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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Dieser Park ist absolut einzigartig″
Zwischenüberschrift:
Mit der Planerin im Bürgerpark
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Der Osnabrücker Bürgerpark ist mit seiner Randlage für viele Bürger der Stadt ein Ort, an dem sie noch nie gewesen sind. Zu Unrecht!″, sagt Silke Nestler, in deren Leben der Park schon eine wichtige Rolle spielte, bevor sie sich beruflich um ihn gekümmert hat.

Spätestens auf der Bürgerwiese, dem Zentrum des Osnabrücker Bürgerparks, wird klar, dass es für diesen Ort keinen besseren Ansprechpartner als Silke Nestler gegeben hätte. Ich bin hier als Kind Schlitten gefahren! Da vorne war die Todeskurve, und danach ging es hier den ganzen Hang runter.″

Noch nicht lange ist sie als Fachplanerin im Unterhalt der Osnabrücker Grünanlagen tätig, vorher arbeitete sie in ähnlicher Funktion bei der Stadt Bramsche. Doch als Privatperson kennt und nutzt Silke Nestler den Bürgerpark schon seit Jahrzehnten. Ich habe hier als Kind regelmäßig gespielt, das ist für mich Heimat!

Die junge Silke hätte nie erwartet, dass sie viele Jahre später auf ihrer Schlittenbahn stehen und von Dingen wie Sichtachsen sprechen würde. Man kann hier wahnsinnig weit schauen! Und um das auch möglich zu machen, haben wir die alten Linden beschnitten″, erklärt sie beim Blick hinab von der Bürgerwiese.

Der Bürgerpark ist der älteste öffentliche Park in Osnabrück, seit mehr als 100 Jahren sind die knapp sieben Hektar Wald und Wiesen ein Erholungsort für die Bürger der Stadt. Was diesen Ort vor allem ausmacht, ist vermutlich das Gefälle. Denn der Park liegt auf dem Gertrudenberg, flache Strecken über mehr als 20 Meter findet man kaum, dafür reichlich steile Anstiege. Hier gibt es viele exponierte Höhen und auch eine sehr geringe Humus-Dichte″, sagt Silke Nestler. Direkt darunter sind ja die Gertrudenberger Höhlen!

Beim Gang über ihre alte Schlittenbahn fällt auf, dass einige Osnabrücker hier gegrillt und die verbrannte Kohle zurückgelassen haben. Erlaubt ist das natürlich nicht, die Satzung der Stadt schreibt einen angemessenen Abstand der heißen Grillkohle zum Boden vor. Das sei natürlich nicht schön, sagt Sandra Nestler. Andererseits zeige es, dass der Bürgerpark genutzt werde und eben nicht das von den Bürgern der Stadt missachtete Stiefkind ist, als das er manchmal bezeichnet wird.

Um diesen Park zu missachten, ist er auch wirklich viel zu hübsch, und der hübscheste Ort ist ohne Zweifel der alte Rosengarten. Hier haben wir ganz bewusst wirklich nur gepflanzt, was schön aussieht″, sagt Silke Nestler. Natürlich ziehe man grundsätzlich einheimische Pflanzen vor, natürlich spiele es normalerweise eine Rolle, ob Blumen pflegeleicht sind aber hier nicht. Die namensgebenden Rosen sind in diesem Abschnitt am westlichen Ende des Parks zwar kaum noch vorhanden, dafür der prächtige Purpursonnenhut, auch bekannt als Echinacea, oder Fackellilien der Sorte Vesuv.

Am liebsten würde Silke Nestler noch ein paar mehr Stellen im Bürgerpark aufwendig und schön gestalten allein, es fehlt das Geld. Früher hat die Stadt noch deutlich mehr in den Unterhalt investiert, die Zahl der Angestellten, die für den Park verantwortlich waren, sei deutlich größer gewesen. Nichtsdestoweniger soll möglichst noch in diesem Jahr der oberhalb der Bürgerwiese gelegene Teich erneuert werden. Als Kind bin ich hier Schlittschuh gelaufen! Ich spreche immer von , Ententeich′, dabei ist es eigentlich ein Goldfischteich″, sagt Silke Nestler. Enten sind derzeit auch keine da, Goldfische schon, besonders viele sieht man in dem trüben Wasser allerdings nicht. Das war hier mal ein wunderschöner Ort, hier wurden Hochzeitsfotos gemacht!″, sagt Silke Nestler.

Vandalismus am Teich

Es fällt nicht schwer, sich das vorzustellen, noch immer ist der Teich ein schöner Ort, der zum Pausieren einlädt. Leider wurden Bodenplatten von der Randbefestigung herausgerissen und in den Teich geworfen. Wir hoffen jedenfalls, dass wir die Platten im Teich wiederfinden und dann die Befestigung damit neu anlegen können.″ Eine neue Bank wäre ebenfalls schön, und auch an weiteren Ideen mangelt es nicht.

An der Rückseite des Teichs summt und brummt es, die Randbepflanzung ist ein Paradies für Insekten, und Silke Nestler kommt ins Schwärmen. Das ist Bistorta″, sagt sie und greift beherzt in die in wunderschön rosarot blühende Pflanze, die besser bekannt ist als Kerzenknöterich. Und hier haben wir noch die Schaumblüte, das Tafelblatt und den Kandelaber-Ehrenpreis! Das bunt gemischte Beet und die vielen Insekten bereiten Silke Nestler große Freude, so stellt sie sich einen Park vor. Hier sieht man auch noch Brennnesseln! Ganz wichtig für Schmetterlinge, die sollte man auf keinen Fall einfach alle rausrupfen!

Im Grunde ist Silke Nestler mit dem Zustand des Bürgerparks sehr zufrieden. Ein bisschen mehr Geld im Haushalt wäre schön, dann könnte man das Erholungsgebiet am Rand der Stadt noch mehr herausputzen. Und der Buchsbaumzünsler, ein aus Ostasien eingeschleppter Schmetterling, nervt. Der hat uns hier die ganzen Buchsbaumhecken zerstört.″ Am Gesamturteil ändert das aber nichts: Dieser Park ist im Stadtgebiet absolut einzigartig, etwas Ähnliches haben wir nicht!

Bildtexte:
Der knapp sieben Hektar große Bürgerpark ist einzigartig in Osnabrück. Silke Nestler, die für die Planung und Bepflanzung verantwortlich ist, hat schon als Kind hier gespielt.
Der Goldfischteich oberhalb der Bürgerwiese ist ein bisschen heruntergekommen und soll noch in diesem Jahr wieder auf Vordermann gebracht werden.
Die Bürgerwiese, Zentrum des Bürgerparks und beliebter Treffpunkt nicht zuletzt für Yoga-Gruppen. " Früher, vor dem Klima-Wandel, konnte man hier im Winter noch Schlitten fahren", sagt Silke Nestler.
Der alte Rosengarten ist das Prachtstück des Bürgerparks. Hier wird laut Silke Nestler ganz bewusst geprotzt, es ist das Prunkstück des Bürgerparks.
Fotos:
Hendrik Steinkuhl
Autor:
Hendrik Steinkuhl


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