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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Warum ein Proll im Jogginganzug für den Bus wirbt
Zwischenüberschrift:
Fahrgäste beschweren sich über Stadtwerke-Kampagne zum neuen Liniennetz
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Karl Lagerfeld lästerte: Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. In Osnabrück jedoch gerät die Modesünde zu einem echten Hingucker. Dort dient ein schräger Typ im Ballonseide-Trainingsanzug als Werbeträger für das neue Busnetz. Manche Fahrgäste fühlen sich dadurch verunglimpft.

Anfang Februar rollten die Stadtwerke ein neues Busnetz in Osnabrück aus. Nun wird eifrig um Kunden geworben: Auf Plakaten und Broschüren prangt der Slogan Eine neue Linie ist wie ein neues Leben″. Dazu geben unterschiedliche Figuren der Kampagne ein Gesicht. Doch die sind offenbar nicht jedermanns Sache.

Umstrittene Figur

Was ist denn mit dem Marketing der Stadtwerke Osnabrück los?″, empört sich eine Leserin in einer Nachricht an unsere Redaktion. Im Infoheft zu den neuen Buslinien in Haste werde der Fahrgast doch tatsächlich durch einen Proll im Jogginganzug und mit Fuchsschwanz an der Hosentasche verkörpert″. Mehr noch: Lange Haare, dicke Halskette und verspiegelte Pilotenbrille trägt der Kerl außerdem.

Ich komme zwar nicht aus dem Stadtteil, empfinde das aber doch als unmöglich″, teilt die Leserin mit. Und fragt: Werden die Haster nun so abgewertet?

Wir erkundigen uns bei den Stadtwerken nach der umstrittenen Werbefigur. Dort heißt es: Ziel der begleitenden Kommunikationskampagne , Eine neue Linie ist wie ein neues Leben′ ist es, die Vielseitigkeit des neuen Busnetzes herauszustellen.″ Der Verkehrsbetrieb habe dafür in Zusammenarbeit mit zwei Osnabrücker Agenturen die neuen Linien mit unterschiedlichen Charakteren versehen.

Einige davon seien sicherlich schneller zuzuordnen″ als andere, erklärt Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer und nennt als Beispiele die Boxerin als Werbeträgerin für die Ringlinie 10/ 20 oder auch das in Tweed gekleidete Pärchen als Gesicht der neuen Metrobus-Linie M2 vom und zum Landwehrviertel, das früher ein britisches Kasernengelände war.

Weitere Linien und Teilbereiche des reformierten Liniennetzes werden von anderen Typen symbolisiert: Ein junger Mann, mutmaßlich Student, wirbt für die neuen Verbindungen am Campus Westerberg, ein fröhlicher Fußball-Schiedsrichter für jene im Bereich Schinkel/ Gretesch. Bei Nahne, Fledder und Voxtrup entschieden sich die Marketingexperten für einen betagten Dirigenten im Frack, im Fall von Sutthausen für ein kesses Fräulein mit Lederrock, Cowboystiefeln und Blumenkranz im Haar.

Der Stadtwerke-Sprecher merkt an: Sämtliche Protagonisten kommen übrigens aus Osnabrück und Umgebung.″

Absichtlich übertrieben

Um die gewünschte Aufmerksamkeit für das neue Busnetz zu erzeugen, seien die gewählten Charaktere bewusst überspitzt und überzeichnet dargestellt″ worden. Die bisherigen Rückmeldungen würden dem Verkehrsbetrieb aber zeigen, dass die Kampagne maßgeblich dazu beiträgt, den Fokus in der Öffentlichkeit auf die Veränderungen und die Vorteile des neuen Busnetzes zu lenken″.

Der von unserer Leserin beanstandete Proll″ ist laut Hörmeyer in der Werbung mit dem Spruch Haste. Willste? Kannste! Mit der neuen M1 komfortabel nach Haste und Düstrup fahren″ verbunden. Das Zusammenspiel mit Bild und Wort″ habe sich in diesem Fall angeboten. Persönlich nehmen dürften Kunden es nicht. Der Charakter″, betont der Stadtwerke-Sprecher, steht natürlich nicht sinnbildlich für die Hasteraner.″

Bildtext:
Proll aus Haste″: Ein langhaariger Mann im Jogginganzug und mit dicker Gliederkette um den Hals dient den Stadtwerken Osnabrück als Werbegesicht für das neue Busangebot. Nicht allen gefällt das.
Foto:
Stadtwerke Osnabrück
Autor:
Sebastian Stricker


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