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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Welche Bedeutung ein kleiner Park für das Stadtklima hätte
Zwischenüberschrift:
BOB-Diskussion über Pläne zur Parkplatz-Bebauung am Dominikanerkloster
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Fraktion vom Bund Osnabrücker Bürger (BOB) hat sich im Rat gegen die Bebauung des Parkplatzes am Dominikanerkloster eingesetzt. Um ihre Position wissenschaftlich zu untermauern und über das Stadtklima aufzuklären, lud sie zwei Experten ein. Der Osnabrücker Umweltplaner Tobias Langer verwies darauf, dass das Stadtklima keinesfalls mit dem Klimaschutz gleichgesetzt werden dürfe. Vielmehr sei das Stadtklima so etwas wie das Wohlfühlklima″ und hänge mit Temperaturbedingungen zusammen.

Faktoren wie Flächenversiegelung, Emmissionen, Bebauung oder der geringere Anteil an Vegetation führten in der Stadt zu einem gegenüber dem Umland veränderten Klima″, erklärte die Projektleiterin für Stadtklima und Klimaanpassung, Jennifer Höltke. Diese städtischen Gegebenheiten machten die Stadt zu einer Wärmeinsel, was die menschliche Gesundheit und Aufenthaltsqualität beeinträchtigen könne. Bei der Einwirkung auf das Stadtklima müsse beispielsweise besonders an sensible Bevölkerungsgruppen (kleine Kinder, alte oder kranke Menschen) gedacht werden.

Aus dem Stadtklimagutachten von 2016 geht hervor, dass Tropennächte und heiße Tage in Osnabrück zugenommen haben. Dies betreffe wegen der intensiven Versiegelung besonders die Innenstadt, so Höltke. Insgesamt sind 85 Prozent der städtischen Flächen versiegelt, wie BOB-Ratsmitglied Thorsten Wassermann ausführte. Für das aktuelle Stadtklimagutachten wurde die Temperatur für den Außenbereich in Lüstringen, für den Innenbereich am Rißmüllerplatz gemessen. Das Ergebnis: Nachts war es in der Innenstadt bis zu 7 Grad wärmer als im Umland.

Die Experten zeigten nicht nur den Ist-Zustand für das Stadtklima in Osnabrück auf, sondern auch konkrete Maßnahmen zur Verbesserung. Dazu gehören unter anderem die Dachbegrünung, die Entsiegelung von Flächen und der Schutz von sogenannten grünen Fingern″, also von Flächen, über ins Zentrum gelangen kann.

Mit Festlegungen zur Bodennutzung habe die Stadt ein wichtiges Instrument″ in der Hand, um das Stadtklima zu steuern, betonte Umweltplaner Langer. Verzweifeln Sie nicht, wenn Sie diese Pläne mitbekommen?″, fragte Wassermann die Experten in Bezug auf die Dominikanerkloster und brachte eine gewisse Emotionalität in die Sitzung. Langer und Höltke reagierten nüchtern: Stadtklimatisch wäre eine Bebauung des Parkplatzes nicht das größte Verbrechen″, so die Einschätzung der Experten.

Eine Parkfläche sei für das Stadklima ohnehin nicht sonderlich wertvoll. Die Bäume auf dem Platz hätten aber schon eine gewisse stadtklimatische Bedeutung. Außerdem gebe es für Parkflächen immer die Empfehlung, zu entsiegeln und zu verschatten. Eine Bebauung sei nicht ratsam, dennoch könne man nicht behaupten, dass es stadklimatisch gar nicht geht″, bremste Höltke.

Bildtext:
Soll der Parkplatz am Dominikanerkloster bebaut werden? Darüber wurde zuletzt heftig diskutiert.
Foto:
Google Maps
Autor:
Lina Thieme


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