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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Vor Ort auf Spurensuche
Zwischenüberschrift:
Stadtgeschichte mit dem Kulturgeschichtlichen Museum
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Wegen Umbau geöffnet″ heißt es ab heute im Kulturgeschichtlichen Museum. Da die Dauerausstellung zur Stadtgeschichte erneuert wird, öffnet das Museum die Tür nach draußen und geht mit Besuchern vor Ort auf Spurensuche. Der Saal im Kulturgeschichtlichen Museum ist komplett leer. In den Wänden dicke Löcher, wo einmal wichtige Zeugen unserer Stadtgeschichte befestigt waren. Nur in der Mitte des Raumes ist ein Podest zu sehen, darauf ein mit Luftpolsterfolie geschütztes Objekt. Das ist der original Löwenpudel, der vor Jahrzehnten ins Museum gekommen ist, weil er draußen dem Verfall ausgesetzt war″, erklärt Thorsten Heese. Er ist im Museumsquartier als Kurator für die Stadt- und Kulturgeschichte zuständig.

Jetzt steht er in den gähnend leeren Sälen, in denen bisher die Dauerausstellung zur Stadtgeschichte untergebracht war. Alle Ausstellungsstücke wurden ins Depot verfrachtet. Nur der Löwenpudel darf bleiben, weil er schwer zu transportieren ist und bei den Renovierungsarbeiten erst mal nicht stört. Der Ausstellungbereich im Kulturgeschichtlichen Museum wird komplett erneuert. Damit unsere Besucher in der Übergangszeit nicht auf die Stadtgeschichte verzichten müssen, haben wir uns etwas Besonderes ausgedacht: Wir gehen nach draußen, dorthin, wo Geschichte passiert ist″, sagt Nils-Arne Kässens, Direktor des Museumsquartiers. Stadtrundgang″ nennt sich das Projekt, das mit dem Hinweis Wegen Umbau geöffnet″ versehen ist. Will heißen: Statt sich im Museum Exponate anzuschauen, führen Experten die Besucher an Orte, an denen in der Historie etwas Wichtiges passiert ist oder wo noch etwas Interessantes zu sehen ist. Die Stadt selbst wird zum Exponat″, so Kässens.

Fünf Touren hat das Team entwickelt, die zu unterschiedlichen Themen auf Spurensuche gehen. Geschichten aus der Pilgertasche″ heißt ein Rundgang. Ralf Langer von der Museumspädagogik führt durchs mittelalterliche Osnabrück und fördert aus seinem Pilgerbeutel Repliken von historischen Gegenständen zutage, die Osnabrücker früher im Alltag benutzten. Derweil erkundet Heese mit Teilnehmern Originalplätze, an denen der Maler Franz Hecker gearbeitet hat. Die Tour beginnt am Eingang zur Altstadt, wo Hecker 1940 das Bild Winter auf dem Heger Tor″ malte. Dort darf man rätseln, ob der Baum, der heute dort steht, wohl derselbe wie auf dem Gemälde ist.

Weiterhin thematisieren die Rundgänge das jüdische Leben im Mittelalter, die koloniale Vergangenheit der Stadt und die unrühmliche Rolle, die Osnabrück in der Nazizeit gespielt hat. Diese Tour startet an der Villa Schlikker, die damals die NSDAP-Zentrale beherbergte, und führt unter anderem zum Schloss, wo die Gestapo einen Folterkeller betrieb. Wir sehen diese Rundgänge als Testballon. Natürlich wollen wir den Stadtführungen von Zeitseeing″ keine Konkurrenz machen. Daher wählten wir andere inhaltliche Schwerpunkte. Aber wenn die Resonanz gut ist, dann überlegen wir, ob wir das Angebot auch nach der Eröffnung der neuen Stadtgeschichtsausstellung Mitte nächsten Jahres fortführen″, erklärt Museumsdirektor Kässens.

Bildtext:
Museumspädagoge Ralf Langer nimmt hier die Position des Malers Franz Hecker ein.
Foto:
Andre Havergo
Autor:
Tom Bullmann


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