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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
VfL-Zentrum: Limberg statt Gartlage?
Zwischenüberschrift:
Warum das ehemalige Briten-Gelände für Stadt und Verein zur Standort-Alternative wurde
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück In die Planung des Trainingszentrums (TZ) für die Profimannschaft des VfL Osnabrück und des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) kommt Bewegung. Bislang steuerte alles auf die Gartlage als Standort für die beiden Einrichtungen zu, doch nun sind zwei weitere Areale im Gespräch. Das hat auch mit der Corona-Krise zu tun und mit der Diskussion über die Zukunft der Bremer Brücke.

Es sind zwei Flächen, über die schon vor Jahren als Heimat für Profis und Talente des VfL diskutiert wurde: zum einen die Tongrube in Hellern, wo der damalige Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip 2003/ 04 die Pläne antrieb. Zum anderen der südliche Teil des ehemaligen britischen Kasernengeländes am Limberg, wo VfL-Präsident Christian Kröger 2012/ 13 die Zukunft sah. In beide Projekte war der frühere VfL-Manager Helmut Kalthoff eingebunden.

Favorisiert wird von der Stadt und vom VfL die Option am Limberg; das bestätigen Präsident Manfred Hülsmann und Geschäftsführer Jürgen Wehlend sowie für die Stadt der Kämmerer Thomas Fillep. Tatsächlich ist der Standort verführerisch: Die Flächen gehören der Stadt, ein wesentlicher Teil des für den VfL infrage kommenden Grundstücks ist im Bebauungsplan als Sportfläche ausgewiesen.

Warum ist die Gartlage, die seit einem Dreivierteljahr als Wunsch-Standort gilt, plötzlich nicht mehr konkurrenzlos? Das hat mit der Corona-Krise zu tun oder besser: mit den wirtschaftlichen Folgen für den Profifußball und seine Vereine.

Angesichts der sich abzeichnenden Rezession, deren Dauer nicht abzuschätzen ist, werden Investitionen überall auf den Prüfstand gestellt. Vor allem, wenn es um Großprojekte wie einen Stadionneubau geht. Das Thema war in Osnabrück nach dem Aufstieg aufgekommen, als sich schnell abzeichnete, dass die Bremer Brücke nicht mehr die aktuellen Anforderungen der DFL erfüllt.

Die Lizenz erhielt der VfL mit einer Ausnahmegenehmigung, weil er der DFL eine konkrete Prüfung der Ausbaumöglichkeiten am Standort nachwies und für den Fall der Fälle aufzeigte, welcher Weg mittelfristig zu einem Neubau führen könnte. Damit war die Fläche an der Gartlage Nummer 1 im Spiel, denn nur dieser Standort würde von den traditionsbewussten Fans wenn überhaupt zu akzeptieren sein.

Diese Dynamik dürfte nun gestoppt sein, denn es ist absehbar, dass die DFL unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Probleme den Vereinen verstärkt und flächendeckend mit Ausnahmegenehmigungen entgegenkommt. Mit anderen Worten und auf den VfL bezogen: Das Stadionprojekt rückt in die weitere Zukunft und damit ist die Gartlage nicht mehr der Standort mit höchster Priorität.

Das stellt die bisherige Planung infrage. Da das Trainingszentrum für die Profis Priorität hat, wurde ein Grundstück am Rande des Geländes des Kupferverarbeiters KME als Standort für dieses Projekt ausgewählt; der Kauf durch die Stadt steht vor dem Abschluss. Im Spätsommer könnte mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Noch nicht abgeschlossen sind die Verhandlungen mit der Erbengemeinschaft, der die Flächen gehören, auf der das Nachwuchsleistungszentrum (und später auch ein neues Stadion) entstehen könnte. Die Verhandlungen sind auf einem guten Weg, aber ich hoffe, dass sie nicht mehr lange dauern″, sagt Fillep.

Im Fall eines erfolgreichen Abschlusses wartet noch ein langer Weg mit vielen ökologischen Hürden, bevor der erste Spatenstich erfolgen kann. Das Areal gehört zum grünen Finger Gartlage, der wegen der Erholungsfunktion schutzwürdig ist und im Klimagutachten der Stadt hervorgehoben wird.

Am Limberg könnte alles sehr viel schneller gehen. Als Prämisse gilt für den VfL, was Wehlend so formuliert: Unsere Pläne basieren auf der Grundannahme, dass das Trainingszentrum der Profis und das NLZ am selben Standort sein sollen.″

Und was würde an der Bremer Brücke geschehen? Noch sind die von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachten über die Auswirkungen einer großen Umbaulösung auf Lärm- und Lichtschutz sowie den Verkehr nicht auf dem öffentlichen Tisch, sondern in einer städtischen Schublade. Unabhängig davon wäre eine Sanierung des Stadions ohne den Auflagendruck der DFL möglich, weil dann der Bestandsschutz aus den Achtzigerjahren erhalten würde. Ein Erhalt des Standorts Bremer Brücke mit umfassender Modernisierung, dazu schnell ein VfL-Zentrum für Profis und Talente drei Kilometer entfernt: Das könnte der Weg sein.

Bildtext:
Blickrichtung Sportanlage Zuschlag: Auf dem ehemaligen Kasernengelände Limberg, das gerade pla niert wird, könnte der Standort entstehen für das Trainingszentrum der Profis und das Nachwuchsleistunsgzentrum des VfL Osnabrück.
Foto:
Helmut Kemme
Autor:
Harald Pistorius


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