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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Drei Religionen machen gemeinsam Schule
Zwischenüberschrift:
Zum nächsten Schuljahr: Juden, Christen und Muslime lernen unter einem Dach
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Der erste Schultag ist schon festgelegt: Am 5. September wird die Drei-Religionen-Grundschule″ in der Neustadt gleich neben der Johanniskirche starten, mit vorerst 18 Kindern in einem Jahrgang.

Der Name ist zwar Programm, aber doch etwas kompliziert. Spätestens, wenn die noch bestehende Johannisschule als katholische Bekenntnisgrundschule in städtischer Trägerschaft ausgelaufen sein wird, soll die Neugründung des Bistums aber den Namen Johannisschule weitertragen, so kündigte Winfried Verburg für die Schulstiftung des Bistums Osnabrück gestern bei der Vorstellung des Konzepts dieser neuen interreligiösen Grundschule an.

18 Kinder

Juden, Christen und Muslime machen gemeinsam Schule, so lautet kurzgefasst das religionspädagogische Konzept der neuen Grundschule in Trägerschaft des Bistums Osnabrück. Sein Kerngedanke: Kinder der drei großen Weltreligionen sollen ihren Glauben als gleichwertig, aber nicht gleichartig″ erfahren, wie Verburg sagte, und indem sie mehr über den anderen erfahren, gleichzeitig ihre Dialogkompetenz″ in Glaubensdingen stärken.
Dies geschieht zum Beispiel bei religiösen Festen. In dem die im jeweiligen Religionsunterricht erarbeiteten Ergebnisse den anderen Lerngruppen vorgestellt würden, werde die neue Grundschule der Religiosität der Kinder einen festen Platz im Alltagsleben geben. Dieses Konzept drücke sich auch im Logo der neuen Schule aus: Es zeigt ein Kreuz, die jüdische Menora und den Halbmond als Symbol islamischer Glaubenspraxis in einem offenen grünen Kreisbogen, der die Schöpfung verkörpert.
18 Kinder wurden für denersten Jahrgang der Drei-Religionen-Grundschule angemeldet. Neben neun katholischen Kindern sind es fünf Muslime und ein jüdisches Kind sowie jeweils ein evangelisches, serbisch-orthodoxes und ein Kind ohne Bekenntnis, das aber nach dem Willen der Eltern am katholischen Religionsunterricht teilnehmen soll. Dieses Zahlenverhältnis decke sich nicht ganz mit den Erwartungen, sagte Verburg gestern unumwunden, es sei aber auch darauf zurückzuführen, dass zwei Kinder ausder jüdischen Gemeinde vorerst zurückgestellt wurden und jetzt im folgenden Jahr eingeschult werden sollen. Generell werde der Anteil jüdischer Kinder nach der Gründung eines jüdischen Kindergartens in Zusammenarbeit mit der Barbara-Gemeinde noch steigen, sagte Verburg. Angestrebt wird eine Zweizügigkeit der Schule. Grundsätzlich gehe das Konzept von einer Drittel-Parität der beteiligten Religionen aus, erläuterte der Leiter der bischöflichen Schulabteilung. Wenn diese nicht ausgeschöpft werde, so könnten freie Plätze unter den beiden anderen Religionen aufgeteilt werden.
Neben dem Konzept stellte das Bistum gestern auch das Kollegium der neuen Drei-Religionen-Grundschule″ vor. Schulleiterin wird die aus Bersenbrück stammende Lehrerin Birgit Jöring (37), die derzeit noch an einer Grundschule in Oldenburg unterrichtet. Zuvor studierte sie Deutsch, Mathematik und katholische Religion für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen in Kiel. Außerdem wird das Kollegium zunächst von Simone Vogelsang (katholische Religion und Sachunterricht), Annett Abdel-Rahman, die den neuen Studiengang für islamische Religionspädagogik an der Uni Osnabrück absolviert hat, und Sebastian Hobrack als Lehrer für jüdische Religion gebildet. Das Interesse an dieser neuen Schulform sei groß gewesen, sagte Verburg, man habe aus zahlreichen Bewerbern auswählen können.

Dialogfähig

Kinder und Jugendliche in einer bunter werdenden Gesellschaft auch in Glaubensdingen dialog fähig zu machen, dieses Ziel habe sie besonders zur Arbeit an derneuen Grundschule motiviert, sagten auch Birgit Jöring sowie Annett Abdel-Rahman. Sie habe drei Kinder, die eine öffentliche Schule besuchen, berichtete zum Beispiel Annett Abdel-Rahman, aber nicht eines habe bislang mit der Klasse einmal eine Synagoge oder Moschee besucht: Viele Lehrer haben nicht das Wissen, über fremde Religionen zu reden, ohne den anderen zu verletzen.″

Bildtexte:
Leiterin der Johannisschule: Birgit Jöring.
Das Logo der Drei-Religionen-Schule.
Foto:
Parton, dpa/ epd
Grafik:
Neue OZ/ Langer
Autor:
Frank Henrichvark


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