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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bismarck, Blut und Eisen
Zwischenüberschrift:
Osnabrück in der Zeit der Preußen: Französisches Infanteriegewehr als Kriegsbeute
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Preußens Ministerpräsident Bismarck führte ohne Skrupel drei Kriege, um einen deutschen Nationalstaat zu schaffen. Nach Dänemark (1864) und Österreich (1866) besiegte Preußen 1870/ 71 gemeinsam mit seinen Verbündeten Frankreich. Aus dem deutsch-französischen Krieg stammt das französische Infanteriegewehr, das als Kriegsbeute nach Osnabrück gelangte.

Die preußische Politik hatte auch Auswirkungen auf Osnabrück. Im Krieg gegen Österreich hatte Preußen 1866 das Königreich Hannover annektiert. Aus dem hannoverschen Landdrosteibezirk Osnabrück wurde so der preußische Regierungsbezirk Osnabrück in der Provinz Hannover. Die Errichtung des deutschen Kaiserreiches mit Blut und Eisen″, wie Bismarck seine Politik nannte, führte dazu, dass in der folgenden wilhelminischen Gesellschaft dem Militär eine besondere Stellung eingeräumt wurde.
In dieser Zeit wuchs die Bedeutung Osnabrücks als Garnisonsstadt. Anders als in Mittelalter und früher Neuzeit, als die Stadt noch ihre eigene Bürgerwehr besessen hatte, war die Verteidigung jetzt ausschließlich Aufgabe des Staates. Auf dem Westerberg entstanden moderne Kasernengebäude. 1899 wurde die nach Reichskanzler Caprivi benannte Infanteriekaserne bezogen. 1903 wurde die Artilleriekaserne fertiggestellt. Die trutzige Architektur beherrschte die Stadt gleich mittelalterlichen Burganlagen.
Die Erinnerung an die sogenannten Einigungskriege wurde durch nationale Feiern wie den Sedantag (2. September), Straßenbezeichnungen am Westerberg nach Generälen und Schlachtorten oder die diversen Denkmäler wach gehalten. Bereits 1871, unmittelbar nach Ende des deutsch-französischen Krieges, plante ein Komitee die Errichtung eines Denkmals für die Osnabrücker Gefallenen. 1880 wurde es auf dem Neumarkt eingeweiht.
Seine Säule bekrönte eine Germania. 1899 folgte das Kaiser-Wilhelm-Denkmalauf dem Goetheplatz. Das bronzene Reiterstandbild widmeten die Osnabrücker Bürger dem 1871 in Versailles ausgerufenen deutschen Kaiser Wilhelm I. (1797–1888).
Während das Kaiserdenkmal im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, blieb das Kriegerdenkmal auf dem Straßburger Platz weitgehend erhalten. Es war bereits 1928 aus verkehrstechnischen Gründen dorthin versetzt worden. Anstelle der im Krieg eingeschmolzenen Germania entwarfen Schüler des Ratsgymnasiums 2003/ 04, unterstützt durch das Förderprogramm Denkmal aktiv Kulturerbe macht Schule″, die Skulptur Schützende Torsion″. Das von Auszubildenden der Firma Karmann aus feuerverzinktem Karosserieblech geformte Kunstwerk lädt heute die Passanten am Westerberg dazu ein, über die Folgen von Krieg und Militarismus nachzudenken.
Das französische Infanteriegewehr im Kulturgeschichtlichen Museum ist ein Dokument der Zeit, die Osnabrück in den deutschen Nationalstaat führte. Es handelt sich um das Modell 1854 vom Kaliber 18 mm, das 1857 in der französischen Waffenschmiede Kaiserliche Manufaktur Mutzig″ produziert wurde.

Bildtext:
Ein französisches Infanteriegewehr steht in der Sammlung Stadtgeschichte für das preußische Kapitel in Osnabrück.
Foto:
Klaus Lindemann
Autor:
Thorsten Heese


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