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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
20 000 Narren feiern Ossensamstag
 
Buntes Treiben gegen trübes Wetter
Zwischenüberschrift:
20 000 Besucher beim Ossensamstag / Karnevalisten und Polizei zufrieden
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Fieses Schmuddelwetter war fest eingeplant worden, und Pessimisten hatten wegen Sturmtief Xanthippe″ sogar eine Absage kommen sehen doch allen Unkenrufen zum Trotz war beim Ossensamstag 2020 wettertechnisch alles noch im grünen Bereich. Der Wettergott muss ein Osnabrücker sein″, kommentierte BOK-Präsident René Herring erleichtert. Belohnt wurden Optimismus und Engagement der Osnabrücker Narren mit rund 20 000 fröhlichen und, von wenigen Ausnahmen abgesehen, friedlichen Besuchern eine Zahl, auf die sich Veranstalter und Polizei mühelos einigen konnten, nachdem im Vorjahr unterschiedliche Schätzungen für Irritationen gesorgt hatten. Deutlich weniger Glück hatten gestern die Georgsmarienhütter Jecken: Der Hüttensonntag wurde zwar nicht ganz vom Winde verweht, musste aus Sicherheitsgründen aber auf den Rathaussturm verkürzt werden. Der Festumzug fiel aus.
Foto:
Michael Gründel

Osnabrück So mancher schaute im Vorfeld mit bangem Blick auf die Wetter-App, doch die Narren hatten Glück zumindest bis zum Ende des Umzugs inklusive Rathaussturm blieb es trocken. Ein wenig Wind hielt die Narren nicht vom Feiern ab. Mit viel guter Laune feierten die Karnevalisten den Ossensamstag in Osnabrück.

Mit geschätzten 20 000 Besuchern Polizei und Karnevalisten waren sich diesmal einig war der Ossensamstag 2020 besser besucht als im vergangenen Jahr. Eine Steigerung von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr, freute sich BOK-Präsident René Herring: Wir hatten ziemliches Glück der Wettergott muss ein Osnabrücker sein.″

Während die Zuschauer nach und nach eintrudelten, um sich einen guten Platz am Rand der Strecke zu sichern, formierte sich der Karnevalszug am Pottgraben. Dieser bestand dieses Mal aus 75 Gruppen mit insgesamt rund 1500 Narren. Mit dabei waren unter anderem die 6 lustigen 7″ aus Hilter wobei der Name ein wenig irreführend war: Die Hilteraner kamen mit 30 bis 40 Zwergen.

Die Tanz Teens Twenty Ten″ des Kolping Karneval Clubs (KKC) Hollage gehörten zu gut einem Dutzend Tanzgruppen, die im Zug mitliefen. Die Tänzerinnen hatten sich auf kaltes und windiges Wetter eingestellt, sie trugen alle mindestens zwei Strumpfhosen und verbreiteten gute Laune.

Aus Liebe zu Osnabrück

Das Motto des Umzugs lautete Karneval Aus Liebe zu Osnabrück″, und die meisten Vereine wählten für ihre Wagen eher spaßige Mottos oder welche, die zum Ort oder Stadtteil passten: Vom Osten bis zum Westen Königsfelder und Hermania sind die Besten″ (Königsfelder Karnevalisten und Hermania Hellern), „ Es kracht, wenn die Dodesheide lacht! (1. Dodesheider Karnevals Club), „ Das Beste in Haste ist der Karneval, das kann ich euch versichern″ (Erste Haster Karnevalsgesellschaft im TuS Haste), „ Helden der Kindheit″ (KG Blau-Weiße Garde Rulle) oder Die OKV-Piraten helfen mit Dukaten″ (Ostercappelner Karnevalsverein).

Politischer waren die Themen der Arche Evje″ mit Die Arche schwimmt im Plastikmüll″ und der Fußgruppe der IG Bau″ mit dem Motto Altersarmut″. Die wahren Trump-Freunde″ wiederum waren keine Fans des amerikanischen Präsidenten. Ihr Wagen trug den Titel: „′ n Jeck als US-Präsident.″

Doch nicht nur Mitglieder des Umzugs hatten sich mit ihren Wagen und Kostümen viel Mühe gemacht. Auch die Zuschauer am Straßenrand gaben alles: Unterwegs waren unter anderem Clowns, Erdbeeren, Piraten, Autos, Minions und Superhelden. Die zwölfjährige Klara war als Cowboy verkleidet, hatte ihr Steckenpferd mit dabei und rief: Das macht hier super Spaß.″ Die Meerjungfrauen″ Heike, Karin, Anke und Christa kommen seit Jahren immer zum Ossensamstag: Wir haben jedes Jahr ein anderes Kostüm″, betonten die Frauen.

