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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Neue „Arche″ im Schinkel öffnet ihre Türen
Zwischenüberschrift:
Den Anstoß gab vor Jahren John McGurk: Hilfsorganisation nun auch in Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Vier Jahre suchte die bundesweit aktive Kinderhilfsorganisation Die Arche″ nach einer passenden Immobilie für einen Osnabrücker Standort. Am 24. April sollten dann endlich die Türen öffnen doch aufgrund der Corona-Krise war das nicht möglich. Das Team stand vor der Herausforderung, sich noch vor dem Start erst einmal neu erfinden zu müssen.

Seit dem 3. Juni kommen erstmals Kinder in die Räume an der Bremer Straße 126 im Stadtteil Schinkel. Eigentlich sind die Archen offene Kindertreffs doch zurzeit ist eine Anmeldung erforderlich, damit coronabedingte Obergrenzen eingehalten werden. Ein offenes Haus werde wohl frühestens Ende August möglich sein, sagt Stephanie Koopmann, die die Osnabrücker Arche leitet.

Die Osnabrücker Arche ist in einer zuvor leer stehenden alten Arztpraxis entstanden. Umfangreiche Sanierungs- und Renovierungsarbeiten waren notwendig, um die Immobilie, die noch den Charme der Achtzigerjahre verströmte, an die heutigen Standards anzupassen. Eine ganze Mannschaft aus Handwerkern, Malern, Elektrikern, Tischlern und vielen weiteren war fünf Wochen lang im Einsatz. Für die komplette Inneneinrichtung sorgten André und Susanne Philipps von der Firma Thomas Philipps.

Die eigentlich offenen Kindertreffs der Arche richten sich vor allem an Kinder, die in einkommensschwachen Familien leben. Das trifft in Osnabrück, statistisch gesehen, auf durchschnittlich 21, 4 Prozent aller Mädchen und Jungen zu. Im Stadtteil Schinkel liegt dieser Wert aber deutlich höher. Rita Alte-Bornholt, Netzwerkkoordinatorin der Koordinierungsstelle Kinderschutz und Frühe Hilfen, beziffert ihn auf etwa 48, 8 Prozent.

Stephanie Koopmann und Maja Carstens gingen zunächst in die nahe gelegene Stüveschule, um Kontakt mit den Kindern aufzunehmen. Damit hätten sie signalisieren wollen: Wir sind für euch da.″ Wichtig sei es, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.

Zusätzlich wurden bereits viele coronatypische Projekte ins Leben gerufen. So entstand eine virtuelle Arche, inklusive Whatsapp-Gruppen für Eltern und Kinder, sowie Livechats mit den Familien. Aufgaben für die ganze Familie helfen dabei, den Zusammenhalt zu stärken. Diese können an der Arche abgeholt und müssen dann zusammen erledigt werden.

Durch die Corona-Zeit sei vieles entstanden, so Koopmann. Wir sind sehr erfinderisch.″Persönliche Begegnung

In den ersten Wochen wurden außerdem viele Familien zu Hause besucht, es kam zu etlichen Treppenhausgesprächen″. Gerade diese persönlichen Begegnungen seien wichtig, um einen Austausch mit den Familien haben zu können. Diese benötigten Ansprechpartner, um Ängste und Sorgen mit ihnen teilen zu können.

Zusätzlich ermöglichten die Besuche den Mitarbeitern der Arche, sich ein Bild der häuslichen Situationen machen zu können. Die wenigsten Familien waren es gewohnt, so lange auf engstem Raum zusammen zu sein. Das Konfliktpotenzial sei dabei hoch, so Koopmann.

Der Grundstein für eine Arche″ in Osnabrück wurde 2015 gelegt: Den bekannten Charityläufer John McGurk, der sich seit mehr als 30 Jahren aktiv für gemeinnützige Projekte einsetzt, verbindet seit Jahren eine enge Freundschaft mit Arche″-Gründer Bernd Siggelkow. Bei einem Benefizlauf, bei dem in 14 Tagen und 14 Nächten alle 25 Archen″ angelaufen wurden, entstand der Gedanke, auch eine Einrichtung in Osnabrück zu gründen. Das macht man nur, wenn man überzeugt ist″, sagt McGurk. Zusammen mit seiner Hilforganisation Sportler 4a childrens world″ wurden bei vielen Veranstaltungen Spenden für das Projekt gesammelt.

McGurk freut es sehr, nun endlich eine der Einrichtungen vor Ort zu haben. Trotz allem wollen wir die großen Dinge nicht aus den Augen verlieren. Aber es macht mich Stolz, und es macht meinen Verein stolz.″

McGurk wäre nicht McGurk, wenn er nicht weitere Pläne hätte. Eigentlich sollte im Oktober ein großer Charitylauf in seine schottische Heimat sowie nach Irland stattfinden. Der wird nun auf den kommenden April verschoben. Mit insgesamt 20 Teilnehmern wird er über 1000 Kilometer durch sechs Länder führen. Dort sollen Massengräber besucht werden, in denen Hunderte Kinderleichen entdeckt wurden. Das liegt mir sehr am Herzen″, so McGurk, und kündigt an: Wir nehmen Osnabrück mit.″

Bildtext:
Umfangreiche Sanierungsarbeiten waren nötig, um die ehemalige Arztpraxis bewohnbar zu machen: Jetzt aber kann Stephanie Koopmann im Innenraum des Gebäudes in der Bremer Straße Kinder begrüßen.
Foto:
Michael Gründel

Die Arche″

Die Kinderhilfsorganisation Die Arche″ kümmert sich um Kinder und Jugendliche aus finanzschwachen Verhältnissen. Auf Initiative des Pastors Bernd Siggelkow wurde der Verein 1995 in Berlin-Hellersdorf gegründet. Mittlerweile gibt es bundesweit mehr als 25 Standorte, an denen täglich mehr als 4500 Kinder, Jugendliche und deren Eltern erreicht werden.

Das Hilfswerk gehört zum evangelikalen Spektrum, ist aber offen für Kinder aus allen Glaubensrichtungen und Kulturkreisen.

Spenden wie Lebensmittel und Hygieneartikel nimmt der Verein in Osnabrück von Montag bis Donnerstag zwischen 10 und 12 Uhr entgegen. Die Sachen können einfach vor der Tür abgelegt werden. Gerade frische Lebensmittel werden gerne gesehen.
Autor:
Niels Stern


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