User Online: 2 | Timeout: 10:16Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bürokraten werden weich: Das Bäumchen darf bleiben
Zwischenüberschrift:
Streit um Kugelakazie an der Mozartstraße endet mit Kompromiss
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Die Stadt rudert zurück, das Bäumchen ist gerettet: Eine private Kugelakazie an der Mozartstraße, die den amtlichen Planern ein Dorn im Auge war, darf nun doch stehen bleiben. Der öffentliche Druck auf die Verwaltung war einfach zu groß geworden.
Gisela Reiss und Dr. Wolfgang Ehrenberg hatten das Bäumchen vor 15 Jahren an der Nahtstelle ihrer Doppelhaushälften Nr. 65 und 67 in den Gehweg gepflanzt. Die Kugelakazie ist ein schmächtiges Exemplar geblieben, mit der Form ihrer Krone hält sie nicht, was ihr Name verspricht. Aber sie ist ein Sinnbild für gute Nachbarschaft, und sie genießt Sympathien weit über die Mozartstraße hinaus. Seit bekannt ist, dass die Straßenplaner ihr an die Wurzeln wollen, bekommen Wolfgang Ehrenberg und Gisela Reiss Solidaritätsbekundungen aus Stadt und Landkreis.
Das Drama begann vor einigen Monaten, als die Mozartstraße eine neue Fahrbahn und neue Gehwege bekam. Obwohl es nicht ausdrücklich in ihrem Planstand, pflasterten die Straßenbauer respektvoll um das Akazienstämmchen herum. Den Anwohnern gefiel das, aber die Planer in der Stadtverwaltung fühlten sich übergangen. Mit voller Absicht hatten sie das Bäumchen nicht in ihren Ausführungsplan aufgenommen.
Warum, das hat Franz Schürings, der Leiter des Fachbereichs Städtebau, vor einigen Wochen erklärt: Die Baumscheibe enge den Gehweg ein, Fußgängern werde das Leben unnötig schwer gemacht. So hatte es eine Konferenz der Verantwortlichen nach reiflicher Diskussion festgehalten. Als Konsequenz wurde Wolfgang Ehrenberg aufgefordert, das Hindernisa us dem Gehweg zu entfernen.
Der sonst so friedliche Urologe widersetzte sich. Auf seinen Kompromissvorschlag, das Pflanzbeet schmaler anzulegen, wollten sich die Planer nicht einlassen. Doch die harten Bürokraten wurden weich, als der Streit um das unscheinbare Bäumchen in einem Zeitungsbericht seinen Niederschlag fand.
In den Verwaltungsstuben wurde eifrig nach einer Formel gesucht, um die harte Haltung möglichst ohne Gesichtsverlust aufzugeben. Fachbereichsleiter Franz Schürings hat inzwischen die neue Linie ausgegeben: Das zarte Bäumchen darf stehen bleiben, wenn sich die Anwohner auf drei Bedingungen einlassen: Sie müssen die Pflege für das zarte Gehölz übernehmen. Sollte die Akazie eines Tages ihre Lebensgeister aushauchen, darf kein Baum nachgepflanzt werden. Und damit die Fußgänger zu ihrem Recht kommen, müsse das Pflanzbeet verkleinert werden. Alles kein Problemf ür Wolfgang Ehrenberg und Gisela Reiss: Sie hatten ja von Anfang an einen Kompromiss favorisiert.

Bildtext:
Symbol für gute Nachbarschaft: Die Kugelakazie an der Mozartstraße darf nun doch bleiben. Das freut isela Reiss und Wolfgang Ehrenberg,
Foto:
Gert Westdörp


Anfang der Liste Ende der Liste