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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kaufhof: Am 31. Oktober soll Schluss sein
Zwischenüberschrift:
Mitarbeiter verunsichert / Besteht noch Hoffnung für Osnabrücker Filiale?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Beschäftigen von Galeria Kaufhof in Osnabrück quält die Unsicherheit. Wann geht im Haus das Licht aus? Oder ist noch was zu retten? SPD und Gewerkschaft Verdi fordern eine längere Laufzeit für die Transfergesellschaft und richten einen Appell an die Osnabrücker Geschäftswelt.

Wann soll Galeria-Kaufhof schließen? Intern hat die Konzernspitze den knapp 100 Beschäftigten (einschließlich denen im Restaurant Dinea) als Enddatum den 31. Oktober genannt. Doch daran gibt es Zweifel. Möglicherweise geht der Betrieb bis Ende des Jahres weiter, wie die stellvertretende Betriebsrätin Andrea Bartke am Montag unserer Redaktion sagte. Auch Geschäftsführer Dirk Pallapies kann zurzeit keine verlässliche Auskunft geben.

Die Ungewissheit und viele offene Fragen machten den Beschäftigten zu schaffen, so Bartke. Bis zum 20. Juli sollen sich die Mitarbeiter entscheiden, ob sie in die Transfergesellschaft eintreten. Wer nicht unterschreibt, erhält die Kündigung. Doch zu welchem Termin wird gekündigt? Die Unklarheiten belasten die Kolleginnen und Kollegen sehr″, sagte Bartke.

Kann der Standort noch gerettet werden? Die Hoffnung, dass die Osnabrücker Filiale noch gerettet werden kann, ist nicht erloschen. Betriebsrat, Gewerkschaft und die SPD verweisen auf das Beispiel Goslar, wo der Vermieter dem Konzern entgegengekommen ist und die schon angekündigte Schließung zurückgenommen wurde. Darauf zielt auch ein Antrag, den die SPD-Fraktion zur Ratssitzung am heutigen Dienstag einbringt. Darin werden Oberbürgermeister und Verwaltung aufgefordert, mit dem Immobilieneigentümer in Kontakt zu treten, um zu sondieren, ob eine fünfzigprozentige Mietminderung ermöglicht werden kann″.

Gebäude und Grundstück gehören einer englischen Investmentgesellschaft. Wie es heißt, wollten die Engländer die Liegenschaft schon vor Monaten verkaufen. Die Corona-Krise soll den Verkauf bis jetzt vereitelt haben. Der Mietvertrag von Galeria-Kaufhof endet nach Angaben des Betriebsrates 2022. SPD-Fraktionschef Frank Henning findet es zu früh, jetzt schon Pläne für eine Nachnutzung der Immobilie zu entwickeln: Wir sollten den Standort noch nicht aufgeben, sondern um ihn kämpfen.″

Was kann die Transfergesellschaft leisten? Die Transfergesellschaft hat die Aufgabe, die Beschäftigten bei der Jobsuche zu begleiten, sie weiterzubilden und bei Bewerbungen zu beraten. Wer vom Kaufhauskonzern in diese Übergangsgesellschaft wechselt, erhält (je nach Familienstand) etwa drei Viertel seines bisherigen Nettogehalts, wobei 60 Prozent von der Arbeitsagentur und in der Regel 13 Prozent von Galeria-Karstadt-Kaufhof gezahlt werden. Die geplante Laufzeit von sechs Monaten ist nach Ansicht der SPD-Ratsfraktion und des DGB deutlich zu kurz. Gewerkschafterin Petra Tiesmeyer sagte, gerade in dieser Corona-Zeit werde es länger dauern, die Betroffenen in neue Jobs zu vermitteln. Auch Fortbildung und Coaching seien unter Corona-Bedingungen erschwert.

Die Osnabrücker SPD-Fraktion will den Bundesarbeitsminister für dieses Problem sensibilisieren. In ihrem Eilantrag für die Ratssitzung werden die Bundesregierung und die Bundesagentur für Arbeit aufgefordert, die Transfergesellschaft um ein halbes Jahr zu verlängern und diese Verlängerung aus Bundesmitteln und Geldern der Arbeitsagentur zu finanzieren.

Wie stehen die Chancen für die Beschäftigten? Betriebsrätin Andrea Bartke arbeitet seit fast genau 40 Jahren im Betrieb. Sie begann ihre Ausbildung, als das Haus noch Horten hieß. Die 57-Jährige ist pessimistisch, einen vergleichbaren Job in Vollzeit zu finden. Sie ist aber sicher, dass viele ihrer Kolleginnen und Kollegen Qualitäten mitbringen, die andere Arbeitgeber in der Region gut gebrauchen könnten. Bartke, SPD-Fraktionschef Frank Henning und Tiesmeyer appellieren an die Osnabrücker Kaufmannschaft, die Chance zu nutzen, sich Superfachkräfte″ (Tiesmeyer) für ihren Betrieb zu sichern.

Wie läuft im Moment das Geschäft? Die Kunden rennen uns die Bude ein″, sagte Bartke. Nach der Schließungsankündigung Ende Juni hat der Konzern eine Serie von Rabattaktionen gestartet und bietet aktuell Sortimente mit 50 Prozent Nachlass an. Petra Tiesmeyer glaubt, dass es nicht nur die Prozente sind, die die Kunden locken: Viele Kunden kommen, um Galeria in Osnabrück zu unterstützen.″

Bildtext:
Die Kunden rennen uns die Bude ein″: Galeria Kaufhof in Osnabrück lockt mit hohen Rabatten.
Foto:
Wilfried Hinrichs
Autor:
Wilfried Hinrichs


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