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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Moderne Forschung in historischem Gebäude
Zwischenüberschrift:
Im Ringlokschuppen soll ein Zentrum für künstliche Intelligenz entstehen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Wo Platz für 34 Lokomotiven ist, da lassen sich auch andere großräumige Projekte unterbringen. Zum Beispiel ein Forschungszentrum für künstliche Intelligenz. Innerhalb von zwei Jahren soll aus dem Ringlokschuppen das Coppenrath Innovation Centre werden ein Arbeitsort, auf den viele neidisch blicken werden.

Wissenschaftler und Handwerker, Start-ups und Traditionsunternehmen wollen im Forschungszentrum hinter dem Hauptbahnhof die Roboterisierung voranbringen, am konkretesten sind die Ansätze in der Landwirtschaft. Dafür stellt die Ringlokschuppen Osnabrück GmbH die Räume zur Verfügung. Die vor Kurzem gegründete Gesellschaft besteht aus der Aloys & Brigitte Coppenrath-Stiftung, die fünf Millionen Euro eingebracht hat, und der Stadt Osnabrück, die mit drei Millionen Euro und dem Grundstück dabei ist.

Für den Umbau und die Sanierung des Ringlokschuppens erteilt diese Gesellschaft die Aufträge, nach der Fertigstellung vermietet sie die Räume an die beteiligten Einrichtungen. Axel Kolhosser, Projektleiter für das Coppenrath Innovation Centre, zählt auf, welche Stellen ganz sicher oder vielleicht dabei sein werden: Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) tritt als Hauptmieter auf. Im DFKI ist die Universität Osnabrück eine Partnerschaft mit Unternehmen aus der Region eingegangen. Die Hochschule Osnabrück ist ebenfalls als Partner fest gebucht. Auch sie kooperiert mit regionalen Unternehmen. Mit dem Seedhouse ist das Coppenrath Innovation Centre im Gespräch. Das Seedhouse versteht sich als Start-up-Accelerator″, die Gründer haben ihren Sitz neben dem Innovationscentrum ICO an der Albert-Einstein-Straße. Wegen der inhaltlichen Berührungspunkte wird eine Kooperation angestrebt. Auch das Agrotech Valley wird als potenzieller Mieter gehandelt. In diesem Verbund sind Unternehmen vertreten wie Claas, Krone, Amazone und Kotte Landtechnik, ebenso die Hochschule Osnabrück und die Universität.

Die Coppenrath-Stiftung beabsichtigt, ihre Geschäftsstelle im oder am Ringlokschuppen einzurichten. Reicht der Platz in dem denkmalgeschützten Gebäude eigentlich aus, um so viele Institutionen aufzunehmen? Ganz sicher, meint Projektleiter Axel Kolhosser, denn jeder der 34 Lokstände sei ja etwa 200 Quadratmeter groß. Wie viele Arbeitsplätze das Forschungszentrum eines Tages beherbergen wird, steht noch nicht fest. Bei der öffentlichen Präsentation im August 2019 war schon mal die Zahl 80 genannt worden.

Damals hatten die Verantwortlichen noch damit gerechnet, dass die ersten Wissenschaftler schon 2021 einziehen könnten. Der Termin sei aber nicht zu halten, sagt Kolhosser, und das liege auch an der Corona-Krise. Der erste Abschnitt für das DFKI werde voraussichtlich im Laufe des Jahres 2022 fertig sein. Schritt für Schritt soll es dann weitergehen.

Nach den Plänen des Münsteraner Büros Kresings Architekten wird man dem Ringlokschuppen trotz der Hightech-Nutzung seine Geschichte ansehen können. Obwohl eine energetische Sanierung vorgesehen ist, sollen die Fassaden und das Rahmentragwerk aus der Dampflokzeit erhalten bleiben. Im Innenbereich des halbrunden Ensembles wollen die Architekten einen Freiraum mit hoher Aufenthaltsqualität schaffen.

Bei genauem Hinsehen fällt auf, dass der äußere Ring des Lokschuppens höher ist als der innere. Diesen Unterschied wollen die Architekten nutzen, um dort zwei Bürogeschosse unterzubringen, allerdings in unterschiedlicher Tiefe. Die Mittelzone ist als Kommunikationsebene gedacht oder zur Erweiterung der Arbeitsflächen. Im Innenring des Gebäudes sollen flexible Räume für individuelle Anforderungen entstehen. Bei Kresings Architekten werden Holzboxen mit viel Glas zur Raumaufteilung favorisiert. Bislang gebe es aber noch kein endgültiges Konzept, sagt Projektleiter Axel Kolhosser.

Fällt denn genug Licht ins Innere des Gebäudes? Solange die stählernen Türen geschlossen sind, wirkt es im Ringlokschuppen ziemlich düster. Deshalb wird überlegt, sie dauerhaft offen stehen zu lassen und die Flächen zu verglasen. So könnte die Beleuchtung sichergestellt werden, ohne den Denkmalschutz zu vernachlässigen. Fenster sind aber auch an den Außenseiten angebracht, und Oberlichter gibt es auch.

Baubeginn soll möglichst noch in diesem Jahr sein, heißt es bei der Coppenrath-Stiftung. Für die Finanzierung ist gesorgt: In das Leuchtturmprojekt am Eisenbahnknotenpunkt fließen auch Bundesmittel: Sechs Millionen Euro stellt das Bau- und Innenministerium aus dem Programm Nationale Projekte des Städtebaus″ zur Verfügung.

Bilstexte:
Die Vision: Mit dem Ringlokschuppen wird ein über 100 Jahre altes Baudenkmal zum Forschungszentrum für künstliche Intelligenz.
Der aktuelle Stand: 1913 wurde der Ringlokschuppen an der Hamburger Straße gebaut, um Dampfloks unterzubringen.
Der innere Ring eingeschossig, der äußere zweigeschossig: So oder so ähnlich soll der Ringlokschuppen nach der Umgestaltung aussehen.
Grafiken:
Kresings Architekten, Geodaten Osnabrück
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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