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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Atommüll-Endlager im Landkreis Osnabrück?
Zwischenüberschrift:
Gebiete in der Region nach erstem Zwischenbericht geeignet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Teilgebiete im Landkreis Osnabrück kommen als Endlagerstandort für radioaktive Abfälle infrage. Das geht jetzt aus einem ersten Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hervor, so der Landkreis Osnabrück am Montag. Die BGE ist von der Bundesregierung beauftragt worden, ein Endlager für hoch radioaktive Abfälle zu suchen. Nach Prüfung der Mindestanforderungen sowie der festgelegten geowissenschaftlichen Abwägungskriterien hat die BGE festgestellt, dass innerhalb von Teilgebieten des Landkreises Osnabrück geologische Bedingungen herrschen, die eine Nutzung als Endlagerstandort möglich erscheinen lassen″, so der Landkreis weiter. Die Konflikte mit bestehenden anderen Nutzungen oder Schutzgebieten spielten in dieser Phase des Suchprozesses noch keine Rolle.

Bundesweit seien insgesamt etwa 90 sogenannte Teilgebiete ausgewählt worden. Sie umfassten eine Fläche von mehr als 240 000 Quadratkilometern, also rund 54 Prozent des Bundesgebiets. Nach Einschätzung des Landkreises könne daher aus dem Umstand, dass es auch im Osnabrücker Land Teilgebiete″ gebe, nicht auf eine hohe Wahrscheinlichkeit geschlossen werden, dass die in etwa einem Jahrzehnt durch den Bund zu treffende Standortentscheidung tatsächlich zu einem Endlagerstandort in der Region Osnabrück führen werde.Gorleben ist raus

Bemerkenswert: Gorleben ist raus. Der Salzstock im Wendland wird kein potenzieller Standort für ein deutsches Endlager für hoch radioaktiven Atommüll. Das hat die BGE ebenfalls bekannt gegeben. Dass der Südwesten so wie auch andere Teile Niedersachsens als mögliche Endlagerstandorte im Topf sind, das ist schon eine sehr schlechte Nachricht für die Menschen in unserer Region″, findet der grüne Landtagsabgeordnete Volker Bajus aus Osnabrück. Die Region, insbesondere das südliche Emsland, habe mit zwei Atomkraftwerken und einer Atomfabrik schon genug hochriskante Lasten dieses schwarzen Kapitels der deutschen Energiewirtschaft″ getragen. Bajus: Wir müssen auf einem transparenten und wirklich wissenschaftsbasierten Verfahren bestehen und dürfen uns nicht über den Tisch ziehen lassen, wie das bei früheren Standortentscheidungen der Fall war.″ Die Region sollte alle politischen Kräfte bündeln, um im weiteren Verfahren auf Augenhöhe mitdiskutieren zu können″.Polat fordert Transparenz

Filiz Polat aus Bramsche, Bundestagsabgeordnete (Bündnis 90/ Die Grünen), sieht es ähnlich: Entscheidend bei der Suche nach einem Endlager wird sein, dass sie nach wissenschaftlichen und nicht nach politischen Kriterien erfolgt, dass Bürgerinnen und kommunale Vertretungen von Anfang an beteiligt werden und dass jede Entscheidung des Verfahrens transparent und nachvollziehbar dargelegt wird.″

Polat selbst wird das weitere Verfahren der Endlagersuche eng begleiten und die Interessen ihres regionalen Zuständigkeitsbereiches als Bundestagsabgeordnete dabei vertreten. Sie ruft auch Bürgerinnen, Kommunalverterter, Bürgermeister und Landrätinnen auf, sich nun in den Prozess einzubringen.

Die Bundesregierung beabsichtigt, den Suchprozess bis zum Jahr 2031 abzuschließen und bis dahin einen geeigneten Standort für ein zentrales deutsches Endlager zum Verbleib des hoch radioaktiven Atommülls gefunden zu haben. Vertreter des Landkreises hätten bereits 2015 die Fachbehörden des Landes darauf hingewiesen, dass die regionalen Tonsteinvorkommen aufgrund der nur geringen Mächtigkeit und vorhandener geologischer Störungen für ein Endlager nicht infrage kämen. Das sei auch der Grund dafür, dass Fracking hier nicht möglich ist, berichtete Landrätin Anna Kebschull am Montag dem Kreistag. Aus Sicht der BGE geeignete Gebiete befänden sich im südlichen Landkreis, im Wittlager Land und im nördlichen Landkreis Osnabrück, so Kebschull. Auch die Grafschaft Bentheim ist betroffen.Landkreis bleibt am Ball

Der Landkreis will sich in den Suchprozess weiterhin intensiv und kritisch einbringen. Ein erster wichtiger Termin hierfür sei die vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung für den 17. und 18. Oktober in Kassel angekündigte Fachkonferenz Teilgebiete″, in der die Inhalte des Zwischenberichtes zunächst der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen.

Bildtext:
Auch Teilbereiche im Osnabrücker Land kommen laut Zwischenbericht als Endlager infrage.
Symbolfoto:
dpa/ Uwe Anspach
Autor:
Michael Schwager


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