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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Biergarten am Schloss?
Zwischenüberschrift:
Warum es in Osnabrück bald mehr Außengastronomie geben könnte
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Stadt erlässt den Osnabrücker Gastronomen 50 Prozent der Sondernutzungsgebühren für ihre Außengastronomie. Außerdem dürfen sie ihre Biergärten vergrößern wenn dafür genug Fläche zur Verfügung steht. Dies sollen erste Schritte sein, um das Geschäft wieder anzukurbeln. Die Wirte nehmen das städtische Geschenk gerne an, haben aber gemischte Gefühle. Tobias Neumann wägt ab, was er zu der Reduzierung der Sondernutzungsgebühren sagen soll. Man will es sich ja nicht mit der Stadt verscherzen″, sagt der Inhaber der Steakmeisterei″.

Hilfreicher erster Schritt

Sein Kollege Henrik Schrage vom Bottled″ wählt ein altes Sprichwort: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.″ Als erster Schritt sei es aber hilfreich, schiebt er nach. Er wolle nicht undankbar erscheinen, sagt auch Neumann, der auch für die Gastronomen spricht, die im Verein WirtuOS″ organisiert sind.

Doch warum diese Zurückhaltung? Die Erweiterung der Außengastronomie-Flächen sei nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein, sagt Neumann. Eine Erweiterung der Kapazitäten um 50 Prozent bedeute ja nicht automatisch 50 Prozent mehr Umsatz.

Zudem hätten nur die wenigsten Gastronomen in Osnabrück so viel Fläche zur Verfügung. Schrage zum Beispiel, dessen Bottled″ direkt am Koggen-Spielplatz am Adolf-Reichwein-Platz liegt, kann von einer Erweiterung nur träumen. Vor seinem Lokal teilen sich seine Gäste den knappen Raum mit Fußgängern und Radfahrern.

Wie Neumann bringt auch Schrage einen kompletten Verzicht der Sondernutzungsgebühren für die Außengastronomie seitens der Stadt ins Spiel. Schrage verweist auf die Steuern, die er an die Stadt bislang gezahlt habe, und dass er diese Steuern auch weiterhin zahlen wolle. Ich fände es auch gerechter, wenn zum Beispiel die Mehrwertsteuer für Getränke von 19 auf 7 Prozent gesenkt wird″, sagt er. Aber, so schränkt er im nächsten Atemzug ein, dies sei natürlich nicht Sache einer Kommune wie Osnabrück, sondern des Bundes.

Anders als am Adolf-Reichwein-Platz ist die Lage im Schlossgarten. Dort gibt es viel Platz. Sebastian Werkmeister vom Unikeller berichtet, er habe beim Osnabrücker Servicebetrieb bereits beantragt, seinen Biergarten auf die Fläche an der Solara erweitern zu können. Gerne hätte er auch die Fläche des an den Unikeller angrenzenden Parkplatzes in seinen Biergarten integriert. Aber sie ist leider nicht nutzbar wegen der Szene vor Ort″, sagt er. In alten Zeiten haben die Gäste des Unikellers direkt an der Hecke im Schatten sitzen können. Seit ein paar Jahren ist es leider zur Kloake verkommen.″

Stadtsprecher Sven Jürgensen hat die Hoffnung, dass die Reduzierung der Sondernutzungsgebühren eine Hilfe für die von der Corona-Pandemie betroffenen Gastronomen ist. Die Maßnahme sei im Rahmen eines Gesamtkonzepts beschlossen worden. Noch hätten aber nicht viele Gastronomen die Erweiterung ihrer Flächen beantragt. Jürgensen gibt auch zu bedenken, dass es Liefer- und Fluchtwege zu berücksichtigen gilt und auch die Belange der jeweiligen Nachbarn. Aber wir prüfen die Anträge möglichst positiv.″

Suche nach Lösungen

Auch Alexander Illenseer von der Osnabrücker Marketing- und Tourismus-Gesellschaft (OMT) sieht die Reduzierung der Sondernutzungsgebühren in einem positiven Licht. Seiner Meinung nach wäre es zudem hilfreich, die Vorgaben des Landes Niedersachsen so auszunutzen, um praktikable und sinnhafte Lösungen zu setzen. Durch gezielte Marketing-Kampagnen über die sozialen Medien sollen in den nächsten Wochen wieder Menschen in die Stadt geholt werden allerdings keine Massen. Das normale Leben geht langsam wieder los″, sagt Illenseer.

Das normale Leben″ wünscht sich auch Tobias Neumann wieder. Viele seiner Gäste seien verunsichert und ängstlich, sagt er. Die Nutzung des Gastronomie-Angebots wird noch lange nicht so sein, wie wir es uns wünschen würden.″
Autor:
Thomas Wübker


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