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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Investor schafft freie Bahn
Zwischenüberschrift:
Häuser am Jahnplatz erst entmietet, jetzt abgerissen / 20 hochwertige Eigentumswohnungen entstehen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Freie Sicht am Jahnplatz, freie Bahn für Bövingloh Immobilien: Das Münsteraner Unternehmen will auf dem Eckgrundstück an der Herderstraße einen Neubaukomplex mit 20 Eigentumswohnungen errichten. Zwei ältere Wohnhäuser sind dafür jetzt abgerissen worden.

Am Ende sind Susanne Zobel und Frank Nagel doch ausgezogen. Sie waren die letzten Mieter des Wohnhauses Herderstraße 56. Noch vor einem Jahr wollten sie sich mit aller Kraft gegen die Kündigung ihrer Wohnungen wehren. Beide Mieter, die in Wirklichkeit anders heißen, sind wegen schwerer Krankheiten arbeitsunfähig und müssen als Frührentner mit wenig Geld auskommen.

Susanne Zobel, die fast 36 Jahre in dem Haus an der Herderstraße wohnte, bezahlte für ihre 44-qm-Wohnung nur 323 Euro, Frank Nagel kam mit 319 Euro für seine 38 Quadratmeter aus. Mit großer Mühe haben beide ein neues Quartier gefunden, aber mit der günstigen Miete ist es nun vorbei. Sechs andere Mietparteien haben schon viel früher das Feld geräumt. Nummer 54 nebenan ist seit Jahren verlassen, Nummer 56 seit Anfang März.

Dass auf dem Areal in der Wüste ein Neubau entstehen soll, wurde 2017 bekannt. Nachbarn schlugen Alarm und warnten, dem Viertel in der vorderen Wüste drohe die Gentrifizierung, also die Verdrängung langjähriger Mieter durch zahlungskräftige neue Bewohner.

Auch im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt kam die Sache zur Sprache. Die Stadt beschied die Bauvoranfrage und später auch den Bauantrag jedoch positiv. Soziale Probleme ließen sich nicht mit dem Baurecht lösen, lautete die Formel. Zugleich wurde vermerkt, dass ja anstelle von acht wenig attraktiven Altbauwohnungen 20 neue entstehen würden.

Kritik gab es lediglich am ersten Entwurf, den der Investor vorlegte. Es handelte sich um einen monolithischen Baukörper mit wuchtiger Fassade und Staffelgeschoss. Der Fachbereich Städtebau forderte eine Nachbesserung, und Bövingloh Immobilien wechselte den Architekten. Der Osnabrücker Joachim Kummer hat den großen Komplex anders gegliedert als sein Vorgänger und vermittelt mit separaten Giebeln den Eindruck, es handle sich um mehrere voneinander unabhängige Häuser.

Auf seiner Internetseite wirbt Bövingloh für seine Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen mit bis zu 135 Quadratmeter Fläche in Toplage in der Wüste″. Davon sollen die meisten schon reserviert oder sogar verkauft sein. Die größte Wohnung auf der Dachebene bietet der Investor für 607 000 Euro an. Im Untergeschoss soll eine Tiefgarage mit 15 Stellplätzen entstehen.

Das Münsteraner Unternehmen sucht offensiv nach weiteren Objekten in Osnabrück, um neue Eigentumswohnungen zu bauen. Nach Informationen unserer Redaktion gehört dem Investor bereits das Haus am Schnatgang 26, in dessen Erdgeschoss ein Sonnenstudio untergebracht ist. Es soll inzwischen ganz oder teilweise entmietet sein. Wir haben die Bövingloh Immobiliengruppe um Auskunft gebeten, welche Pläne sie am Schnatgang verfolgt. Unsere Anfrage wurde jedoch nicht beantwortet.

Bildtext:
In wenigen Tagen sind die beiden Häuser auf dem Eckgrundstück Jahnplatz/ Herderstraße verschwunden.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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