der Rat beschließt einen Investorenwettbewerb für den Ringlokschuppen.

Januar 2018: Der Club Kleine Freiheit″ kann am Güterbahnhof bleiben. Nachdem der Pachtvertrag Ende 2017 ausgelaufen war, drohte ein Abriss des Gebäudes. Jetzt einigen sich Stadt und die 3 G Group als Eigentümer, dass der Club an seinem bisherigen Standort weitermachen kann, bis die Stadt das Grundstück für andere Zwecke nutzen will. Im Gegenzug bekommt die Stadt vom Flächeneigentümer einen dauerhaften Zugang zum Ringlokschuppen von der Hamburger Straße aus, bis eine Erschließungsstraße für das Güterbahnhof-Areal zur Verfügung steht.

Oktober 2018: Der Bundesgerichtshof gibt der Stadt im Streit über das zum Bau der Brücke benötigte Grundstück an der Hamburger Straße recht. Damit tritt der Kaufvertrag vom 21. März 2013 in Kraft.

25. Oktober 2018: Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg kippt den Bebauungsplan für den Güterbahnhof. Die Richter des 1. Senats begründen ihr Urteil mit einer neuen Rechtsprechung für die Einteilung von Lärmzonen. Die Stadt will die Planungsfehler beheben, an den Grundzügen des Konzepts aber festhalten.

August 2019: Der Ringlokschuppen soll zu einem Forschungszentrum für künstliche Intelligenz, das Coppenrath Innovation Centre, werden. Uni und Hochschule wollen das denkmalgeschützte Gebäude gemeinsam nutzen, außerdem sollen Start-up-Unternehmen in die historischen Mauern ziehen. Die Aloys-&- Brigitte-Coppenrath-Stiftung ebnet dafür den Weg mit fünf Millionen Euro.

Oktober 2020: Die Coppenrath-Stiftung erwirbt die Flächen von der 3G Group und der " Lebensquelle", um den Bau eines neuen Stadtteils mit vielfältigen Nutzungen zu ermöglichen. (Quelle: NOZ.de)
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert, Sebastian Stricker, Frank Riehemann


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