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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kamera im toten Winkel
Zwischenüberschrift:
Abbiegeassistent für E-Busse – und was ist mit den alten Dieseln?
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Wer in Osnabrück neben einem brandneuen E-Bus der Stadtwerke läuft oder radelt, hat vielleicht Glück: Die 19-Meter-Riesen verfügen über Tote-Winkel-Kameras, die das Unfallrisiko beim Rechtsabbiegen mindern können. Ältere Busse, vor allem Diesel, müssen ohne so ein Assistenzsystem auskommen. Warum?

Zum Schutz vor Unfällen mit Radfahrern und Fußgängern stattet der Osnabrücker Verkehrsbetrieb seine neuesten Elektrobusse mit Abbiegeassistent aus. Der Einbau erfolgt ab Werk. Die Kosten für insgesamt 49 batteriebetriebene Gelenkzüge, von denen die ersten bereits im Einsatz sind und die letzten Ende 2021 geliefert werden sollen, betragen knapp 75 000 Euro. Bewährt sich das System im täglichen Betrieb, rüsten wir auch unsere 13 älteren E-Busse dieses Typs damit nach″, verspricht Chef André Kränzke.

So weit, so gut. Doch stellt sich die Frage, warum die Stadtwerke nicht gleich ihrem kompletten, 100-teiligen Fuhrpark also auch den bislang noch zahlreichen Dieselbussen dieses anscheinend preiswerte und möglicherweise lebensrettende technische Helferlein spendieren?

Das hat zwei Gründe″, erklärt das Unternehmen auf Anfrage unserer Redaktion. Erstens: Bei den neuen E-Gelenkbussen handele es sich um ein serienreifes Abbiegeassistenz-System, das bereits bei der Fahrzeugfertigung installiert wird. Für die Dieselbusse wären Nachrüstsätze erforderlich, deren Wirksamkeit derzeit nicht vollends geklärt ist″, sagt Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer.

Zweitens befinde sich der Flottenaustausch in vollem Gange. Das bedeutet: Für jeden angeschafften E-Bus wird ein älterer Dieselbus ausgemustert. Hörmeyer: Von daher ist es zielführender, das System in die neuen E-Busse ab Werk einzubauen, anstatt Dieselbusse, die nach und nach außer Betrieb gehen, mit noch nicht ausgereiften Nachrüstsätzen auszustatten.″

Osnabrücker Spediteure aus dem Aktionsbündnis Allianz für Sicherheit″ sind da schon etwas weiter. Seit 2018 gibt es eine freiwillige Selbstverpflichtung von City-Logistikern, alle regelmäßig innerhalb des Wallrings verkehrenden Fahrzeuge ab 7, 5 Tonnen mit Abbiegeassistenten nachzurüsten. Neue Lastwagen werden gleich mit einem solchen System an Bord bestellt.

Laut dem Bündnis verfügen in Osnabrück mittlerweile mehr als 250 und somit fast alle Lkw der teilnehmenden Unternehmen über Tote-Winkel-Kameras. Eine europaweite schrittweise verpflichtende Einführung von Abbiegeassistenten ist nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums erst ab Juli 2022 für neue Fahrzeugtypen und ab Juli 2024 für neue Fahrzeuge vorgesehen.

Bildtext:
Alles im Blick: Bewegt sich ein Radfahrer oder Fußgänger im toten Winkel eines rechtsabbiegenden E-Busses, wird dem Busfahrer dies auf einem Monitor über der Vordertür angezeigt. Zusätzlich ertönt ein Warnsignal.
Im toten Winkel: Verkehrsbetriebsleiter André Kränzke appelliert an alle Radfahrer, hinter schweren Fahrzeugen wie Bussen und Lastwagen zurückzubleiben und so der Gefahr eines Abbiegeunfalls aus dem Weg zu gehen.
Dieses Kameraauge an der rechten Fahrzeugseite überwacht den toten Winkel des E-Busses.
Fotos:
Jörn Martens
Autor:
Sebastian Stricker


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