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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ein Zeichen gegen Atomwaffen
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Friedensinitiativen starten Kampagne „75 Jahre Hiroshima & Nagasaki″
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück In Gedenken an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vor 75 Jahren ist in der vergangenen Woche in rund 150 Städten eine bundesweite Kampagne mit mehr als 275 Plakaten gestartet worden. Auch in Osnabrück sind seit Mittwoch entsprechende Großflächen im Osnabrücker Straßenbild zu sehen, auf denen ein Atomwaffenverbot gefordert wird.

Fast genau 75 Jahre ist es nun her, dass am 6. August 1945 die erste in einem Ernstfall eingesetzte US-amerikanischen Atombombe Little Boy″ die japanischen Stadt Hiroshima nahezu gänzlich vernichtete. Drei Tage später, am 9. August, folgte der zweite und weltweit bislang letzte Abwurf einer Atomwaffe in einem Krieg: Fat Man″ zerstörte Nagasaki. Bis heute leiden überlebende Zeitzeugen unter den Folgen des Kernwaffeneinsatzes. Zu diesem Anlass hängen nun bundesweit Großflächenplakate aus. Federführend wurde die Aktion von der Netzwerk Friedenskooperative″ in Bonn ins Leben gerufen.

In dieser Woche versammelten sich auch in Osnabrück mehrere Vertreter lokaler Friedensinitiativen, um an der Sutthauser Straße eines der vier Großflächenplakate zum 75. Hiroshima-und-Nagasaki-Gedenktag vorzustellen. Unter ihnen war Franz-Josef Lotte vom katholischen Regionalverband Pax Christi″, Thomas Müller, Winfried Bußmann und Johannes Bartelt von der Osnabrücker Friedensinitiative (Ofri), Dominik Lippold von der Deutschen Friedensgesellschaft Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) und Marita Töle von Attac″. An der Aktion beteiligt ist außerdem die Kreistagsabgeordnete Felizitas Exner von den Grünen.

Neben dem an der Sutthauser Straße sollen Plakate an der Pagenstecherstraße, an der Atterstraße und an der Franz-Lenz-Straße aufgehängt werden.

Es geht den Friedensaktivisten aber nicht nur um das Gedenken an die Opfer von damals, sondern auch um eine noch immer aktuelle Forderung: Das Verbot von Atomwaffen durch die Vereinten Nationen. Der Einsatz dieser Sprengköpfe sei ein Verbrechen gegen die Menschheit, sagte Thomas Müller. Atomwaffen stellten bis heute eine Bedrohung für den Frieden in der Welt dar zumal sie von den Atommächten mittlerweile deutlich weiterentwickelt worden seien. Jede dieser Bomben hat das Zehnfache an Sprengkraft im Vergleich zu damals″, betonte Dominik Lippold.

Ausdrücklich kritisiert wurde die Politik der Bundesregierung, die sich bislang auf internationaler Ebene nicht dazu habe durchringen können, einen Atomwaffenverbotsvertrag zu unterstützen. Deutschland hat sich in hochgradig peinlicher und inakzeptabler Weise gegen die Verhandlung gestellt und gegen den Vertrag gestimmt″, kritisierte Müller. Im rheinland-pfälzischen Büchel lagerten an die 20 US-amerikanische Atombomben, die als nukleare Abschreckung dienen sollen. Franz-Josef Lotte: Wir bewegen uns damit ganz klar auf Messers Schneide. Sollte es zu einem Einsatz kommen, ist das moralisch nicht akzeptabel.″

Bereits im Dezember 2017 hatten sich im Rahmen der Aktion Osnabrücker Signal″ Bürger der Stadt für einen Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag starkgemacht. Die Stadt wurde aufgefordert, sich entsprechend zu positionieren. Das geschieht unter anderem durch eine Mitgliedschaft Osnabrücks im internationalen Städtenetzwerk Mayors for Peace″ (Bürgermeister für den Frieden), das sich gegen Atomwaffen einsetzt. Müller forderte aber noch mehr Initiative: Eine Stadt, die sich Friedensstadt nennt, muss mehr tun. Sie muss eine eindeutige Position beziehen und sich auf bundespolitischer Ebene für eine atomwaffenfreie Welt einsetzen.″ Deswegen hätte so ein Plakat in seinen Augen eigentlich auch nicht an die Sutthauser Straße gehört, wo es in der Nähe einer Bahnunterführung hängt, sondern ins Zentrum am besten direkt vor das Rathaus.

Bildtexte:
Vertreter verschiedener Friedensinitiativen vor dem Plakat an der Sutthauser Straße.
Vertreter verschiedener Friedensinitiativen vor dem Plakat an der Sutthauser Straße (von links): Franz-Josef Lotte von " Pax Christi", Thomas Müller von der " Ofri" und Marita Thöle von " Attac".
Foto:
Swaantje Hehmann, Margaux de Poortere
Autor:
Margaux de Poortere


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