Auch Veronika, Jenny, Karin und Janie kommen immer″ zum Ossensamstag: Diesmal sind wir Quallen, und das Kostüm ist selbstverständlich selbst gemacht″, betonten die Hasbergerinnen, die später auf jeden Fall″ noch zum Rathaus wollten.

Dort tanzten schon die Flamingos. Und die Stadtwachen versuchten, die Narren davon abzuhalten, das Rathaus zu stürmen. Wie eine Wand″ stünden sie da, erklärten die Frauen und Männer der Stadtwache. Dann lieferten sie sich ein ordentliches Gerangel mit den Gardemädchen.

Am Ende mussten die Wachen und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert klein beigeben. Der Oberbürgermeister wünschte den Narren im Möser-Kostüm Spaß, Frohsinn und Tanz″. Prinz Martin I. (Ellenberger) übernimmt nun bis Veilchendienstag die Macht im Rathaus: Ich kann in den Tagen zwar nicht den Neumarkt plattmachen oder das VfL-Stadion umsetzen, aber ich erlasse ein erstes Dekret″, verkündete Prinz Martin I. und erklärte prompt die Karnevalstage zu Feiertagen.

Die Karnevalisten auf dem Marktplatz nahmen ihn direkt beim Wort und feierten weiter auch wenn es inzwischen anfing zu regnen.

Bilanz der Polizei

Währenddessen zog Matthias Bekermann, Pressesprecher der Polizei, um 18 Uhr ein erstes Fazit. Der Ossensamstag sei aus Sicht der Polizei sehr erfreulich gelaufen: Wir haben beispielsweise weniger Körperverletzungen als im letzten Jahr″, so Bekermann, zu den so genannten Alkoholleichen auf dem Sanitätsplatz an der Domschule: Dort wurden insgesamt 24 Personen (elf Männer, 13 Frauen) behandelt, 21 davon alkoholbedingt.″ Besorgniserregend sei allerdings, dass darunter zwölf Personen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren waren. Den höchsten festgestellten Alkoholwert erreichte dabei diesmal laut Polizei ein 23-jähriger Mann mit 2, 58 Promille.

Und auf Twitter hatte die Polizei auch Kurioses zu berichten: Ein alkoholisierter Mann schlug grundlos mit der Faust gegen ein Feuerwehrauto. Kurze Zeit später musste seine Hand von den Rettungskräften medizinisch versorgt werden. Die Moral von der Geschicht: Ein Einsatzfahrzeug schlägt man nicht!

Bildtexte:
Rund zehn Prozent mehr Besucher machten Karnevalisten und Polizei in diesem Jahr beim Ossensamstag aus (hier der Blick auf den Haarmannsbrunnen).
Ein Spaß für Groß und Klein ist der Zug von diesmal 75 Gruppen durch die Osnabrücker Innenstadt.
Auf dem Marktplatz herrschte Gerangel zwischen Garde und Stadtwache ums Rathaus.
Geschlagen geben musste sich Justus Möser alias Bürgermeister Wolfgang Griesert dem Narrenvolk.
Frühling in der Stadt: Das trübe Wetter tat der Stimmung dieser bunten Blüten keinen Abbruch.
... ein anderes Mal ausgelassen tanzend.
Multifunktional: ein Schirm gegen Regen oder für Kamelle, Popcorn und Bälle.
Feuer frei: Mit Druckluft gelangten die Bälle auch in die hinteren Reihen der jubelnden Narrenschar am Wegesrand.
Gut ein Dutzend Tanzgarden waren im Zug unterwegs. Mal im disziplinierten Marsch...
Aus einer anderen Welt: Wer sagt, dass außerirdische Ungeheuer unsexy sind? Diese Predatorin lieferte den Gegenbeweis.
Fotos:
André Havergo, Michael Gründel
Autor:
Claudia Sarrazin


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