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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Die Bäume liegen, die Fetzen fliegen
Zwischenüberschrift:
Kritik an Fällaktion am Düteweg – Eigentümer und Bezirksförster widersprechen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK/ GEORGSMARIENHÜTTE. Spaziergänger, Jogger und Gassigeherschreien auf: Am beschaulichen Weg entlang der Düte zwischen Holzhausen und Sutthausen liegen seit vergangener Woche rund 60 Pappeln neben dem Flussbett, die es zuvor noch gesäumt haben. Die Grünen hatten die Stadt Georgsmarienhütte im Verdacht, doch die Bäume standen auf Privatflächen.

Auf einer Länge von rund 200 Metern sind die Pappeln der Motorsäge zum Opfer gefallen. Mehrere Eigentümer hatten hier Bäume fällen lassen, die meisten aber standen auf dem Grundstück von Ludger Menkhaus, das zum Georgsmarienhütter Stadtteil Holzhausen gehört. Für Menkhaus kamen die vergangenen Tage fast einem Spießruten lauf gleich, sohäufig musste er sich vor Passanten rechtfertigen.
Die Georgsmarienhütter Grünen vermuten derweil fälschlicherweise die Hüttenstadt als Eigentümerin und schlagen in dieselbe Kerbe. Diese Maßnahme ist ohne Sinn und Verstand durchgeführt worden″, wettert Grünen-Vorstandsmitglied Tobias Demircioglu in einer Pressemitteilung.
Bezirksförster Friedrich Gleissner widerspricht dem entschieden: Ihn hatte Ludger Menkhaus′ inzwischen verstorbener Vater bereits vor knapp einem Jahr kontaktiert. Anlass war laut Ludger Menkhaus damals ein Schreiben der Stadt Georgsmarienhütte. Diese hatte unter Verweis auf sichtbares Totholz in vielen Pappeln aus Sicherheitsgründen verfügt, dass die Kronen beschnitten werden müssen. Die Gefahr, dass diese auf den darunterliegenden Düteweg fallen, war dem städtischen Ordnungsamt zu groß. Menkhaus bestätigt diesen Eindruck: Seit Kyrill sind acht Pappeln heruntergekommen.″
Nun hatte Menkhaus die Wahl: Entweder Arbeiter engagieren, die in den damals rund 30 bis 35 Meter hohen Pappeln die Kronen für im Verhältnis teures Geld lichteten oder die gesamte Pappel-Galerie herunterholen. Bezirksförster Gleissner riet zum Kahlschlag, da die rund 40 Jahre alten Pappeln nach seiner Ansicht schlagreif waren, also eine optimale Wertschöpfung erwarten ließen. Außerdem sei die Pappel eine Weichholzart, bei der die Beschneidung der Kronen kaum möglich ist″. Auch aus ökologischer Sicht sei die Fällaktion sinnvoll.
Gleissner betont, dass auch der Landkreis als Untere Wald- und Naturschutzbehörde eingeschaltet wurde. Denn während das Abholzenin einem Privatwald kaum ein Problem darstellt, unterliegt es in einer schmalen Baumreihe wie am Düteweg einem besonderen Schutz. Der Landkreis sah angesichts der Sachlage aber keinen Grund, dem Vorhaben zu widersprechen. Menkhaus kann einen entsprechenden Bescheid vorweisen.
Er bestreitet zudem, sich mit dem Verkauf eine goldene Nase zu verdienen. Ich bin froh, wenn ich plus/ minus null rauskomme.″ Über drei Tage habe er bis zu vier Arbeiter gleichzeitig beschäftigen müssen, dazu sei ein Spezial-Forstschlepper im Einsatz gewesen.
Menkhaus signalisiert, dass zu den stehen gebliebenen Erlen, Weiden, Eschen, Haselnüssen und wilden Kirschen demnächst weitere Bäume gepflanzt werden. Statt Pappeln werden es dann Erlen und Eschen sein.

Bildtext:
Bereit zum Verkauf liegen rund 60 Pappeln am Düteweg zwischen Holzhausen und Sutthausen.
Foto:
Jörn Martens
Autor:
Hauke Petersen


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