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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Osnabrück macht Schlagzeilen
 
Mit alten Autos auf neuem Asphalt
 
Alle sieben Jahresetzt es eine Ohrfeige
 
Chance für Baracke 35 als Gedenkstätte
 
Wenn ein Traum zweimal platzt
Zwischenüberschrift:
Höhepunkte 2011
 
Wie die Eröffnung der Schellenbergbrücke zum Volksfest gerät
 
Heger Laischaft auf Schnatgang
 
Rat setzt sich ein, doch es gibt kein Geld
 
Arena-Plan scheitert erneut – Diskussion um Neumarkt und Einkaufszentrum
Artikel:
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Originaltext:
OSNABRÜCK. Was bietet Osnabrück 2011 an Höhepunkten? Weit über die Region hinaus wirken ein Staatsbesuch, eine Wette im Fernsehen, ein NDR-Festival, ein besonders attraktiver Zoo, eine neue Autofabrik und ein Weltklasse-Koch.

Staatsbesuch: Im September besuchen der türkische Staatspräsident Abdullah Gül und seine Frau Hayrünnisa Osnabrück. Gastgeber ist Bundespräsident Christian Wulff, der versprochen hatte: Ich werde Staatsgäste nach Osnabrück einladen, um ihnen meine Heimatstadt zu zeigen.″ Etwa 400 türkischstämmige Zaungäste bereiten dem Besuch einen euphorischen Empfang. Verehrer von Gül lehnen sich über die Absperrung, Sicherheitskräfte stemmen sich dagegen, von hinten drängen sich die Kameraleute.
Wetten, dass..? Es ist die Sommerausgabe der großen Fernsehshow mit Thomas Gottschalk und Michele Hunziker. Zwölfeinhalb Millionen Fernsehzuschauer verfolgen die Live-Übertragung aus Mallorca und werden Zeugen einer interessanten Wette. Bisher haben die zehn Mitarbeiter der Osnabrücker Stadtwerke heimlich geübt, und jetzt wollen sie zeigen, dass sie es können. Sie steigen ins Wasserbecken. Vier von ihnen wollen eine Badekappe so weit aufziehen, dass fünf Personen darin Platz finden. Die erste Badekappe reißt, der Erfolg steht auf der Kippe, und dann gelingt es doch.
NDR-Open-Air-Festival: 23 500 Besucher tummeln sich Ende Juli auf dem ehemaligen Kasernengelände in Atter und erleben unter anderem Laith Al-Deen, Xavier Naidoo, Johannes Oerding und die Söhne Mannheims direkt vor ihnen auf der Bühne. Osnabrück ist Schauplatz des Open-Air-Festivals von NDR 2. Es ist eine Mischung aus Pop-Konzert und Volksfest, aus Gänsehaut-Momenten und Kreischen. Viele wünschen sich eine Neuauflage für 2012. Die Chancen stehen gut, denn auch die Veranstalter zeigen sich von Osnabrück begeistert.
Der Zoo: Erstmals verzeichnet der Osnabrücker Zoo in diesem Jahr mehr als eine Million Besucher. Und er wird immer attraktiver. Im Juli erleben die Besucher eine weitere zauberhafte Landschaft im Zoo: Kajanaland ist fertig. Die nordische Landschaft beherbergt Tierarten wie Bären, Rentiere und Wisente, Luchse, Waschbären und Silberfüchse. Das Gelände ist anderthalb Hektar groß. Eine der Attraktionen ist ein bis zu sechs Meter hoher Baumwipfelpfad. Als Nächstes steht ein Tempel für die Schweinsaffen auf dem Programm. Im Juli kommt Nanji zur Welt: Das Giraffenbaby fällt aus dem Mutterleib zwei Meter tief. Es entstehen Bilder mit Seltenheitswert. Und es zeigt sich: Das Leben einer Giraffe beginnt mit einem Absturz.
Volkswagen: Osnabrück ist wieder eine Auto-Stadt, obwohl der Name Karmann aus den Werkshallen verschwunden ist. Auch der Schriftzug von dem beleuchteten Turm der Lackierstraße ist nicht mehr da. Stattdessen wird dort jetzt das Markenzeichen von VW angestrahlt, dem neuen Eigentümer der Fabrik. Viele ehemalige Karmänner finden hier wieder Arbeit und bauen das neue Golf Cabrio. Auch die Produktion von zwei Porsche-Modellen ist in Vorbereitung. Volkswagen-Chef Martin Winterkorn bescheinigt dem neuen VW-Standort eine gute Zukunft: Osnabrück bleibe unter dem Volkswagen-Dach eine stolze Autostadt.
La Vie ist Weltklasse: Thomas Bühner vom Restaurant La Vie erhält seinen dritten Stern. Der Restaurantführer Michelin″ führt ihn jetzt in der Riege der weltbesten Köche. Damit ist Bühner der zweite Drei-Sterne-Koch in Niedersachsen. La Vie in der Osnabrücker Altstadt gehört zu den neun besten in Deutschland und zu den etwa 70 besten der Welt. Thomas Bühner und seine Frau Thayarni Kanagaratnam erhalten die Nachricht an ihrem Ruhetag. 2006 haben sie das Restaurant übernommen. Thomas Bühner war 2009 und 2010 bereits Hoffnungsträger″ für den dritten Stern. Wir freuen uns riesig″, sagt er. Jetzt kann man mir das Lächeln nur noch operativ entfernen.″
Scania am Piesberg: Wer sich einen neuen Lastwagen zulegen möchte und daher einschlägige Prospekte wälzt oder sie im Internetaufruft, sieht die Fahrzeuge von Scania in einer zerklüfteten Landschaft. Und die befindet sich in Osnabrück. Die schwedische Firma hat den Piesberg als Kulisse fürihre Lastwagen entdeckt.

