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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Auch Schulen sind sauer auf die Stadtwerke
Zwischenüberschrift:
Von bevorstehenden Schulbus-Kürzungen einen Tag vor den Zeugnisferien erfahren
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Der Wegfall vieler Schulbusse in Osnabrück bringt nicht nur Eltern in Rage er stößt auch bei Schulen auf Kritik. Das Angebot sei zu stark gekürzt worden, klagen Direktoren. Außerdem hätten die Stadtwerke zu spät über die Veränderungen informiert.

Hintergrund: Mit der Umstellung des Linienbus-Netzes am 5. Februar haben die Stadtwerke Osnabrück auch den öffentlichen Schülerverkehr neu geregelt. Dabei wurden zahlreiche Schulbus-Routen verkürzt oder verlegt, manche sogar komplett ausradiert.

Der Direktor des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums (GSG) in Kalkhügel, Thomas Grove, stellt dazu fest: Schulbusse scheinen in den ersten Tagen der Einführung zugunsten eines reibungslosen Starts der Regellinien zu massiv reduziert worden zu sein.″ In der Folge seien vermehrt Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht worden. Grove: Immer noch haben wir mehr Elterntaxis als gewohnt.″

Zudem sei das Gymnasium über die geplanten Änderungen im Schülernetz viel zu spät benachrichtigt worden, so Grove weiter. Ein Kritikpunkt, den viele andere Schulleiter und führende Elternvertreter in Osnabrück teilen, wie Recherchen unserer Redaktion zeigen.

Am GSG lief es dem Direktor zufolge so: Erst am 30. Januar also einen Tag vor Ausgabe der Halbjahreszeugnisse erhielt die Schule nachmittags von den Stadtwerken eine E-Mail mit Informationen. Diese wurde zwar direkt am nächsten Morgen an alle Schüler weitergeleitet und ihr Inhalt auf die Schulhomepage gesetzt. Es bestand jedoch keine Gelegenheit mehr, die Mitteilung zumindest mit den jüngeren Klassen im Unterricht zu erörtern″. Entsprechend holprig fiel bei vielen Kindern, die aus teils weit entfernten Stadtteilen mit dem Bus zum GSG fahren, der erste Schulweg nach den Zeugnisferien aus.

Stadtwerke bemühen sich

Grove: Wir erwarten, dass die Schülerbeförderung bei den Stadtwerken nach gelungener Liniennetz-Umstellung nun höchste Priorität besitzt.″ Das neue Schulbus-System weise Schwächen auf, die zügig und massiv″ behoben werden müssten. Bereits erfolgte Nachbesserungen würden ihm jedoch zeigen, wie sehr sich der Verkehrsbetrieb darum bemühe, wieder angemessene Verhältnisse zu schaffen″.

Tatsächlich scheint das Osnabrücker Schulbus-Angebot in seiner jetzigen Form noch nicht das letzte Wort zu sein. Zwar würden viele der bisherigen Sonderfahrten (sogenannte Einsatzwagen) durch das erweiterte Linienbus-Netz kompensiert, erklären die Stadtwerke auf Nachfrage. Grundsätzlich sei aber auch im Schülerverkehr eine Aufstockung der Kapazitäten möglich.

Wir werden weiterhin genau beobachten, ob und inwiefern die von uns erwarteten Verlagerungseffekte zugunsten der Ringlinie und der Taktverdichtungen auf den Metrobuslinien eintreffen und bei Bedarf nachsteuern″, versichert Sprecher Marco Hörmeyer. Die Stadtwerke befänden sich darüber im Gespräch mit dem Schulamt und den Schulleitungen. Zudem seien permanent Experten aus der Betriebssteuerung unterwegs, um sich ein Bild von der Lage im Schulbusverkehr zu machen. Die haben einen super Überblick.″

Das Unternehmen bedauere, seine Pläne für die Schülernetz-Reform den Betroffenen so kurzfristig mitgeteilt zu haben. Es sei jedoch bis Ende Januar sehr gewissenhaft daran gefeilt worden. Mit Busfahrermangel und einem daraus resultierenden Sparzwang wie in der Öffentlichkeit gemutmaßt habe die Verringerung des Schulbus-Angebots dabei weniger zu tun. Vielmehr fuße das System auf komplizierten Berechnungen und eigenen Beobachtungen.

So würden neben den vor Ort gesammelten Erkenntnissen der Verkehrsmeister und Streckendienste etwa Faktoren wie Fahrgastzahlen und Fahrgastströme in die Planung einfließen. Hörmeyer: Wir wissen genau: Wie stark werden die Schulbusse genutzt? An welchen Haltestellen steigen wie viele Kinder ein?

Im Abgleich mit den Daten über das neue Linienbus-Netz habe sich daraus zunächst eine Verzichtbarkeit bestimmter Einsatzwagen ergeben. Eine Gewähr, dass unsere Rechnung glatt aufgeht, hatten wir aber nicht.″

Bildtext:
Auf Linienbusse umsteigen müssen viele Schüler in Osnabrück, weil die Stadtwerke die Zahl der Schulbusse reduziert haben. Unser Archivbild zeigt Schüler an einer Bushaltestelle in Atter im Sommer 2017.
Foto:
David Ebener
Autor:
Sebastian Stricker


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