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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Die Knollstraße kämpft um ihre „grüne Lunge″
Zwischenüberschrift:
Unternehmen will 50 neue Wohnungen auf Hinterliegergrundstücken errichten
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Weil Wohnraum in der Stadt Osnabrück immer noch knapp ist, sichern sich Investoren auch Flächen, die den Anwohnern heilig sind. An der Knollstraße gibt es Proteste gegen die Absicht eines Münsteraner Immobilienunternehmens, auf den Hinterliegergrundstücken Wohnungen zu bauen.

Meine persönliche grüne Lunge″ nennt Antje Diekmann das Gartenland, das sie von der Klosterkammer Hannover gepachtet hat. Urlaub brauche sie nicht, wenn sie sich auf ihrer fast 1000 Quadratmeter großen Parzelle aufhalte. Vor ein paar Jahren ist sie nach Bramsche gezogen, aber ihren Garten hat sie behalten. Zusammen mit den Nachbarn von der Knollstraße will sie dafür kämpfen, dass die Grünzone zwischen dem Regenrückhaltebecken auf dem Ameos-Gelände und der Knollstraße nicht bebaut wird.

Viele der Nachbarn kennen sich seit Jahrzehnten, und sie sind empört darüber, dass die Klosterkammer einen etwa 40 Meter breiten und 150 Meter langen Streifen zu Erbpachtkonditionen an das Münsteraner Unternehmen Bövingloh Immobilien abgeben will. Einige dieser Parzellen dienen den Anwohnern der Knollstraße als erweiterte Hausgärten, die meisten werden jedoch von Pächtern genutzt, die zwar in der Nähe, aber nicht im jeweiligen Haus davor wohnen.

Die Gärten seien über Generationen gepflegt worden, sagt Michael Schmidt, einer der Anwohner. Mit der Planung werde eine für das Stadtklima wichtige Frischluftschneise teilweise zerstört. Vielen Kindern, aber auch ihren Eltern und Großeltern werde das grüne Paradies fehlen, bedauert Nachbarin Ute Campen. In diesem Refugium könnten sie noch beobachten, wie Meisen und Grünfinken flügge würden.

Im Februar wurden die Pächter informiert, dass Bövingloh auf dem Gelände Eigentumswohnungen errichten will. Von vier Blöcken, jeweils elf Meter hoch, sei die Rede gewesen, insgesamt sollten 60 Wohnungen und zahlreiche Tiefgaragenplätze entstehen.

Andreas Imwalle vom Klosterrentamt Osnabrück bestätigt, dass Bauabsichten für die Hinterliegerfläche bestehen. Dabei gehe es um eine Größenordnung von 50 Wohnungen, die sich auf vier Mehrfamilienhäuser verteilen würden. Man sei früh auf die Anwohner zugegangen, obwohl es bei der Planung noch viele offene Fragen gebe: Wir stehen bauplanerisch ganz am Anfang.″

Voraussetzung für das Projekt ist, dass die Stadt die Wohnnutzung für das Areal im Bebauungsplan festlegt. Wir sind in Gesprächen″, bestätigt Holger Clodius, der Leiter des Fachbereichs Städtebau. Grundsätzlich werde eine Bebauung an dieser Stelle nicht ausgeschlossen, es müssten jedoch noch viele Punkte geklärt werden. Dazu gehört auch, ob von einer Versiegelung der Fläche negative Auswirkungen auf das Stadtklima zu erwarten sind. Wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen, soll der Rat abwägen und eine Entscheidung treffen.

Unsere Redaktion hat auch den Investor Bövingloh Immobilien um nähere Informationen gebeten, aber bislang keine Antwort erhalten.

Bildtexte:
Baut ein Münsteraner Immobilienunternehmen hier bald Wohnungen? Dagegen wehren sich Anwohner der Knollstraße.
Hier ist die Grenze: Anwohner der Knollstraße demonstrieren, wie wenig von diesem Garten bliebe, wenn in zweiter Reihe gebaut würde.
Um die Gärten in der Mitte geht es bei der Planung im rückwärtigen Bereich der Knollstraße.
Fotos:
Thomas Osterfeld, Google
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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