User Online: 1 | Timeout: 19:30Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Industriekultur mit Wellenprofil
Zwischenüberschrift:
Neues Tonnendach für das Magazingebäude am Osnabrücker Piesberg
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Unter dem Tonnendach der Piesberger Kaue wuschen sich einst die Bergleute den Kohlenstaub vom Leib. Heute gehört der Bruchsteinbau mit den markanten Rundbögen zum Museum Industriekultur. Das Dach des Magazingebäudes wird in diesen Tagen erneuert mit maßgeschneiderten Wellenprofilen aus Aluminium.

Das Museum Industriekultur hatte das Tonnendach mehrfach flicken müssen, obwohl die Bleche erst seit den 90er-Jahren verlegt sind. Museumsleiterin Vera Hierholzer betrachtet die Dachsanierung als Chance, das für Sonderausstellungen genutzte Magazingebäude auf einen zeitgemäßen energetischen Standard zu bringen. Um die Wärmedämmung anzubringen, musste allerdings die hölzerne Unterkonstruktion erhöht und mit Stahlbändern gesichert werden.

Nach historischem Vorbild

Dachdeckermeister Sven Waschke und seine Mitarbeiter bringen jetzt die Aluminiumprofile auf dem denkmalgeschützten Bau an. Für die 650 Quadratmeter große Dachfläche wurden 111 Elemente mit der passgenauen Rundung vorgefertigt und am Montag angeliefert. Ihr Gewicht beträgt etwa zwei Tonnen.

Die größte Herausforderung für die Dachdecker war die Erhöhung der Unterkonstruktion zur besseren Wärmedämmung, wie Waschke vermerkt. Gleichwohl hält er es für eine spannende Aufgabe, ein denkmalgeschütztes Objekt nach historischem Vorbild zu bearbeiten.

Für das Museum Industriekultur zählt die Pflege und Erhaltung des historischen Gebäudeensembles zu den elementaren Aufgaben. Am Magazingebäude ist noch ein bisschen abzulesen, wie sich das Leben um die ehemalige Steinkohlezeche am Piesberg abgespielt hat. Anfang der 1890er-Jahre wurde der Bau mit dem Tonnendach errichtet und ursprünglich als Waschkaue genutzt. Die Bergleute zogen sich dort um und wuschen sich nach der Arbeit.

Als der Georgsmarien-Bergwerks- und Hüttenverein die Zeche 1898 aufgab, bekam die Kaue eine neue Funktion.

Ehemalige Tischlerei

In dem Gebäude entstand eine Tischlerei, in der die Holzaufbauten der Förderwagen aus dem Steinbruchbetrieb repariert wurden. Heute nutzt das Museum das Magazingebäude für seine Sonderausstellungen. Das nächste Projekt soll eine Wasser-Ausstellung sein, wegen der Corona-Krise musste sie allerdings verschoben werden.

Das Museum Industriekultur im Haseschachtgebäude ist wieder geöffnet, vorerst beschränkt sich der Betrieb aber auf die Wochenenden. In der wochenlangen Zwangspause ging die Arbeit hinter den Kulissen weiter, wie Direktorin Vera Hierholzer betont. Kommende Ausstellungen und Veranstaltungen wurden geplant, mit neuen digitalen Angeboten hat das Team versucht, Kulturinteressierten das Museum zumindest ein Stück weit nach Hause zu bringen und mit seinen Besuchern in Kontakt zu bleiben.

Freiwilliger Eintrittspreis

Wer am Wochenende in den Haseschacht geht, muss wie in anderen öffentlichen Einrichtungen auf Sicherheitsabstand und Schutzmaske achten, auf allen Ausstellungsebenen stehen Desinfektionsmittel bereit. Das Besuchercafé darf zwar vorerst nicht geöffnet werden, aber draußen steht das Coffee Bike mit Kaffee und Kaltgetränken bereit. Beim Eintrittsgeld setzt das Museum Industriekultur fürs Erste auf ein Zahlungsmodell nach Gusto: Unter dem Motto Pay what you want″ sind die Besucher eingeladen, den Preis selbst festzulegen.

Bildtext:
Als Waschkaue für die Bergleute diente das Gebäude im 19. Jahrhundert. Hier ein Foto aus der Zeit um 1896, zwei Jahre vor der Schließung der Piesberger Zeche.
Fotos:
Jörn Martens, Alois Wurm
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


Anfang der Liste Ende der Liste