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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Von Aufwertung kann keine Rede sein
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zu den Artikeln Wohnen, wo andere protestieren″ (Ausgabe vom 22. August) und CDU will in Osnabrück auch weiterhin auf Einfamilienhäuser setzen″ (Ausgabe vom 28. August).

Ich möchte einer derartigen Abwertung von Ackerflächen im Zusammenhang mit dem Neubauvorhaben Windhorststraße deutlich widersprechen. Acker liefert uns unsere wichtigste Grundlage: Lebensmittel. Eine Ackerfläche würde sich bei ökologischer Bewirtschaftung in kürzester Zeit in eine artenreiche und für Pflanzen und Tiere wertvolle Fläche entwickeln. Und genau diese Flächen sind für die Klimaregulierung der Stadt so wichtig. Stellt die CDU diese Funktionen infrage? Die Realisierung von Wohnbebauung auf Ackerflächen bedeutet großflächige Vollversieglung. Das heißt konkret, dass diese Bereiche unwiderruflich und vermutlich für Generationen als Lebensraum für Pflanzen, Tiere und gerade auch für den Menschen verloren sind.

Wenn ich mir die heutigen privaten Gärten ansehe, dann bestehen diese zunehmend aus Schotterbeeten oder gleich einer Vollversiegelung des Vorgartens, damit auch das zweite und dritte Auto abgestellt werden kann. Als Grundstückseinfriedungen werden Kirschlorbeer oder Lebensbaum verwendet, die für Tiere weitgehend wertlos, hier nicht heimisch sind und im Übrigen oftmals durch B-Plan-Festsetzungen gar nicht gepflanzt werden dürften. Es zeigen sich monotone Rasenflächen, die dank Mähroboter nun noch öfter gemäht werden und damit auch keinen Lebensraum mehr für Insekten bieten. Von einer deutlichen Aufwertung des Ackers zum Wohngebiet kann hier sicher nicht die Rede sein. Im Stadtgebiet gibt es zahlreiche voll versiegelte Flächen, zum Beispiel große Parkplätze von Verbrauchermärkten, Garagenhöfe, Parkstreifen, die einzig dem Abstellen von Pkw dienen und im Falle der Verbrauchermarktparkplätze nur zu circa 50 Prozent des Tages genutzt werden. Hier räumen wir dem Pkw mehr Gewicht ein als der Schaffung von Wohnraum für den Bürger. Stattdessen sollen nun hochsensible und über Jahrzehnte bewusst frei gehaltene Stadtrandflächen bebaut werden. Was man heute mindestens erwarten kann, ist die Entwicklung von in hohem Maße nachhaltigen und innovativen Neubaugebieten. Darauf wartet man in Osnabrück bisher vergebens.″

Dorothea Ludwig
Osnabrück
Autor:
Dorothea Ludwig


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