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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Möser-Wohnprojekt kommt voran
 
Möser-Wohnprojekt rückt zwei Schritte näher
Zwischenüberschrift:
Mit allen Mietern geeinigt / Im Sommer 2021 soll der Abriss beginnen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Das Meppener Familienunternehmen Pro Urban ist mit den Planungen für den Bau eines innovativen Wohnprojektes mitten in Osnabrück große Schritte vorangekommen. Kommende Woche will die Stadt den Bebauungsplan auf den Weg bringen. 375 Wohnungen sollen an der Möserstraße entstehen.

Osnabrück Es geht zwei Schritte voran mit dem 70-Millionen-Projekt an der Möserstraße in Osnabrück. Investor Pro Urban hat sich mit allen Mietern geeinigt. Und auch die knifflige Frage, wie hoch der Anteil der Sozialwohnungen sein soll, scheint einer Lösung nahe. Am 3. September ist es an der Politik, die Weichen zu stellen.

Das mittelständische Familienunternehmen aus Meppen plant im Herzen von Osnabrück ein innovatives Wohnprojekt mit 381 Appartements. Rathaus und Ratsfraktionen unterstützen das ungewöhnliche Konzept, das sich an Studenten, Senioren und Berufspendler richtet. Doch es gab auch Widerstände: Eine Mieterin, die seit 27 Jahren in einer Dachwohnung an der Georgstraße lebt, wehrte sich gegen einen Auszug. Sie hält es grundsätzlich für fragwürdig, wenn Investoren mit viel Geld komplette Viertel aufkaufen und alteingesessene Mieter vertreiben. Osnabrück solle nicht so werden wie Berlin und Hamburg″, sagte sie.

Inzwischen ist der Konflikt beigelegt. Investor und Mieterin haben sich auf eine Ablösesumme geeinigt, über deren Höhe alle schweigen. 73 000 Euro hatte die Mieterin ursprünglich verlangt. Die tatsächliche Summe dürfte sehr weit darunter liegen. Carsten Wanzelius, der als Geschäftsführer des Mietervereins zwei Mietparteien in den Verhandlungen mit Pro Urban vertrat, sagt: Für unsere Mitglieder hat es sich gelohnt. Die Entschädigung liegt erheblich über den üblichen Sätzen.″

Aber auch Pro-Urban-Geschäftsführer Raphael Wellen ist zufrieden. Ihm sei wichtig gewesen, zu einer vernünftigen Einigung″ mit den Mietern zu kommen. Das sei dank der professionellen Arbeit″ des Mieterverein-Geschäftsführers schließlich gelungen. Pro Urban habe mit allen 30 Mietparteien faire Lösungen″ gefunden. Die Mieter müssen bis spätestens Ende Februar 2021 ihre Wohnungen räumen, können aber auch ohne Kündigungsfristen jederzeit vorher das Haus verlassen.

Ein Teil der gewerblichen Mieter ist bereits ausgezogen oder gerade mit dem Auszug beschäftigt. Deren Mietverträge waren befristet. Als letzte Geschäfte werden voraussichtlich Tedi und Kik ausziehen, die Teile des früheren C& A-Ladens an der Möserstraße bis Ende April 2021 nutzen können. Der Zeitplan sieht vor, dass im Juni oder Juli 2021 der Abriss beginnt. Der Neubau soll Ende 2021 oder im Frühjahr 2022 starten vorausgesetzt, der Rat der Stadt gibt grünes Licht.

Am kommenden Donnerstag, 3. September, wird sich die Politik erstmals in öffentlicher Sitzung mit dem Projekt befassen. Auf der Tagesordnung des Stadtentwicklungsausschusses steht die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans (Nr. 659). In diesem Bauleitverfahren wird die Öffentlichkeit beteiligt, werden die Details der Bauplanung geprüft, Anregungen und Bedenken gesammelt und abgewogen. Parallel dazu erarbeitet der Investor den Bauantrag. Am Ende des Prozesses steht der Abschluss eines Durchführungsvertrages zwischen Pro Urban und der Stadt, der Bestandteil des Bebauungsplans wird.

Tauziehen um Sozialquote

In dem Durchführungsvertrag wird dann auch stehen, wie hoch der Anteil der Wohnungen mit Sozialbindung (maximal 7, 20 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter) zu sein hat. Die Vorstellungen der Stadt und des Investors hatten anfangs ziemlich weit auseinandergelegen. Für dieses Quartier ist nach dem 2017 verabschiedeten Handlungskonzept bezahlbarer Wohnraum″ eine Sozialquote von etwa 22 Prozent vorgeschrieben. Die Stadt befürchtete, mit einer Abweichung einen Präzedenzfall zu schaffen, auf den sich andere Investoren berufen könnten. Wir haben eine gute Lösung gefunden, die übertragbar ist auf vergleichbare Fälle″, sagte Stadtbaurat Frank Otte nun auf Nachfrage unserer Redaktion.

In dem Dreieck zwischen Möserstraße und Georgstraße will Pro Urban 381 Kleinstwohnungen für Senioren, Studenten und Berufspendler bauen. Die Appartements sollen 24 bis 30 Quadratmeter groß und voll möbliert sein. Im Erdgeschoss werden Serviceeinrichtungen untergebracht, die den Bewohnern das Leben angenehm machen, aber auch jedem anderen offenstehen. Dazu gehören ein Restaurant, eine Tagespflege, Fitness- und Sportfläche, Lounge und Aufenthaltszone, eine Wäscherei und ein begrünter Innenhof. Die Liegenschaften der Sparkasse bleiben von den Plänen unberührt.

Der Investor aus Meppen will die Serviceeinrichtungen selbst betreiben, auch das Restaurant. Unter dem Dach der Pro Urban AG führt das Familienunternehmen zwei Holdings. Eine Holding vereinigt fünf Unternehmen, die Immobilien entwickeln, realisieren, betreiben und haushaltsnahe Dienstleistungen anbieten. Daneben bietet die Pro Talis Holding Seniorenbetreuung und - pflege an. Vergleichbare Projekte hat Pro Urban in Düsseldorf, Münster, Meppen und Nordhorn realisiert.

Bildtexte::
Ein neuartiges Wohnprojekt soll im Herzen von Osnabrück entstehen. Mit den bisherigen Mietern konnte jetzt eine Einigung erzielt werden. Oben die Vision für die Georgstraße, unten die Ansicht auf die bestehende Ecke Möserstraße/ Georgstraße (links) und auf den anvisierten Neubau (rechts).
Grafiken:
Pro Urban
Foto:
Michael Gründel.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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