OSNABRÜCK. Die Eröffnung der neuen Schellenbergbrücke im Mai freut viele Osnabrücker. Die Zeit der Umwege zwischen Fledder und Schinkel ist vorbei.

Die neue Brücke ist eher fertig als geplant, obwohl zwei harte Winter in die Bauzeit fallen. Wegen des Bahnbetriebs mussten die Brückenbauer an Wochenenden rund um die Uhr arbeiten und sonntags stets pünktlich fertig sein. Zur Eröffnung des 130 Meter langen Bauwerks im Mai fährt ein Konvoi mit Oldtimern vor und eine Big Band musiziert dazu.

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Er fährt als Erster über die Brücke: Oberbürgermeister Boris Pistorius steuert zur Eröffnung einen legendären Karmann-Ghia in die Mitte des Bauwerks. Mehrere Oldtimer folgen. Viele Osnabrücker applaudieren, und eine Big Band spielt auf.

OSNABRÜCK. Alle sieben Jahre wird an der Lotter Straße ein Junge geschlagen. Das ist ein Ritual der Heger Laischaft aus der Vor-Kataster-Zeit, in der Bürger beim Schnatgang selbst darauf achteten, dass Nachbarn die Grenzen respektierten.
Die Ohrfeige gilt nicht als Körperverletzung, sondern als Merkposten″, wie Frank Henrichvark sagt. Er ist Wort- und Buchhalter der traditionellen Eigentümergemeinschaft aus der Altstadt, die nach wie vor Waldgebiete bewirtschaftet. Im September schlägt er den 12-jährigen Bjarne Wallenhorst.

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Grenzgang mit Ohrfeige: eine Tradition der Heger Laischaft.

OSNABRÜCK. Eine der alten Baracken an der Landwehrstraße bleibt zumindest vorerst. Der Rat will das Gebäude erhalten, damit dort eine Gedenkstätte entstehen kann, doch Geld will sie dafür nicht ausgeben. Was langfristig aus dem Engagement des Vereins Antikriegsbaracke Atter″ wird, hängt auch von künftigen Investoren auf dem Kasernengelände ab.
Im Zweiten Weltkrieg waren hier serbische Offiziere interniert, unter ihnen Juden, die ihre Religion praktizierten und ihre Toten auf dem Johannisfriedhof bestatten durften, während in ganz Deutschland Juden verfolgt und ermordet wurden eine Besonderheit in der NS-Geschichte.

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Serbische Offiziere waren in solchen Baracken gefangen.

