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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Der Schatten einer gefällten Eiche in Atter
Zwischenüberschrift:
Wenn der Osnabrücker Stadtbaurat die Geduld mit nachbohrenden Bürgern verliert
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Es geschah vor drei Jahren: Die Stadt hat an der Ecke In der Strothe/ Landrat-von-Ostmann-Straße eine wohl 500 Jahre alte Eiche gefällt. Zur gleichen Zeit wurde gleich daneben ein neues Haus gebaut. Der Verein Bürgerforum für Umwelt und Soziales Atter″ sieht einen Zusammenhang, ist allen Beteuerungen zum Trotz misstrauisch und bohrt nach bis zur Eskalation: Stadtbaurat Frank Otte verkündete nun das Ende seiner Geduld.

Am Anfang stand eine eher harmlos wirkende Frage. Manfred Niemann und Paul Bartel-Hirschberg vom Verein Bürgerforum für Umwelt und Soziales Atter″ hatten sie der Stadtverwaltung gestellt. Es schien zunächst nur um den Verfahrensablauf″ in den städtischen Bürgerforen zu gehen: ob es denn tatsächlich zulässig sei, während der Sitzung des Stadtteilgremiums Themen von der Tagesordnung abzusetzen″.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Fritz Brickwedde, der das Bürgerforum leitete, trug die Antwort der Verwaltung vor. Tagesordnungspunkte würden nicht abgesetzt, aber die Geschäftsordnung für die Stadtteilgremien sehe vor: Wenn ein Thema zweimal in einem Bürgerforum behandelt wurde, von der Verwaltung eine abschließende Stellungnahme erfolgte und sich kein neuer Sachstand ergeben hat, erfolgt bei einer erneuten Anmeldung des gleichen Themas keine weitere Beratung in den Bürgerforen.″

Annette Niemann vom Verein Bürgerforum für Umwelt und Soziales Atter″, der sich gerade kürzlich erst beklagt hatte, im Bürgerforum schlecht behandelt zu werden, reagierte auf diese Antwort mit einer Stellungnahme, die sie offenbar vorbereitet hatte und nun verlas: Sie warf der Stadt ausweichende und unwahre Antworten″ im Zusammenhang mit einer Eiche vor und bestand darauf, dass ihr Verein ein Recht auf Auskunft″ habe.

Der bis zu 500 Jahre alte Baum an der Ecke In der Strothe/ Landrat-von-Ostmann-Straße ein Naturdenkmal war vor drei Jahren gefällt worden. In dieser Zeit war gleich daneben ein neues Wohnhaus gebaut worden. Niemann sieht einen ungeklärten Zusammenhang. In ihrer Stellungnahme wiederholte sie: Für das Haus hätte keine Baugenehmigung erteilt werden dürfen. Und damit war das Thema doch wieder auf der Tagesordnung: Es hatte nur einen Umweg über die Frage zur Geschäftsordnung genommen.

Die geforderte Auskunft hatte die Stadtverwaltung erstmals vor drei Jahren gegeben. So erläuterte Frank Bludau vom Fachbereich Umwelt und Klimaschutz″ während einer der Sitzungen des Bürgerforums Atter den Krankheitsverlauf des Baumes, der offenbar von einem Pilz befallen war. Bereits 2004 war die Stieleiche wegen fortgeschrittener Fäulnis beschnitten worden, 2015 erneut. Weil der Pilz sich weiter durch das Holz fraß, sah die Stadtverwaltung die Gefahr, dass Teile des Baumes abbrechen könnten. Wegen der Gefahr auf dem Bürgersteig und auf der Straße sprach sie von einem massiven Verkehrssicherungsproblem″. Anfang 2017 wurde die Eiche gefällt.

Der Vorstand des Vereins Bürgerforum für Umwelt und Soziales Atter″ aber glaubt dieser Version der Geschichte nicht. Er ist davon überzeugt, dass die Eiche während des Hausbaus nicht ausreichend geschützt worden ist, und kritisiert gleichzeitig das Erscheinungsbild des neuen Hauses, das auch manchen Nachbarn nicht gefällt. Während der Bürgerforen für den Stadtteil Atter fragten sie mehrfach nach wegen der städtebaulichen Vertretbarkeit″ und im Hinblick auf Details aus der Baugenehmigung. Der Tenor des Vereins lautete stets: Das Haus passt dort nicht hin.″ Speziell die Gestaltung des Daches missfällt den Kritikern.

Aber was hat das Ende der Eiche mit dem Neubau des Hauses zu tun? Auch wenn die Stadtverwaltung keinen Zusammenhang sieht und dies während der vergangenen drei Jahre einige Male im Bürgerforum erläutert hat, bleibt das Misstrauen des Vereins Bürgerforum für Umwelt und Soziales Atter″ bestehen.

Stadtbaurat Frank Otte deutete im jüngsten Bürgerforum an, dass es außerdem einen Schriftwechsel gegeben habe. Aber der Verein habe immer wieder die Antworten der Stadt angezweifelt″. Otte verkündigte dem Vereinsvorstand jetzt kurz und knapp das Ende seiner Geduld: Ich werde mit Ihnen darüber nicht mehr reden. Ihnen bleibt der Rechtsweg.″

Aber das Thema stand ja auch nicht auf der Tagesordnung.

Bildtext:
Es geschah 2017: Die Eiche musste gefällt werden, während nebenan gebaut wurde. Das hat nichts miteinander zu tun, sagt die Stadt. Doch der Verein Bürgerforum für Umwelt und Soziales Atter″ glaubt der Verwaltung nicht und bohrt immer wieder nach.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Jann Weber


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