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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ledenhof bekommt ein neues Gesicht
 
Schmuddelecke wird Schmuckstück
Zwischenüberschrift:
Am Osnabrücker Ledenhof wird der nächste Schritt getan: 2021 soll es losgehen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Schon im kommenden Jahr könnten am Ledenhof und am Neuen Graben die Bagger rollen. Mehr als drei Millionen Euro will die Stadt in den zuletzt etwas trostlos wirkenden Platz investieren, zwei Drittel davon sind Fördergelder. Nach dem Umbau wird der Ledenhof kaum wiederzuerkennen sein.

Osnabrück Während der Umbau des Osnabrück Neumarkts weiter stockt, gehen die Planungen für den neuen Ledenhof in die nächste Phase. Wenn alles rundläuft, kann der Umbau 2021 beginnen. Aus der Schmuddelecke soll ein Schmuckstück werden.

Die Stadt hat dem Büro bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh den Auftrag für die weitere Vorplanung erteilt. Das Büro hatte 2019 den freiraumplanerischen Wettbewerb der Stadt gewonnen und steht nun vor der Aufgabe, aus dem Entwurf eine konkrete Vorplanung zu entwickeln. Am Ende des Prozesses soll sich das gesamte Quartier mit Schloss, Schlossgarten, Neuem Graben und Ledenhof als Einheit präsentieren.

Knapp zwei Millionen Euro stehen für den Ledenhof zur Verfügung, weitere 1, 2 Millionen Euro für die Neugestaltung des Neuen Grabens. Ein Drittel der Gesamtsumme muss die Stadt aufbringen, zwei Drittel kommen aus dem Städtebauförderungsprogramm Lebendige Zentren″ von Bund und Land.

Der Leiter des Fachbereichs Städtebau, Holger Clodius, geht davon aus, dass Anfang 2021 die Ausführungsplanung vorliegen wird. Baubeginn werde 2021 sein, sagt Clodius. Auf einen genaueren Zeitpunkt will er sich nicht festlegen. Aber immerhin: Der Ledenhof, der seit einem Jahrzehnt auf eine Auffrischung wartet, dürfte damit vor dem Neumarkt fertig werden, wo die Planungen auch wegen der Corona-Krise auf der Stelle treten.

Zentrales Element des neuen Ledenhofes soll eine Tennenfläche aus feinem Steinmaterial sein. Der Belag lässt den Regen versickern und Feuchtigkeit aufsteigen, was das Mikroklima verbessert, wie die Planer sagen. Der Nachteil: Ein Tennenplatz braucht mehr Pflege als Pflaster oder Beton.

Auf dem westlichen Teil des Ledenhofs in der Nähe der Industrie- und Handelskammer sieht der Entwurf Rasenflächen vor, begrenzt von gepflasterten Wegen. Die Platanen sollen dort durch Bäume ersetzt werden, die mit Hitze und Trockenheit besser fertig werden: Gleditschien. Diese Art, auch Lederhülsenbaum genannt, kommt ursprünglich aus Amerika und ist in warmen Zonen Südeuropas inzwischen fest verwurzelt. Gegenüber am Ledenhofgebäude sollen Staudengärten entstehen.

Auf Treppen und Hochbeete verzichten die Berliner Planer konsequent. Barrierefreiheit und Flexibilität haben Vorrang. Die Sitzelemente aus Holz mit und ohne Rückenlehne können für größere Veranstaltungen abgebaut werden.

Die Bürgerschaft hatte und hat die Möglichkeit, bei der Neugestaltung mitzureden. Im März 2019 fand eine Bürgerwerkstatt mit 20 Teilnehmern statt, in der Grundzüge der Gestaltung erörtert wurden. Ein Teilnehmer aus dem Bürgerworkshop, der per Los bestimmt wurde, nahm an der Sitzung des Preisgerichts teil. Die Stadt will die Bürgerbeteiligung fortführen, sucht aber in der veränderten Corona-Welt noch nach einem geeigneten Format. Eine Infoveranstaltung scheidet aus. Angedacht ist, auf wetterbeständigen Planen an Bauzäunen auf dem Ledenhof die Entwürfe zu präsentieren. Bürger sollen im Internet Anregungen äußern können. Denkbar sei auch, so schreibt die Verwaltung in einer Vorlage für den Stadtentwicklungsausschuss, dass Bürger vor Ort ihre Ideen auf einem Zettel aufschreiben und diesen in einem Kasten einwerfen.

Eine Forderung, die in der Bürgerbeteiligung immer wieder gestellt wurde, war ein besserer Übergang vom Ledenhof zum Schloss. Das wird umgesetzt. Künftig wird der Neue Graben auf zwei Spuren pro Fahrtrichtung (eine für Busse und Fahrräder, eine für Autos) reduziert.

Ein extrabreiter Fußgängerüberweg wird Ledenhof und Schloss verbinden. In der Vergangenheit hatte die Stadt sogar Barrieren aufgestellt, um Fußgängern das Überqueren der breiten Fahrbahn zu erschweren.

Der Ledenhof bietet zurzeit einen traurigen Anblick, zumal die Pflege wegen des absehbaren Umbaus deutlich reduziert wurde. Dabei war der Platz einmal ein Schmuckstück. 1976 verlieh der preisgekrönte Architekt Helge Bofinger dem Klinkerplatz auf der Tiefgarage mit verwegenen Wasserspielen einen sinnlich-belebenden Charakter. Doch die Folgekosten waren so hoch, dass die Stadt das Wasser abdrehte. Aus den Brunnen wurden Beete.

Architekt Bofinger war sauer, dass die Stadt den Ledenhof vor die Hunde gehen ließ, und pochte auf sein Urheberrecht. Das war 2013. Unsere Redaktion berichtete damals, Bofinger wäre gegen Zahlung einer Entschädigung bereit, die Missachtung seines geistigen Eigentums zu erdulden. Der Streit zog sich hin, auf dem Ledenhof passierte nichts. Bis die Stadt die Entscheidung traf, den Platz von Grund auf neu zu gestalten und einen neuen Wettbewerb auszuloben. Damit hatte sich der Streit um Urheberrechte erledigt.

Bildtexte:
So soll der neue Ledenhof nach Ansicht der bbz Landschaftsarchitekten in Zukunft einmal aussehen.
Trauriger Anblick: So sieht es derzeit am Ledenhof aus.
Grafik:
bbz landschaftsarchitekten
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Wilfried Hinrichs


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