OSNABRÜCK. Das Jahr 2011 markiert das Ende der Arena-Pläne: Zum zweiten Mal nach 2008 nimmt die Stadt Abstand von der Idee, am Güterbahnhof eine Veranstaltungshalle zu bauen. Jetzt endgültig. Denn damit ist zugleich der Weg frei zur Sanierung der Osnabrückhalle für 20 Millionen Euro. Vordergründig scheitern die Arena-Pläne an den Preisforderungen der Eigner des Güterbahnhofs. Im Kern aber schrecken die geschätzten 48 Millionen Euro Baukosten den Rat ab. Im Rat regieren seit November SPD und Grüne mit einer Stimme Mehrheit. Rot-Grün propagiert mehr Bürgerbeteiligung und leitet eine Bürgerbefragung über die Entlastungsstraße West ein. Die CDU greift den Trend auf und ruft nach einem Bürgerentscheid für den Fall, dass der Neumarkt für Autos gesperrt und dort ein XXL-Einkaufscenter geplant werden sollte. Kaufleute organisieren den Widerstand gegen die Center-Pläne und gründen die Initiative Lebendiges Osnabrück″.

Januar
Autofahrer ärgern sich über Schnee-Knöllchen″, die ihnen die Stadt ausgestellt hat, obwohl sie stellenweise kaum die Parkautomaten inmitten von Schneebergen erreichen konnten. Nachbarn der Eisengießerei in Eversburg atmen auf: Die Firma Borgelt steht vor dem Aus. Jahrelang hatten sich Anlieger über Schadstoffbelastung beklagt. Nun ist der Abriss in Sicht.• Babyboom in der Region: Die Standesämter der Krankenhäuser von Osnabrück, Georgsmarienhütte und Dissen registrieren für das abgelaufene Jahr 6, 6 Prozent mehr Neugeborene.
Februar
Auch der letzte Vorschlag für die Belebung des Neumarkttunnels scheitert: Eine blaue Lichtlagune mit entspannender Wirkung hätte eine Million Euro gekosten und wäre möglicherweise nicht gerade ein Publikumsmagnet geworden. Giftverdacht im Stadthaus: Nachdem Krebsfälle bei Mitarbeitern bekannt geworden sind, untersucht ein Bremer Umweltinstitut das frühere Stadtkrankenhaus.
März
Wird das Iduna-Hochhaus zur 65 Meter hohen Solaranlage? Eine Firma will einen Fotovoltaik-Mantelanlegen und spricht vom Osnabrücker Sun-Tower″. Aber die Pläne sind zu ehrgeizig und werden wohl nicht realisiert Juden, Muslime und Christen unterzeichnen den Vertrag für ein bundesweit einmaliges Projekt: Die Johannisschule wird zur Grundschule für alle drei Religionen. Doch bleibt die evangelische Kirche außen vor. 15 000 Anwohner rund um das OSC-Gelände müssen ihre Wohnungen verlassen, weil eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft wird.
April
Ein 67-Jähriger aus dem Ruhrgebiet demonstriert in der Fußgängerzone mit ausländerfeindlichen Plakaten. Ein 52-jähriger Syrer entreißt ihm die Transparente und verletzt den Demonstranten dabei leicht. Dafür verurteilt ihn das Amtsgericht Osnabrück im Dezember zu 500 Euro Geldstrafe. Zwei Steinbrüche wachsen zusammen: Der botanische Garten erhält ein weiteres Gelände. Es ist das Ende eines wilden Spielplatzes: Jugendliche müssen sich jetzt an Öffnungszeiten halten.
Mai
Buddeln im Müll als Vision: Experten sehen Chancen für einen rentablen Deponie-Rückbau am Piesberg. Im Grunde laute die Frage nicht, ob sich ein Rückbau lohnt, sondern wann. Es gibt keine Stadtteilbibliotheken mehr. Die letzte ihrer Artschließt in Eversburg. Gleichzeitig setzt sich eine neue Idee durch: Im Stadtgalerie-Café zum Beispiel gibt es ein öffentliches Bücherregal. Es funktioniert so: Jemand stellt ein Buch aufs Brett, ein anderer nimmt es mit. Das sogenannte Bookcrossing″ kommt auch im Rat an.
Juni
