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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Keine Luftverschmutzung mehr″
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Unternehmer ist überzeugt von seinem Brennstoffzellenauto
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Wenn wir unseren Globus retten wollen, müssen wir unser Verhalten ändern″, ist der Osnabrücker Unternehmer Alex Deitermann überzeugt und hat nun einen weiteren Schritt in Sachen Umweltschutz-Engagement unternommen: Seit einigen Wochen fährt er ein klimafreundliches Brennstoffzellenauto.

Das H2- oder Brennstoffzellenfahrzeug ist die modernste Technik, die es derzeit weltweit auf dem Automarkt gibt davon ist zumindest Alex Deitermann überzeugt. Auch wenn Wissenschaftler noch darüber diskutieren, er persönlich favorisiere die Brennstoffzelle klar gegenüber der ebenfalls als sauber geltenden Alternativtechnolgie zum Verbrennungsmotor, dem batteriebetriebenen Elektroauto.

In seinem neuen Hyundai Nexo ist unter der Kühlerhaube eine Brennstoffzelle samt Wasserstofftank verbaut, die den Strom für den Antrieb während der Fahrt erzeugt. Zwei Batterien (deutlich kleiner als im E-Auto) dienen als Zwischenspeicher und nehmen zudem Bewegungsenergie beim Bremsen auf. In der Brennstoffzelle („ Fuel Cell″) wird elektrischer Strom aus Wasserstoff gewonnen. Das geschieht durch die Umkehrung der Elektrolyse: Wasserstoff und Sauerstoff reagieren zu Wasser, dabei entstehen Wärme und elektrische Energie.

Dass beim Prozess der Wasserstofferzeugung unterwegs″ bereits Energie verloren geht, dass nicht 100 Prozent beim Antrieb ankommen, sei nicht von der Hand zu weisen. Nutzt man aber regenerative Energien für die Wasserstofferzeugung, ist der Verlust doch kein Problem″, sagt Deitermann und fügt hinzu: Wir haben jeden Tag auf der Erde mehr Sonnenenergie zur Verfügung, als die Menschheit im gesamten Jahr verbraucht.″

Tanken? Planen!

Wichtig für eine gute Klimabilanz sei deswegen, dass der zu tankende Wasserstoff mit erneuerbaren Energien wie Solarenergie oder Wind- und Wasserkraft hergestellt wird. Stichwort Tanken″: Das müsse man schon ein wenig planen, gibt Deitermann zu. Zirka alle 80 Kilometer stoße man derzeit in Deutschland auf eine Wasserstofftankstelle. In Osnabrück und Umgebung biete die Total″-Tankstelle in Hasbergen-Gaste diese Option, die nächsten Stellen seien dann in Münster-Hiltrup oder Bremen.

Etwa 550 Kilometer weit kommt Deitermann mit einer Tankfüllung, für die er am Zapfhahn nicht länger als fünf Minuten wartet. Ein Vorteil zum E-Auto, dessen Batterieladung schon mal eine Dreiviertelstunde in Anspruch nimmt, um zum Beispiel von 20 auf 80 Prozent gefüllt zu werden. Auch die Reichweite sei beim E-Auto geringer. Preislich vergleichbare Alternativen unter den E-Autos fahren rund 300 Kilometer mit einer Batterieladung. Die ersten Brennstoffzellenautos, die es nun auf dem Markt gibt, sind der Hyundai Nexo (Kosten: ab 69 000 Euro) und der Toyota Mirai (ab 78 600 Euro). Bis dato rollen drei von ihnen ohne Lärm und CO2-Ausstoß über Osnabrücks Straßen. Neben Deitermann fährt auch die Osnabrücker Polizei einen Hyundai Nexo.

Den hohen Kaufpreis des Autos gleichen die darin enthaltene Mobiliätsgarantie und die beinahe wartungsfreie Technik wieder aus, sagt Deitermann. Einzig der Luftfilter muss alle 30 000 Kilomter gewechselt werden.″ Und selbst diesem Autoteil kann er Positives für den Umweltschutz abgewinnen: Er filtert Mikropartikel aus der Kühlluft, die die Brennstoffzelle benötigt. Beim Fahren reinigt man also ganz nebenbei auch noch ein bisschen die Umgebungsluft, anstatt wie beim Pkw mit Verbrennungsmotor Schadstoffe abzugeben.″

Anschluss verschlafen?

Seinen Hyundai Nexo kaufte der Osnabrücker beim familiengeführten Autohaus Päsler in Hamburg-Bergedorf. Holger Päsler (63) und seine beiden Söhne begeistern sich ebenfalls für alternative, umweltschonende Antriebe, und das schon seit mehr als 20 Jahren. Ihrer Meinung nach hat Deutschland den Anschluss an die zukunftsfähige Auto-Entwicklung bereits verschlafen. Die Technik der Brennstoffzelle sei keine neue. Seit zirka 50 Jahren fahren zum Beispiel schon U-Boote mithilfe von Brennstoffzellen.

Alex Deitermann hat sich aus Überzeugung für das Wasserstoffauto entschieden. Ich will nicht nur reden, sondern etwas tun, gegen den Strom schwimmen, aufwecken und zeigen, dass es anders geht. Dass jeder von uns was tun kann″, sagt der Unternehmer, der auf einem Bauernhof im Münsterland aufgewachsen ist, sich als Jäger in der Hege der Natur einbringt, in der Bürgerinitiative zum Erhalt und zur Pflege des westlichen Naherholungsgebietes Osnabrück (Bepo) engagiert ist, jährlich mit Schulkindern Nistkästen baut und seinen Garten mit Wildblumenbereichen, Teichen, Hecken, Vogelfutterstationen und Nistmöglichkeiten zu einem kleinem Biotop gestaltet hat.

Bildtext:
Ist beruflich viel mit dem Auto unterwegs: Unternehmer Alex Deitermann. Es ist ihm wichtig, seine Strecken möglichst umweltschonend zurückzulegen. Deswegen hat er sich ein modernes Brennstoffzellenauto gekauft.
Foto:
Carolin Hlawatsch
Autor:
Carolin Hlawatsch


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