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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Spült der Regen Chemikalien ins Grundwasser?
Zwischenüberschrift:
Stadt sieht nach dem Großbrand in Fledder keine große Gefahr
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Nach dem verheerenden Großbrand im Fledder sind zwar schon fast drei Monate vergangen, aber auf dem Gelände der Chemiefirma Belkola liegen immer noch aufgeplatzte Kanister zwischen den Trümmern. Grundstücksnachbar Jörg Dilge fürchtet, dass der Regen giftige Substanzen ins Grundwasser spült.

Es ist ein trostloser Anblick: Eisenträger und Betonteile der eingestürzten Halle ragen aus dem Schuttberg, die ganze Fläche ist übersät mit zerborstenen Plastikbehältern, in den Senken bilden sich Pfützen. Eine Chemiebombe″, meint Jörg Dilge, der Inhaber des benachbarten Cabriozentrums an der Gesmolder Straße. Er ist ziemlich sicher, dass da ein giftiger Cocktail ins Grundwasser läuft.

Wenn es stärker regnet, rinnt die Brühe auch auf seinen Hof, teilweise sogar in seine Werkstatt. Dilge kann nicht verstehen, dass auf dem Nachbargrundstück immer noch die Trümmer des Chemiebetriebes liegen, von denen ganz offensichtlich eine Gefahr ausgeht.

Fischsterben in der Hase

Am 20. Juli war wohl durch eine Unachtsamkeit bei der Unkrautbekämpfung die Autowerkstatt Holtmeyer in Brand geraten, kurze Zeit später griff das Feuer auf den benachbarten Chemiebetrieb über. Eine riesige Rauchsäule war über Osnabrück zu sehen, in mehreren Stadtteilen mussten die Bewohner mehrere Stunden lang Türen und Fenster geschlossen halten, durch das kontaminierte Löschwasser starben Fische und Wasserlebewesen in der Hase weiträumig ab. Die Betriebsgebäude der J. Belkenheid Nachf. GmbH, kurz Belkola, liegen seitdem in Schutt und Asche, und es gilt als sicher, dass diese Hinterlassenschaften mit schädlichen Reinigungschemikalien verseucht sind.

Dass giftige Substanzen ins Grundwasser sickern, hält Bernd Früchel vom Fachbereich Umwelt und Klimaschutz der Stadt Osnabrück aber für unwahrscheinlich. Das Grundstück des Chemiebetriebes sei großflächig versiegelt, sagt der Fachdienstleiter, und den Regenkanal habe man nach dem Großbrand verschlossen. Allenfalls in den Keller könne das Oberflächenwasser noch gelangen, aber dessen Wände seien nach derzeitiger Einschätzung dicht. Proben aus dem Regenkanal und der Hase seien bislang unauffällig gewesen, versichert Früchel. Es werde aber weiterhin kontrolliert, ob es so bleibt.

Dass die Trümmer immer noch nicht abgeräumt sind, führt Fachbereichsleiter Detlef Gerdts auf die Abstimmung mit mehreren beteiligten Versicherungen und Gutachtern zurück. Es gehe aber voran, sagt er, Sachverständige hätten die Lage sondiert, und inzwischen gebe es einen Arbeits- und Sicherheitsplan für das Belkola-Grundstück, der auch schon genehmigt sei. Damit seien die Voraussetzung für die Sanierung erfüllt. Wegen der erwarteten Schadstoffe müsse dabei nach hohen Sicherheitsstandards gearbeitet werden eine Aufgabe, die nur von Fachfirmen ausgeführt werden dürfe.

Sanierung beginnt bald

Die J. Belkenheid Nachf. GmbH hat inzwischen bestätigt, dass Ende Oktober mit den Arbeiten begonnen werde. Etwa einen Monat habe das beauftragte Sanierungsunternehmen für das Abtragen der Trümmer veranschlagt, teilte Michael Bartholomäus im Namen der Geschäftsleitung auf Anfrage unserer Redaktion mit. Das Chemieunternehmen hat nach dem Großbrand eine Halle am Harderberg angemietet, um weiterproduzieren zu können. Nach der Sanierung des Grundstücks an der Gesmolder Straße soll der Betrieb dort neu aufgebaut werden.

Bildtexte:
Trümmer und aufgeplatzte Kanister sind nach dem Großbrand auf dem Gelände der Firma Belkola zurückgeblieben. Jörg Dilge befürchtet, dass davon eine Grundwassergefährdung ausgeht.
Nach dem Großbrand kam es zu einem Fischsterben in der Hase. Hier ein toter Karpfen.
Fotos:
Rainer Lahmann-Lammert, Michael Gründel
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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