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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ärger über Elektroroller auf Gehwegen
Zwischenüberschrift:
Stadtwerke und Tier reagieren auf Kritik / Zwischenbilanz des Anbieters trotzdem positiv
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Sie stehen mitten auf dem Gehweg, versperren Fußgängern den Weg und sorgen mitunter für reichlich Zündstoff, die neuen Elektroroller in der Osnabrücker Innenstadt. Besonders ältere Menschen und Personen mit körperlicher Beeinträchtigung oder mit einer Sehschwäche hadern mit den mobilen Kleinstfahrzeugen.

Vor einigen Tagen, sagt Petra Mathiske, Vorsitzende des Behindertenforums Osnabrück, sei sie mit ihrem Rollstuhl auf dem Westerberg unterwegs gewesen und habe gleich drei abgestellten Rollern ausweichen müssen. Dabei heißt , ausweichen′ nicht mal eben drum herumfahren, sondern tatsächlich den Weg zurückfahren, eine Bordsteinabsenkung suchen und die Straßenseite wechseln.″ Die Roller ließen sich für Rollstuhlfahrer nicht mal eben zur Seite stellen, so Mathiske.

Bereits in den Tagen nach dem offiziellen Start der E-Scooter Anfang Juni häuften sich die Beschwerden über die wild geparkten Roller. Bei den Stadtwerken Osnabrück ist man sich der Kritik bewusst. Natürlich sind auch bei uns Beschwerden aufgelaufen. Tier hat uns versichert, sehr schnell darauf zu reagieren und dafür zu sorgen, dass die E-Scooter schnellstmöglich umgestellt werden″, erklärt Marco Hörmeyer, Pressesprecher der Stadtwerke, auf Anfrage.

Steffen Hass, zuständiger Mitarbeiter bei Tier, erklärt, dass dem Unternehmen die Problematik bekannt sei und man an die Kunden appelliere, die Elektroroller vernünftig zu parken. Sollte der Gehweg breit genug beziehungsweise nicht schmaler als 1, 60 Meter sein, sehe er kein Problem darin, die Roller am Rande des Gehweges abzustellen. Das macht man auch, wenn man sein Fahrrad abstellt″, so Hass, auf engen Gehwegen oder in Kurven sollte man sie natürlich nicht abstellen, und schon gar nicht auf Radwegen.″

Schwarze Schafe

In der Regel würden sich die Kunden auch daran halten, so Hass weiter. Leider gibt es immer ein paar schwarze Schafe, die dann in der Einfahrt oder im Hauseingang ihres Nachbarn parken. Das können wir als Anbieter leider nicht ganz verhindern″, sagt der City-Manager. Um auf falsch abgestellte Fahrzeuge schneller reagieren zu können, erklärte das Unternehmen bereits am Freitag, das Osnabrücker Team von sieben auf neun Mitarbeiter aufzustocken.

Eine rechtliche Grundlage, die das Abstellen der E-Roller auf dem Gehweg untersagt, gibt es übrigens nicht. Im Gegenteil: Erst im Februar dieses Jahres bestätigte der Bundesrat die bis dato gültige Praxis und lehnte einen Gesetzesvorschlag ab, nach dem das Parken gewerblich vermieteter E-Scooter auf dem Gehweg nur noch bei Einwilligung der Städte möglich gewesen wäre. Für Verleiher und Kunden blieb dadurch alles beim Alten auch wenn das in einigen Kommunen für Ärger sorgte. Lediglich das Fahren der Elektroroller auf Gehwegen ist weiterhin untersagt.

Vonseiten der Stadtwerke hieß es, dass sowohl die Stadt als auch die Polizei festgestellt hätten, dass nicht wenige Nutzer insbesondere in Fußgängerzonen und auch auf Gehwegen mit den E-Scootern unterwegs sind″. Straßenverkehrsrechtlich ist dies nicht zulässig und nicht erlaubt; Verstöße und Zuwiderhandlungen seitens der Nutzer sind Ordnungswidrigkeiten, die nun auch geahndet werden″, so Pressesprecher Marco Hörmeyer.

Wer sich in Osnabrück durch falsch abgestellte Scooter belästigt fühle, könne sich über die Falschparker-Hotline″ unter 030/ 56837798 an das Unternehmen wenden, erklärt Steffen Hass. Mitarbeiter würden sich dann um die Geräte kümmern. Ähnlich würde das Unternehmen mit Rollern umgehen, die außerhalb des Sperrgebietes abgestellt werden würden. Natürlich sammeln wir die entsprechenden E-Scooter ein und stellen sie im Zentrum wieder auf″, sagt Hass.

Positive Zwischenbilanz

Insgesamt ist die Tier Mobility GmbH aber mit dem Start in Osnabrück zufrieden. Seit Anfang Juni stehen 350 E-Scooter zum Ausleihen bereit. Das Angebot werde sehr gut angenommen″, hieß es einer Pressemitteilung vom Freitag. In Zeiten von Abstandsregelungen würden Bürger Verkehrsmittel bevorzugen, die eine individuelle Fortbewegung ermöglichen. Das sei insbesondere an den täglich neu hinzukommenden Nutzern spürbar, so das Unternehmen weiter.

Wir freuen uns sehr über den positiven Zuspruch der Nutzer in Osnabrück″, wird Steffen Hass, zuständig für den Bereich Osnabrück, zitiert. Wir konnten aber auch sehen, dass es noch die ein oder andere Unsicherheit gibt, wenn es um die korrekte Nutzung der E-Scooter geht.″ Dabei gehe es nicht nur um das falsche Abstellen der Roller. Nutzer sollen auch dafür sensibilisiert werden, dass das Fahren der Tier-Scooter erst mit Vollendung des 18. Lebensjahres erlaubt sei und das Tragen eines Helms empfohlen werde. Um Fußgänger nicht zu stören oder zu gefährden, dürfen die E-Scooter auf Gehwegen und speziell in Fußgängerzonen nicht genutzt werden″, betont das Unternehmen.

Bildtext:
Nicht überall werden die Roller ordentlich abgestellt.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Andre Pottebaum


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