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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
In Auschwitz ermordet
Zwischenüberschrift:
Die Jüdin Hermine Grünberg lebte mit ihrer Familie am Markt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Welche Leidensgeschichte sich hinter den wenigen überlieferten Daten befindet, lässt sich kaum erahnen. Das NS-Regime drangsalierte Hermine Grünberg, weil sie Jüdin war. Sie verlor ihre Wohnung und ihr Eigentum. In Auschwitz endete ihr Leben. 1933 wurde ein Albtraum wahr, der zwölf Jahre dauern sollte. Adolf Hitler fantasierte von einer jüdischen Weltverschwörung″. Der Rassenwahn regierte. Im Schatten des Weltkriegs ließ das NS-Regime sechs Millionen europäische Juden ermorden. Hermine Grünberg dürfte sich kaum als Teil einer Weltverschwörung″ gesehen haben. Sie wurde 1881 in Wulften als Hermine Mindus geboren, heiratete 1913 den Viehhändler Abraham Grünberg, der Adolf genannt wurde, und lebte mit ihm am Markt 11 in Osnabrück. Das Paar hatte sechs Kinder, von denen drei im Kleinkindalter starben. Und dann kamen die Nationalsozialisten, die den Juden das Leben zunehmend schwer machten. Abraham Grünberg starb 1939. Seine Frau wurde gezwungen, die Wohnung zu verlassen. Nach einer Zwischenstation an der Großen Straße 44 fand sie sich drei Jahre später im sogenannten Judenhaus″ an der Kommenderiestraße 11 wieder. Im Juli 1942 wurde Hermine Grünberg nach Theresienstadt deportiert, später nach Auschwitz. Dort wurde sie ermordet. Jetzt erinnert ein Stolperstein an die Osnabrückerin dort, wo sie zuletzt mit ihrer Familie gelebt hat.

Bildtext:
Markt 11 hier lebte Hermine Grünberg, bis der Jüdin die Wohnung genommen und sie nach Auschwitz verschleppt wurde. Dort wurde die Osnabrückerin ermordet.
Fotos:
Jörn Martens

Stolpersteine
Messingplatten in den Gehwegen erinnern an Opfer des Nationalsozialismus je-weils vor den Wohn- oder Wirkungsstätten der Juden, Sinti, Deserteure, Menschen, die aus politischen und religiösen Gründen, wegen ihrer sexuellen Orientierung, einer psychischen Erkrankung oder einer Behinderung verfolgt und ermordet wurden. Der Kölner Künstler Gunter Demnig ist Initiator des Projekts Stolpersteine, dem sich europaweit etwa 600 Kommunen angeschlossen haben: außer in Deutschland weitere in Ländern wie Österreich, Ungarn, Italien, Tschechien, Polen, Belgien, Norwegen, den Niederlanden und in der Ukraine.Den Stolperstein für Hermine Grünberg verlegten André Beste, Benjamin Cotie, René Oechel, Rico Reinhold und Carsten Ziegert, die die Berufsfachschule Bautechnik des Berufsschulze-trums am Westerberg besuchen. Patin der Gedenktafel ist Gertrud Pauck. Das städtische Büro für Friedenskultur nimmt für weitere Gedenktafeln gern Hinweise von Zeitzeugen über das Schicksal von Opfern des NS-Regimesent gegen. Die Telefonnummer lautet 05 41/ 323-22 87.
Autor:
Jann Weber


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