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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Hotelprojekt droht zu scheitern
 
Tauziehen um Sportarena-Projekt
Zwischenüberschrift:
Nachbarn erheben Widerspruch / Schmeißt der Investor hin?
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Der Bau eines Hotels im ehemaligen Sportarena-Gebäude am Osnabrücker Neumarkt steht auf der Kippe. Nachbarn haben vorsorglich Widerspruch gegen die geplante Überschreitung der Baugrenze eingelegt. Eine Begründung liegt der Stadt noch nicht vor. In dem leer stehenden Sporthaus will die Hamburger Centro-Gruppe ein Zwei-Sterne-Hotel unter dem Markennamen Ninety-Nine″ eröffnen. Ohne Zustimmung der Nachbarn ist es aber nicht möglich, den Entwurf umzusetzen, der sich vor zwei Jahren in einem Architektenwettbewerb durchgesetzt hatte. Er sei sehr an einer Einigung interessiert, sagte ein Nachbar unserer Redaktion. Investor Theodor Bergmann hält eine Änderung der Pläne für unmöglich und lässt erkennen, dass er im schlimmsten Fall das Millionenprojekt fallen lassen wird.

Osnabrück Am Osnabrücker Neumarkt gerät ein weiteres Projekt ins Stocken: Der Umbau des ehemaligen Sportarena-Gebäudes stößt auf den Widerstand von Nachbarn. Ein zähes Tauziehen mit unklarem Ausgang hat begonnen.

Kaum ist die gute Nachricht in der Welt, dass es für das Galeria Kaufhof-Gebäude eine Zukunftsperspektive gibt, da deutet sich ein neuer Rückschlag an: Auf der gegenüberliegenden Seite der Hase droht der Um- und Neubau des ehemaligen Sportarena-Gebäudes zur Hängepartie zu werden. Die Stadt hat eine Bauvoranfrage von Investor Theodor Bergmann im Wesentlichen positiv beschieden. Es seien aber einige wenige Punkte noch offen geblieben, sagte Stadtbaurat Frank Otte auf Anfrage unserer Redaktion.Widerspruch eingelegt

Dazu gehört die Frage, ob die oberen Geschosse des Neubaus wie das bisherige Gebäude auch zur Hase hin über den Gehweg auskragen dürfen. Bergmann will die Baugrenze um 80 Zentimeter überschreiten. Dazu bedarf es allerdings der Zustimmung der Nachbarn. So will es das Niedersächsische Nachbarrechtsgesetz. Mehrere Nachbarn hätten fristgerecht Widerspruch eingelegt, so Otte. Die Begründungen liegen nach seinen Angaben noch nicht vor.

Einer der Nachbarn ist Henrik Leue, Inhaber der Neumarkt-Apotheke, die wie die Kommandobrücke eines Schiffes auf der Hase zwischen Galeria und Sportarena thront. Leue will sich zum Inhalt seines Widerspruchs nicht äußern, um die weiteren Verhandlungen nicht durch öffentliche Aussagen zu belasten. Nur so viel lässt er verlauten: Er sei gesprächsbereit und an einer Einigung sehr interessiert″.Überstand umstritten

Die 80 Zentimeter Überstand sind offenbar nicht das zentrale Problem. Auch Stadtbaurat Frank Otte lässt durchblicken, dass das Bauamt mit einer Überkragung leben könnte zumal sie schon seit Jahrzehnten vorhanden ist. Es geht um mehr, und die nachbarschaftliche Zustimmung zu den 80 Zentimetern ist offenbar ein wirksames Druckmittel in den Verhandlungen.

Auch Theodor Bergmann lässt sich in diesem Poker nicht in die Karten schauen. Er ärgert sich, dass dieses Detail nun zum Hindernis wird, obwohl es weder in der Vergangenheit noch beim Architektenwettbewerb irgendeine Relevanz hatte. Aus dem 2018 beendeten Wettbewerb war das Planungsbüro Rohling (pbr) aus Osnabrück als Sieger hervorgegangen. Der Entwurf lässt gestalterisch die Zwanzigerjahre des vorigen Jahrhunderts aufleben.

Mieter wird die Hamburger Centro-Gruppe sein, die dort unter dem Markennamen Ninety Nine″ ein Hotel mit 130 Zimmern in der Zwei-Sterne-Kategorie plant. Die Corona-Krise ändere an diesen Plänen nichts, versichert Theodor Bergmann. Gut hundert Meter weiter auf dem sogenannten Baulos 2 (vor dem Neumarkt-Carrèe) baut Bergmann ebenfalls für die Centro-Gruppe den Zauberwürfel″. Dort ist ein Boutique-Hotel mit 80 Zimmern vorgesehen. Die Arbeiten am Hochbau sollen in diesen Tagen beginnen.Viel guten Willen

Der Investor hat nach eigenen Worten bei der Stadt viel guten Willen wahrgenommen″, dem Sportarena-Projekt zum Erfolg zu verhelfen. Aus einem Gespräch mit der Verwaltung habe er den Eindruck mitgenommen, dass die Hindernisse möglichst schnell aus dem Weg geräumt werden sollen. Bergmann schließt aber auch ein Scheitern nicht aus, sollten die Nachbarn nicht zu einem Entgegenkommen bereit sein.

Schub könnte das Sportarena-Projekt durch die Nachricht vom vergangenen Freitag erhalten: Die Galeria-Kaufhof-Immobilie an der Wittekindstraße hat eine neue Eigentümerin. Die Imvest Projektentwicklung GmbH aus Hamburg will nach dem Auszug des Warenhauskonzerns ein Cross Community Space″ schaffen. Das bedeutet: Mieter aus ganz unterschiedlichen Branchen sollen dort zusammenkommen und sich gegenseitig befruchten. Denkbar sind Anbieter aus Sport, E-Sport, Bildung, Gesundheit, Handel, Wirtschaft. Ob das Haus umgebaut oder abgerissen und neu errichtet werden wird, ist noch ungewiss.

Bildtexte:
Ursprünglich sollte Ende 2020 das Ninety-Nine-Hotel in der ehemaligen Sportarena am Neumarkt (Foto) eröffnet werden. Es drohen jetzt weitere Verzögerungen.
Den Stil der Zwanzigerjahre des vorigen Jahrhunderts greift der Entwurf des Planungsbüros Rohling (pbr) auf.
Fotos:
Jörn Martens, pbr

Kommentar
Vermittler gefragt

Immobilienkaufmann Theodor Bergmann mag sich ärgern über die Hindernisse, die ihm da plötzlich in den Weg gelegt werden. Das Überschreiten der Baugrenze schien nie ein Problem zu sein. Auch der heutige Altbau ragt über die Grenze hinweg, und im Architektenwettbewerb hat niemand die Überkragung infrage gestellt.

Trotzdem: Das Gesetz verlangt nach ausdrücklicher Zustimmung der Nachbarn die nun an einem ziemlich langen Hebel sitzen. Denn Investor Bergmann kann seine Pläne kaum ändern. Auf ganzer Front fast einen Meter von den künftigen Hotelzimmern abzuknapsen, das wird nicht möglich sein. Die Nachbarn hingegen haben wenig zu verlieren. Es droht eine Blockade.

Wo zwei sich streiten, braucht es einen Dritten, der vermittelt. Das ist Job des Oberbürgermeisters. Er ist vom Fach und kann vielleicht mit seinem Wissen und der Autorität seines Amtes die Kontrahenten zu einem Kompromiss bewegen.

w.hinrichs@ noz.de
Autor:
Wilfried Hinrichs


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