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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Demo-Rundfahrt auf dem Wallring
Zwischenüberschrift:
Fridays for Future solidarisiert sich in Osnabrück mit Busfahrern
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Unter dem Eindruck der jüngsten ÖPNV-Warnstreiks rief Fridays for Future in Osnabrück zu einer Fahrrad-Demo auf. Die Gewerkschaft Verdi tut sich inzwischen häufig mit Ortsgruppen der Klimaschutz-Bewegung zusammen. Neu ist, dass nun auch die Organisation Attac Seite an Seite mit Fridays for Future demonstriert.

Etwa 70 Demonstranten fanden sich am Freitagabend in Osnabrück zu einer Fahrrad-Demo zusammen, die einmal über den Wallring führte. Neben vielen jungen Teilnehmern waren auch Verdi-Gewerkschafter und Aktivisten des globalisierungskritischen Netzwerks Attac mit dabei. Fridays for Future hatte zu der Demo aufgerufen, um die Beschäftigten im Nahverkehr zu unterstützen, die sich aktuell bundesweit für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne einsetzen.

Die Polizei Osnabrück war mit mehreren Einsatzfahrzeugen vor Ort. Darunter waren auch E-Bikes und ein Elektro-Motorrad.

Die Teilnehmer starteten am Rande des Schlossgartens. Einen Zwischenhalt gab es später bei den Stadtwerken Osnabrück, wo sich die Demonstranten mit den Beschäftigten im Osnabrücker Nahverkehr solidarisch erklärten. Tristan Böck von Fridays for Future forderte in seiner Rede unter anderem ein vergünstigtes Bürgerticket für alle, um die Attraktivität des ÖPNV in der Stadt zu steigern.

Ein Sprecher der Organisation Attac nannte den Nahverkehr in Osnabrück ein langjähriges Opfer kommunaler Sparzwänge″. Es sei zynisch, den Beschäftigten nun zu erklären, durch die Pandemie sei kein Spielraum für höhere Löhne vorhanden.

Das neuartige Zusammenwirken von Fridays for Future, der Gewerkschaft Verdi und dem Bündnis Attac funktioniert bei Themen, bei denen sich der Klimaschutz mit arbeitsrechtlichen oder sozialen Aspekten überschneidet. Unsere Kernkompetenz ist es, dass wir über die sozialen Medien schnell viele Menschen mobilisieren können. Gewerkschaften oder Nichtregierungsorganisationen haben dafür andere Ressourcen″, so ein Sprecher von Fridays for Future Osnabrück.

Bei der Fortsetzung der Kolonnenfahrt durch die Innenstadt riefen einige Aktivisten Parolen über Megafone. Eine davon sorgt offenbar auch innerhalb der Fridays-for-Future-Bewegung für Kontroversen: Es gibt kein Recht, ein SUV zu fahren″, schallte es kurzzeitig durch die Straßen. Nach der Kundgebung sagte Mitorganisator Jan Küter-Luks dazu, dass dies sicher nicht die Haltung aller Beteiligten widerspiegle.

Wir möchten uns nicht gegen Einzelne wenden, die vielleicht ein SUV fahren und damit womöglich gar kein politisches Statement setzen wollen″, so der 19-Jährige weiter. Jeder könne bei einer Demonstration aber natürlich trotzdem das rufen, was er oder sie wolle. Ihm gehe es in der Frage rund um SUVs jedoch eher um strukturelle Lösungen. Die hohen Produktionszahlen großer und schwerer Autos sieht er kritisch.

In genau solch einem SUV saß unterdessen der 43-jährige Volker Dethmüller, wartend an der Kreuzung vor dem Ratsgymnasium. Die Kolonne war da zwar längst vorbeigefahren, aber hinter der provisorischen Absperrung durch die Polizei staute es sich noch immer. Nicht alle Autofahrer, von denen sich viele auf dem Weg ins Wochenende befanden, schienen von der Aktion begeistert.

Dethmüller sagte dagegen gelassen durch die Scheibe, dass ihn wohl spätestens auf der Autobahn der nächste Stau eingeholt hätte. Sein SUV sei aber keine rollende politische Botschaft, es habe ihm einfach gefallen. Zudem habe er sich für einen Hybrid entschieden. Schuldgefühle habe er deshalb keine. Dennoch sei auch er dafür, dass der ÖPNV mehr Raum in der Stadt bekommen sollte.

Bildtexte:
Ein Plakat mit der Botschaft Whose Streets? Our Streets! vor der Osnabrück-Halle.
Die klare Botschaft auf der Fridays For Future-Demo: Der ÖPNV und seine Beschäftigten sollen unterstützt werden.
Die Kolonne zog sich teilweise über mehrere hundert Meter. Der Verkehrsfluss auf dem Wall wurde mitunter gestört, es kam zu Staus.
Fotos:
Swaantje Hehmann
Autor:
Daniel Batel


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