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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Überraschung in der alten Gießerei
Zwischenüberschrift:
Genusshöfe im Fledder bekommen deutlich mehr Raum
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Einen Mauerfall der besonderen Art haben die Investoren für die Genusshöfe im Osnabrücker Stadtteil Fledder genutzt: Durch den Abbruch einer unscheinbaren Wand eröffnete sich die Perspektive, das Areal zu erweitern von 4000 auf 7000 Quadratmeter. In der ehemaligen Metallgießerei Schmidt an der Hannoverschen Straße 13–15 entstehen die Genusshöfe, und wenn das Konzept von Rene Strothmann, Christoph Sierp und Achim Weitkamp aufgeht, werden sich dort die Liebhaber hochwertiger Köstlichkeiten wie Schokolade, Gin oder Kaffee zum Flanieren und Probieren treffen. Vor einem Dreivierteljahr begannen die Abbruch- und Entkernungsarbeiten auf dem Gelände, inzwischen nehmen die Ideen der drei Genuss-Spezialisten sichtbar Gestalt an.

Die 90 Jahre alte Gießereihalle mit dem zeittypischen Sägezahndach wurde von Profilblechen und Nebengebäuden befreit und zeigt sich jetzt als markiges Kernstück des Ensembles. In ihrem Innern ist es zwar noch staubig und zugig, mit etwas Fantasie lässt sich aber schon ausmalen, dass dieses urige Industrie-Ambiente eine ideale Kulisse für die kulinarischen Genüsse abgeben wird, mit denen die drei Initiatoren ihr Publikum anziehen wollen.Alte Kranbahn

An die alte Gießerei werden nicht nur die Gebäude erinnern, sondern auch ein paar dekorative Restbestände wie zwei große Silos, eine Waage, Schaltschränke und Lampen, außerdem eine Kranbahn, die den Hof überspannen soll. Auf dem Gelände entstehen außerdem Büros im Loftstil und Räume für Familienfeiern oder Firmenveranstaltungen. Im April 2021 soll alles fertig sein. Schon im September dieses Jahres will die Osnabrücker Harley-Davidson-Niederlassung eine Halle an der Westseite beziehen, die derzeit hergerichtet wird.

Alles läuft also nach Plan, nur die für den 11. Juli vorgesehene Rohbauparty musste abgesagt werden, weil Rene Strothmann und seine Mitstreiter in diesen Corona-Zeiten keine böse Überraschung erleben wollten.

Eine Überraschung haben sie schon erlebt, und die sah auf den ersten Blick nach einem Unglück aus. Am Ende erwies sie sich als Glücksfall. Es passierte beim Niederreißen einer Mauer, die sich auf der Rückseite des Gießereigeländes befand. Plötzlich stand die Lagerhalle auf dem Nachbargrundstück ohne Außenwand da. Bei ihrem Bau in der Nachkriegszeit hatte wohl jemand Material sparen wollen. Durchbruch als Chance

Nach dem anfänglichen Schreck erwies sich der ungeplante Durchbruch für die Genuss-Akteure aber als Chance, auch das 3000 Quadratmeter große Grundstück auf der Nordseite zu erwerben. Damit bekommt das Projekt nicht nur erheblich mehr Fläche, sondern auch einen zweiten Zugang über die Neulandstraße. Für Strothmann, Sierp und Weitkamp ist klar, dass sich die Genusshöfe auch auf die Erweiterungsfläche ausdehnen sollen. So können vielleicht auch Ideen umgesetzt werden, für die der Platz an der Hannoverschen Straße nicht reicht.

Gemäß ihrem Leitbild wollen die Investoren Anbietern von Lebensmitteln und Spezialitäten Räume zur Verfügung stellen, bei denen Manufakturqualität, regionale Herkunft oder Genussorientierung im Vordergrund stehen. Das Zielpublikum besteht aus Menschen, die bereit sind, dafür auch mal einen höheren Preis zu bezahlen.Vielleicht eine Markthalle

Ganz unverhofft ist dem Trio nun auch eine rustikale Halle in die Hände gefallen, die sich vielleicht in das Konzept einbinden lässt. Rene Strothmann kann sie sich als Markthalle vorstellen, vielleicht auch mit einer Kochschule und Außengastronomie. Der Höfe-Charakter solle auf jeden Fall bleiben, sagt er, eine hohe Aufenthaltsqualität sei das Ziel, aber bei der Gestaltung gebe es noch viele Spielräume. Deshalb haben die Initiatoren mehrere Architekten dazu aufgefordert, Ideen dafür zu entwickeln, um auf ein breites Spektrum an Vorschlägen zurückgreifen zu können.

Das alles braucht seine Zeit, deshalb wird der zweite Abschnitt der Genusshöfe wohl erst in zwei oder drei Jahren fertig sein.

Bildtexte:
Die alte Gießerei erwacht zu neuem Leben: Auf der Baustelle der Genusshöfe an der Hannoverschen Straße geht es planmäßig voran. Dabei erlebten Rene Strothmann (rechts) und seine Mitstreiter eine Überaschung. Sie entdeckten eine Halle aus der Nachkriegszeit ohne Außenwand - eine Chance für die Erweiterung der Genusshöfe.
Das Areal der Genusshöfe an der Hannoverschen Straße.
Abreißen oder stehen lassen? Diese Halle ist den Investoren der Genusshöfe ganz unverhofft in die Hände gefallen.
Fotos:
Michael Gründel
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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