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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Als Justus Möser plötzlich in Siebenbürgen auftauchte
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker entdeckt in Rumänien Abhandlung über „gute selige Frau″
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Wer war der Osnabrücker Jurist, Schriftsteller und Staatsmann Justus Möser? Auf welche Weise begegnen ihm die Bewohner seiner Heimatstadt und Wirkungsstätte? Eine kleine Spurensuche zum 300. Geburtstag.

Viel gereist ist Justus Möser bekanntlich nicht. In Osnabrück ist der Jurist und Literat vor 300 Jahren geboren und 73 Jahre später auch gestorben. Seine Heimatstadt hat er abgesehen vom Studium in Jena und Göttingen zwischendurch nur selten verlassen. Seine Schriften haben es dagegen weit gebracht. Sie befinden sich in zahlreichen Bibliotheken und Archiven. Und nicht nur dort. So staunte der in Rulle lebende Roland Vogelhaupt, der in der Nachkriegszeit die damalige Möser-Mittelschule in Osnabrück besucht hat, nicht schlecht, als er vor vier Jahren in einem Bücherregal eines Hotels im rumänischen Siebenbürgen auf einen Text des Namensgebers seiner ehemaligen Schule stieß.

Dabei empfand er Mösers Abhandlung über die gute selige Frau″ in einem Lesebuch für höhere Mädchenschulen″ von 1918 zwar nicht mehr als zeitgemäß, freute sich aber nichtsdestotrotz über das Fundstück aus der Heimat in der Ferne. Nicht zuletzt, da er sich nach seiner Schulzeit auch als Lehrer gern mit örtlich historischen Dingen″ beschäftigt hat, wie er sagt. Und wer das in Osnabrück tut, kommt an Möser kaum vorbei, dessen Osnabrückische Geschichte″ von 1768 als sein historisches Hauptwerk gilt. Was er in dem Hotel in Cund nahe Hermannstadt aus demselben Jahr zu lesen bekam, ordnet er dann auch zeitgeschichtlich ein.

Mösers Einschätzung über den Stellenwert der deutschen Frau″ in Familie, Haus und Gesellschaft sei wohl eine seinerzeitige Interpretation″ und eine aus heutiger Sicht ungewöhnliche″ geschlechtsspezifische Rollenzuschreibung, die für die heutigen Menschen unvorstellbar″ sein würde, sagt Vogelhaupt betont aber gleichzeitig, dass der Text gerade deshalb einen gewissen Umbruch″ deutlich und insofern gesellschaftlichen Wandel dokumentieren würde. Die Zeiten seien zum Glück vorbei, als das Idealbild der Frau noch darin bestanden habe, komplett durchorganisiert Haus und Garten im Griff zu haben und ihrem Ehegatten dienlich zu sein als rechtschaffende christliche Frau, von gutem Herzen, gesunder Vernunft und lebhaftem, doch eingezogenen Wesen″, wie Möser sie beschrieb.

Für die vom Landschaftsverband auf die Beine gestellte Veranstaltungsreihe Ein Jahr mit Justus Möser″ empfiehlt sich ein Blick ins Internet, weil Termine coronabedingt verschoben worden sind oder ausfallen: www.justus-moeser-2020.de

Bildtexte:
In diesem Haus in der Hakenstraße lebte Justus Möser bis 1794.
Justus Möser in seinen jungen Jahren.
Fotos:
Rudolf Lichtenberg jr., Archiv NOZ
Autor:
Matthias Liedtke


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