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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Atommüll in Hellern?
Zwischenüberschrift:
Diese Gebiete in Stadt und Landkreis Osnabrück eignen sich als Endlager
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Ein kleiner Teil Osnabrücks sowie mehrere Gebiete im Landkreis sind als Endlager für atomaren Müll geeignet zumindest erfüllen sie die Mindestanforderungen, betont die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). Unsere Redaktion hat zusammengestellt, um welche Gebiete es sich handelt.

Teile der Stadt und des Landkreises Osnabrück gehören zum Teilgebiet 008_02TG_204_02IG_T_f _ kro. Es umfasst den Norden Nordrhein-Westfalens sowie den Süden Niedersachsens. 5322 Quadratkilometer gehören zu diesem Gebiet mit seinem Tongestein.

Die Stadt Osnabrück kommt kaum als Standort für ein Endlager in Frage - lediglich ein kleiner Zipfel im Südwesten eigne sich der BGE zufolge: ein Teil Hellerns, östlich und westlich der Lengericher Landstraße.Mit Vorsicht zu genießen

Im Landkreis Osnabrück gibt es mehrere Gemeinden, die als Endlager infrage kommen. Dazu gehören unter anderem (teilweise): Hagen (insbesondere Natrup-Hagen), Georgsmarienhütte (insbesondere Kloster Oesede), Hasbergen, Bad Iburg, Bad Laer, Bad Rothenfelde, Hilter, Melle (insbesondere Wellingholzhausen), Bad Essen, Bohmte, Ostercappeln (insbesondere Venne), Bramsche, Rieste, Alfhausen, Merzen, Fürstenau, Ankum, Gehrde, Glandorf, Menslage, Quakenbrück.

Die Karte der BGE ist mit Vorsicht zu genießen: Letztlich ist es nicht mehr als eine geologische Karte Deutschlands. Im ersten Schritt sei die BGE lediglich in den Untergrund″ gegangen″, bestätigt BGE-Sprecher Sven Petersen auf Anfrage unserer Redaktion. Bislang habe die Bundesgesellschaft lediglich geprüft, welche Gebiete die Mindestanforderungen erfüllen. Dazu gehört, dass sie günstige geologische Voraussetzungen haben und kein Erdbebengebiet sind.

Elf Kriterien hatte die BGE für ihre Beurteilung der Gebiete für die Endlagersuche herangezogen. Für das Teilgebiet in unserer Region vergab sie neunmal das Prädikat günstig″, einmal bedingt günstig″ (Schutz des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs durch das Deckgebirge) und einmal nicht günstig″ (gebirgsmechanische Eigenschaften).

So heißt es am Ende des Kompakt-Steckbriefes zu dem Teilgebiet in unserer Region: Die Fläche des identifizierten Gebiets erscheint jedoch ausreichend groß, um einen einschlusswirksamen Gebirgsbereich von 10 Quadratkilometern (BT-Drs. 18/ 11398, S. 71) in einem Bereich ohne beeinträchtigende strukturelle Komplikationen im Deckgebirge zu realisieren. Die Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien lässt daher insgesamt eine günstige geologische Gesamtsituation für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle erwarten.″

Wer seine Wohnung oder sein Haus nun auf der Karte in einem potenziell möglichen Gebiet für ein Endlager findet, muss nun nicht damit rechnen, dass wir da nun mit Lastern ankommen″, versichert Petersen. Der am Montag vorgelegte Zwischenbericht sei der Anfang eines langes Prozesses. Wir stehen bei der Suche noch ganz am Anfang.″ Im nächsten Schritt werde die BGE Sicherheitsanalysen über Gesteinsformationen″ erarbeiten, so der Sprecher. Einen Zeitplan für unsere Region könne er noch nicht nennen.

Und dennoch, Petersen bekräftigt: Alle Regionen sind gleichrangig.″ Eine Besiedlung sei nicht ein absoluter Ausschlussgrund″ für ein Endlager. Im Moment wird noch nach der Geologie entschieden″, so Petersen. Wir suchen schließlich den sichersten Standort für eine Million Jahre.″ Dieser könne auch in mehreren Hundert Metern Tiefe unter einer Stadt liegen. Als Beispiel nennt der Sprecher den Schacht Konrad das stillgelegte Eisenerzbergwerk im Stadtgebiet Salzgitters, das für mehrere Milliarden Euro zum Endlager für atomaren Müll umgebaut wird.Online-Sprechstunde

Im weiteren Verlauf der Suche würde aber auch die Besiedlung eines potenziell geeigneten Standortes berücksichtigt, versichert der Sprecher. Wird es beispielsweise irgendwann womöglich nur noch drei potenzielle Standorte geben, von denen einer besiedelt ist, werde dieser wohl kaum zum Endlager.

Am Montag hatte die BGE ihren Zwischenbericht vorgelegt. Er umfasst etwa 90 sogenannte Teilgebiete mit einer Fläche von mehr als 240 000 Quadratkilometern also rund 54 Prozent des Bundesgebietes. Gorleben ist nicht dabei. Dafür wurde bekannt, dass Gebiete im Landkreis Osnabrück als Atommüllendlager geeignet seien.

Am 26. Oktober, 20 Uhr, veranstaltet das Bundesamt eine Online-Sprechstunde mit Experten für das Gebiet rund um Osnabrück, in dem Bürger ihre Fragen stellen können. Wegen der Corona-Pandemie findet die Sprechstunde im Internet auf dem Youtube-Kanal der BGE statt.

Bildtext:
Ein Endlager in respektive unter Hellern? Das ist sehr unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen.
Grafik:
dpa/ Sebastian Kahnert

Die Kriterien

Eine individuelle Bewertung für jedes identifizierte Gebiet erfolgte für Tongestein für die Kriterien 2 (Konfiguration), 3 (Charakterisierbarkeit), 4 (langfristige Stabilität) und 11 (Deckgebirge). Das Kriterium zur Bewertung der Konfiguration der Gesteinskörper″, das Kriterium zur Bewertung der räumlichen Charakterisierbarkeit″ sowie das Kriterium zur Bewertung der langfristigen Stabilität der günstigen Verhältnisse″ wurden mit günstig″ bewertet. Das Kriterium zur Bewertung des Schutzes des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs durch das Deckgebirge″ wurde mit bedingt günstig″ bewertet. Die Bewertung ergibt sich aus der bedingt günstigen Bewertung des Indikators Keine Ausprägung struktureller Komplikationen (zum Beispiel Störungen, Scheitelgräben, Karststrukturen) im Deckgebirge, aus denen sich subrosive, hydraulische oder mechanische Beeinträchtigungen für den einschlusswirksamen Gebirgsbereich ergeben könnten″. Quelle: BGE
Autor:
Jörg Sanders


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