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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Die Unsicherheit für die Bevölkerung wird verlängert″
Zwischenüberschrift:
380-kV-Trasse zwischen Wehrendorf und Lüstringen: Bürgerinitiative und Kreis fordern Erdverkabelung an der Schelenburg
Artikel:
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Originaltext:
Bissendorf Seit voriger Woche steht der Korridor für die umstrittene 380-Kilovolt-(kV-) Leitung im Abschnitt zwischen Bad Essen-Wehrendorf und Osnabrück-Lüstringen fest. Die Bürgerinitiative, die sich gegen eine Freileitung und für mehr Erdverkabelung einsetzt, ist mit dem Ergebnis des Raumordnungsverfahrens unzufrieden.

Die ersten 8, 4 Kilometer des 20, 2 Kilometer langen Trassenabschnitts sollen, von Osnabrück aus betrachtet, unter der Erde verlegt werden. Danach folgt im Bereich um die historische Schelenburg ein knapp drei Kilometer langer Abschnitt, den der Netzbetreiber Amprion als Freileitung auf Masten geplant hat. Doch da macht der Denkmalschutz nicht mit. Amprion muss nun so lautet der Prüfauftrag des Landesamtes entweder eine Trasse weiter westlich finden oder die Leitung auch dort als Erdkabel verlegen, falls es nicht möglich ist, dann noch den gesetzlichen Mindestabstand zur Wohnbebauung einzuhalten. Das könnte dazu führen, dass auch ein Großteil der restlichen 8, 9 Kilometer bis zum Umspannwerk in Wehrendorf unter die Erde kommt denn auch dort gibt es sogenannte Engstellen.

Die Bürgerinitiative (BI) Keine 380-kV-Freileitung am Teuto″ ist dennoch unzufrieden mit der landesplanerischen Feststellung, da sie aus ihrer Perspektive dem Vorschlag des Netzbetreibers Amprion folge. Vor allem gegen Amprion richtet sich erneut der Unmut. Obwohl Alternativen bestehen, verpasst das verantwortliche Unternehmen wieder einmal eine Chance, den Netzausbau in unserer Region im Interesse der Menschen und der Umwelt zu realisieren″, schreibt die Initiative in einer Pressemitteilung.

Mit der Westverschwenkung werden in Oberjeggen mit Blick auf die Abstandsregelungen neue Betroffenheiten ausgelöst und die Unsicherheit für die Bevölkerung verlängert″, so die Initiative. Es stehe ein Zickzack-Verlauf zu befürchten. Außerdem erachtet die BI das Prüfgebiet von 2, 9 Kilometer Länge als zu klein. Es ist nicht ersichtlich, wie eine Kabelübergabestation vor dem Altschledehauser Berg mit den Anforderungen des Denkmalschutzes vereinbar ist. Von den Auswirkungen auf das FFH-Gebiet , Kleines Mausohr-Jagdgebiet Belm′ ganz zu schweigen.

Die Bürgerinitiative schlussfolgert, dass eine Erdverkabelung im Gebiet der Schelenburg die einzige Möglichkeit sei, die erheblichen Beeinträchtigungen für die historische Burg zu verhindern. Mit einer Verlängerung um nur wenige Hundert Meter könnte man dann auch die Bevölkerung in Schledehausen und Krevinghausen vor den jahrzehntelangen Beeinträchtigungen der Freileitung schützen.″

Mit einer digitalen Bürgerversammlung will die Initiative zusammen mit den betroffenen Kommunen und dem Landkreis noch vor der Sommerpause die Bevölkerung über den Stand der Dinge informieren.

Auch der Landkreis Osnabrück hat sich zum landesplanerisch festgestellten Korridor geäußert. Amprion sei bei einer Strategie der maximalen Erdkabelvermeidung geblieben″, kritisiert Kreisrat Winfried Wilkens laut Pressemitteilung des Landkreises. Die bürgerfreundlichen Möglichkeiten für Erdkabelpilotprojekte″ würden von Amprion nach wie vor deutlich zu wenig genutzt″. Die Prüfregelung für den Bereich der Schelenburg beurteilt der Kreis aber als im positiven Sinne kreativ″ und betrachtet ebenfalls eine Erdverkabelung als beste Lösung.

Die bereits feststehenden Erdkabelabschnitte aber bewertet der Landkreis als Erfolg. Die intensive politische Überzeugungsarbeit des Landkreises beim Bundesgesetzgeber in Berlin gemeinsam mit Gemeinden und Bürgerinitiativen für die Teilerdverkabelung hat sich insoweit gelohnt″, sagt Wilkens. Noch vor wenigen Jahren wären solche Projekte komplett oberirdisch genehmigt worden, so Wilkens. Die Aufnahme der Strecke in den gesetzlichen Katalog der Erdkabel-Pilotprojekte im Dezember 2014 habe eine teilweise unterirdische Verlegung zum Schutz von Mensch und Natur erst ermöglicht″, sagt der Kreisrat.

Bildtexte:
Die Schelenburg im Luftbild: Die Trasse für die 380-Kilovolt-(kV-) Leitung im Abschnitt zwischen Bad Essen-Wehrendorf und Osnabrück-Lüstringen führt unweit entlang. Die Bürgerinitiative (BI) Keine 380-kV-Freileitung am Teuto″ setzt sich für Erdverkabelung an dem historischen Bauwerk ein.
Die Türmchen der Schelenburg sind rechts von dem Kindergartengebäude im Vordergrund zu erkennen. Im Hintergrund die geplante 380-kV-Leitung, wie Amprion sie sich in dieser Simulation vorstellt und wie sie wegen des Denkmalschutzes nicht gebaut werden darf.
Von links nach rechts: Hellblau von Lüstringen durch Natbergen bis nach Wissingen ist der Bereich, in dem die 380-kv-Leitung unter die Erde soll. Der schraffierte Bereich ist der, den es noch zu prüfen gilt, weil in ihm die denkmalgeschützte Schelenburg liegt. Der dunkelblaue Abschnitt Richtung Nordost ist bislang als Freileitung geplant.
Fotos:
Gert Westdörp, Amprion
Karte:
LGLN
Grafik:
Amt für regionale Landesentwicklung Niedersachsen
Autor:
Sandra Dorn


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