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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Jahrmarkt verlegen? Pro und Kontra
 
Soll der Jahrmarkt auf den Neumarkt?
Zwischenüberschrift:
Vorschlag des Schaustellerverbandes stößt auf Skepsis, aber auch auf Wohlwollen
Artikel:
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Originaltext:
OSNABRÜCK. Das wäre mal ein ganz anderer Jahrmarkt: Wenn die Schausteller das Sagen hätten, würde der Neumarkt zum Rummelplatz, mit dem Neuen Graben und der Wittekindstraße von der Osnabrückhalle bis zum Berliner Platz. Fachleute sind skeptisch, weil sie Beeinträchtigungen für den Busverkehr, die Parkhäuser, den Einzelhandel und das Leben in der Innenstadt befürchten.
Zurückhaltend äußern sich auch die Sprecher der meisten Fraktionen im Stadtrat. Dabei wird die Verlegung von der Halle Gartlage in die Innenstadt nicht als Allheilmittel angesehen, um den Jahrmarkt wieder attraktiver zu machen. Neben vielen Vorbehalten gibt es aber auch Sympathien für einen Jahrmarkt auf dem Neumarkt vor allem bei denen, die den Platz autofrei haben wollen.

OSNABRÜCK. Soll der Jahrmarkt demnächst auf dem Neumarkt stattfinden? Otto Cornelius, der Vorsitzendedes Schaustellerverbandes, würde am liebsten das 1000 Meter lange Straßenstück zwischen der Osnabrückhalle und dem Berliner Platz zur Rummelmeile erklären. Keine gute Idee, meint der Einzelhandel, könnte man ausprobieren″, heißt es aus der Politik.

Eine Chance räumt Oliver Mix dem Vorschlag zwar ein, der Geschäftsführer der Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH (OMT) hält den Aufwand für eine Sperrung von Neumarkt, Wittekindstraße und Neuem Graben allerdings für immens. Schon die 48 Stunden für das Karmann-Festival seien eine Riesen-Herausforderung gewesen, schon wegen der Bedarfsumleitung für den Autobahnverkehr, aber auch wegen der Busse und Parkhäuser. Eine Sperrung für zehn Tage könne er sich kaum vorstellen, sagt Mix. Denn nicht alles, was machbar sei, sei auch bezahlbar. Viele offene Fragen müssten noch beantwortet werden. Sehr zurückhaltend beurteilen auch die Stadtwerke den Vorschlag des Schaustellerverbandes. Der Neumarkt ist das zentrale Nervensystem für Osnabrück und das Osnabrücker Land″, sagt Wigand Maethner, zuständig für Marketing Verkehr. Ob ja oder nein das ließe sich erst beantworten, wenn ein tragfähiges Konzept auf dem Tisch liege. Die Stadtwerke seien auf jeden Fall gesprächsbereit. Sehr skeptisch äußert sich Mechthild Möllenkamp, die Präsidentin des Handelsverbandes Osnabrück-Emsland. Sie rechnet vor, dass die Neumarkt-Sperrung mit Auf- und Abbau 14 Tage dauern würde. Probleme für den Einzelhandel und seine Kunden erwartet sie, weil Parkhäuser abgeschnitten und Busse umgeleitet werden müssten. Ein Jahrmarkt im Herzen der Stadt sei auch im Hinblick auf Sicherheitsvorschriften und Lärmschutz schwierig. Zudem stelle sich die Frage, ob die fehlende Attraktivität des Jahrmarkts am Standort liege oder vielleicht auch auf die hohen Preise zurückzuführen sei. Wohlwollender klingen einige Reaktionen aus der Politik. CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde hält den Vorschlag von Otto Cornelius immerhin für diskussionswürdig″. Eine Verlegung in die Innenstadt dürfe aber nicht unzumutbare Lärmbelästigungen nach sich ziehen, etwa für die Bewohner des Altenheims am Ledenhof. Die Stadtverwaltung müsse prüfen, ob ein Innenstadt-Jahrmarkt machbar sei, meint Brickwedde.Test für den Neumarkt Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Henning kann verstehen, dass die Schausteller von der Halle Gartlage wegwollen″. Wenn es zu einer Verlagerung an den Neumarkt komme, könne das nur für die Fahrgeschäfte gelten, nicht für die Wohnwagen. Zudem müssten die Parkhäuser erreichbar bleiben. Wenn das alles sichergestellt sei, könne man über den Vorschlag reden, sagt Henning. Zurückhaltend äußert sich auch Michael Hagedorn von den Grünen. Er ist skeptisch, ob der Jahrmarkt allein durch den Standortwechsel auf eine größere Akzeptanz stoßen würde. Gleichwohl kann Hagedorn dem Vorschlag etwas abgewinnen, weil die Grünen für eine Sperrung des Neumarkts für den Autoverkehr eintreten: Es wäre interessant zu sehen, wie sich das Ganze dann entwickelt.″ Warum nicht versuchen? Ich finde die Idee gut″, sagt Maria-Theresia Sliwka von der FDP, so ein Volksfest gehöre mitten in die Stadt wie in Münster oder Haarlem. Der Jahrmarkt biete sich als Test für eine Neumarkt-Sperrung an. Ob das auf Dauer funktioniere, müsse geprüft werden. Zustimmung kommt von Wulf-Siegmar Mierke, der die Gruppe UWG/ Piraten vertritt: Warum sollte man es nicht einmal versuchen?″, meint der UWG-Politiker. Ertritt dafür ein, den Jahrmarkt testweise in die Innenstadt zu verlegen und vor einer endgültigen Entscheidung die Erfahrungen auszuwerten. Schon aus diesem Grund hat Mierke Sympathie für den Vorschlag: Wir befürworten, den Neumarkt ganz dicht zumachen.″ Von einer sympathischen Idee″ spricht Christopher Cheeseman von der Linken. Umsetzbar sei der Vorschlagaber erst, wenn der öffentliche Nahverkehr besser ausgebaut sei. Gegenwärtig sei eine Sperrung des Neumarkts den Anwohnern des Wallrings nicht zuzumuten.

Bildtext:
Der Jahrmarkt gehört in die Innenstadt″, meint der Schaustellerverband. Bislang drehen sich die Fahrgeschäfte an der Halle Gartlage.
Foto:
Trine I. Martinsen
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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