Das Kasernentor am Limberg bleibt zu jedenfalls für den Bauunternehmer Dallmann. Die Verhandlungen über das Grundstück sind gescheitert. Zwar hatten in der Dodesheide viele Anwohner gegen die Ansiedlung des Bramscher Unternehmens protestiert, doch daran liegt es nicht. Offenbar lagen die Preisvorstellungen von Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) und Dallmann zu weit auseinander. Ein weiterer Interessent für die ehemalige britische Kaserne ist nicht in Sicht.
Juli
Die Stadtwerke setzensich ein ehrgeiziges Ziel: Bis 2018 soll grüner Strom in alle Haushalte fließen. Dafür wollen die Stadtwerke weiter unter anderem in Fotovoltaikanlagen und Windparks investieren Liegt der Hafen jetzt am Piesberg? Die Stadtteilgrenzen scheinen bei einer Imagekampagne jedenfalls keine entscheidende Rolle zu spielen. Die Pyer wundern sich über Werbetafeln für den Osnabrücker Hafen in ihrem Stadtteil. Am Gesellschaftshaus jedenfalls würde kein Schiff anlegen.
August
6465 Passanten gehen pro Stunde durch die Große Straße. Mit dieser Frequenz liegt die Osnabrücker Fußgängerzone landesweit auf Platz zwei hinter Hannover und auf Platz vier im bundesweiten Vergleich ähnlich großer Städte. Die erste jüdischchristliche Kindertagesstätte wird jetzt in Osnabrück eröffnet. Sie heißt König David″ und befindet sich neben der St.-Barbara-Kirche an der Natruper Straße. Jetzt ist auch der Haseuferweg auf Stelzen zwischen der Schlagvorderstraße und dem Neumarkt fertig. Bereits im vergangenen Jahr wurde der erste Teil in Richtung Heinrich-Heine-Straße freigegeben.
September
Das Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenzrichtet eine Außenstelle in Osnabrück ein. Die Universität freut sich über einen Forschungspartner, und Unternehmen hoffen, von den Wissenschaftlern zuprofitieren .• An der Liebigstraße wird eine 500 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. 4000 Menschen müssen vorsichtshalber ihre Wohnungen verlassen.
Oktober
Das Heger Tor ist zum Teil einsturzgefährdet. Das marode Wahrzeichen der Stadt muss saniert werden und das wird wohl etwa 765 000 Euro kosten. Das Geld hat die Stadt nicht eingeplant. Der rechte Flügel des Heger Tores wird zurzeit saniert. Wind, Wetter und die Wurzeln von Wein, Efeu und Sträuchern haben dem Mauerwerk arg zugesetzt. Die Wurzeln der Bäume wühlten sich über Jahre bis in die Tiefe des Mauerwerks.
November
Neue Chance für den Obus? Er sieht aus wie eine Straßenbahn, fährt jedoch auf Rädern. Gespeist wird er mit Strom über Drähte über dem Dach. Die Alternative zum normalen Bus stößt auf Sympathie. Die Jellinghausschule heißt jetzt Grundschule am Schölerberg. Das alte Untersuchungsgefängnis wird bald verschwinden. Das Land plant dort ein Justizzentrum für 35 Millionen Euro. Die Stadtwerke stoßen die Nordwestbahn ab.
Dezember
Lissabon will das portugiesische Vizekonsulat in Osnabrück schließen. Dagegen regt sich Protest: 300 Portugiesen demonstrieren. Das Konsulat betreut 23 000 Landsleute in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Weniger im Minus als gedacht: Das Defizit im Haushalt der Stadt wird in diesem Jahr um knapp 11 Millionen Euro niedriger ausfallen

Fotos:
Michael Hehmann, Uwe Lewandowski, Klaus Lindemann, Jörn Martens, Elvira Parton, Hermann Pentermann, Egmont Seiler, Gert Westdörp, Thorsten Wöhrmann.
Autor:
Stefan Alberti, Heike Dierks, Wilfried Hinrichs, Franz-Josef Raders, Jann Weber


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