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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bürgerinitiative gegen Neubaugebiet
Zwischenüberschrift:
Schinkel-Ost macht mobil gegen 350 Wohneinheiten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Im Stadtteil Schinkel-Ost wächst der Widerstand gegen ein Neubaugebiet. Eine neue Bürgerinitiative fordert, das Naherholungsgebiet zwischen Gesamtschule und Autobahn zu erhalten.

Rund 200 Bürger waren am Freitagabend dem Aufruf der Bürgerinitiative Naturnaher Schinkel″ gefolgt, um den Bebauungsplan 620 zu kippen. Der sieht vor, am östlichen Stadtrand 350 Wohneinheiten für rund 1000 Menschen entstehen zu lassen.

Nur zehn Tage nach einer Informationsveranstaltung der Stadt trafen sich die Schinkeler Bürger ebenfalls vor der Gesamtschule an der Windthorststraße. Neben den Initiatoren rief auch Hartmut Siefke vom Kleingartenverein Weseresch dazu auf, gegen das Bauvorhaben vorzugehen. Er sieht sich durch einen geänderten Flächennutzungsplan um die Möglichkeit gebracht, dem Wunsch von mehr als 100 Antragstellern zu entsprechen, die auf eine Parzelle in seinem Verein warten. Deshalb ruft er dazu auf, gegen die Änderung Widerspruch einzulegen. Ein Bebauungsplan wäre dann Makulatur.

Birgit Potthoff brachte unter dem Applaus der Schinkeler Bürger sogar ein Bürgerbegehren ins Spiel. Schließlich betreffe das Problem nicht nur den Schinkel, sondern alle Osnabrücker Bürger. Das Neubaugebiet befinde sich in einer wichtigen Kaltluftschneise. Werde diese bebaut und versiegelt, drohe bei extremen Wetterlagen die gesamte Stadt zu überhitzen. Vorgesehene Dachbegrünungen seien der größte Unsinn, den ich je gehört habe″, erklärte die Diplom-Biologin. Statt ein Baugebiet auszuweisen, plädierte sie dafür, das Areal im Crowdfunding-Verfahren zu erwerben und es dem Naturschutzbund Nabu zur Verfügung zu stellen.

Markus Zerull zitierte aus einem Gutachten, dem zufolge es durch das Großprojekt in Osnabrück im Sommer bis zu sieben Grad wärmer werden könne. Der Stadtverwaltung warf er vor, die Zeit der Bürgerbeteiligung extra in die Sommerferien gelegt zu haben. Inzwischen hat die Verwaltung jedoch zugesichert, die Widerspruchsfrist bis zum 18. September zu verlängern, allerdings nur gegen den Bebauungsplan, nicht gegen den zu ändernden Flächennutzungsplan. Widersprüche gegen diesen seien bis zum 14. August befristet, hieß es.Für Zerull ist die jetzt vorgesehene Bebauung in unmittelbarer Nähe seines an der Windthorststraße gelegenen Hauses nur der Anfang. Er fürchtet eine Nachbebauung″. Deshalb gebe es für ihn nur eine Alternative, das Bauvorhaben komplett ad acta″ zu legen. Das Areal sei ein wichtiges Naherholungsgebiet. Das habe die Stadt völlig unterschätzt. Außerdem seien dort Rehe, Füchse, Fasane und Fledermäuse beheimatet, und es gebe sogar eine recht große Krötenpopulation.

Neben dem angestrebten städtebaulichen Charakter″ an der Windthorststraße fürchten viele Bürger nicht nur den Verlust ihres Naherholungsgebietes. Außerdem sei mit einem starken Verkehrszuwachs zu rechnen.

Potthoff appellierte zum Abschluss des Treffens an die Bürger, Verwaltung und Politik deutlich zu machen, dass die Schinkeler ihren Stadtteil selbst gestalten wollten. Zugleich appellierte sie an die Bürger, keine Atmosphäre wie in den USA unter Donald Trump entstehen zu lassen. Auch der Verkauf von Grundstücken sei legitim.

Wiesen statt Baugrund

Trotzdem rief sie dazu auf, sich gemeinsam dafür einzusetzen, dass am östlichen Ende der Windthorststraße Blüh- und Obstwiesen, vielleicht mit dem Nabu ein Erlebnishof und auch Hundefreiflächen entstehen und kein Neubaugebiet.

Die nächste Bürgerversammlung dieser Art ist für den 3. September geplant. Schon jetzt hat die Bürgerinitiative eine Homepage eingerichtet. Unter www.naturnaher-Schinkel.de informiert die Bürgerinitiative über das Bauprojekt. Dort befindet sich auch ein Link auf ein lange erwartetes und inzwischen veröffentlichtes Klimagutachten.

Bildtext:
Natur und Klima stehen auf dem Spiel: Christina Janusz unterschreibt den Musterbrief der Bürgerinitiative Naturnaher Schinkel″ an die Stadt Osnabrück. Sie hofft, damit das Neubaugebiet am östlichen Stadtrand verhindern zu können.
Foto:
Andreas Wenk
Autor:
Andreas Wenk


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