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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Sabine″ hält Feuerwehren auf Trab
Zwischenüberschrift:
Wie der Wintersturm in der Region Osnabrück wütete
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Mit Orkanböen, schweren Gewittern und starken Niederschlägen ist Sturm Sabine″ am Sonntag und Montag über die Region Osnabrück gezogen. Polizei und Feuerwehr fuhren Dutzende Einsätze, insgesamt blieben die Auswirkungen aber geringer als zunächst befürchtet.

Schon vor einigen Tagen warnten Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) vor Wintersturm Sabine″, der sich, von der Nordsee kommend, Deutschland und der Region Osnabrück näherte. Am Sonntag um 11.25 Uhr klingelte bei vielen Menschen in der Region dann das Smartphone: Die App Katwarn″ warnte vor Lebensgefahr″ in weiten Teilen Niedersachsens und Orkanböen mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 120 km/ h. Infolge des Orkans seien schwere Schäden an Gebäuden möglich. Passanten sollten wachsam sein: Bäume könnten entwurzelt werden, Dachziegel, Äste und Gegenstände herabstürzen. Fenster und Türen sollten geschlossen bleiben. Zu Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen sollte Abstand gehalten werden. Vermeiden Sie möglichst den Aufenthalt im Freien″, hieß es in der Warnung.

Am Nachmittag wurde langsam klar, warum: Bereits um 15 Uhr mussten die Feuerwehren in Landkreis und Stadt Osnabrück zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Zwischenzeitlich war die A 33 bei Hilter halbseitig gesperrt, Fans von Andrea Berg wurden mit der Absage des Konzerts in Halle konfrontiert. Angesichts des aufkommenden Sturms wurden die ersten Flüge am Flughafen Münster/ Osnabrück (FMO) gecancelt, bis zum Montagnachmittag fielen 23 Verbindungen vornehmlich der Lufthansa nach München und Frankfurt aus.

Flugausfälle am FMO

Der FMO habe wie alle anderen Flughäfen im Vorfeld von Stürmen eine Checkliste abzuarbeiten, erklärte Heinemann am Montag: Hauptaufgabe ist vor allem die Sicherung des Vorfeldes. Alle Gerätschaften und Zugangstreppen müssen gesichert und befestigt werden, damit sie vom Wind nicht gegen Flugzeuge geweht werden.″ Außerdem müssten Flugzeuge mit der Nase zum Wind hin abgestellt werden. Der Grund: Die Tragflächen dürfen dem Wind nicht zu viel Angriffsfläche bieten. Andernfalls besteht die Gefahr, dass das Flugzeug in Bewegung gerät Passagiere könnten dann beim Ein- und Aussteigen in Gefahr geraten.

Ob ein Flugzeug am FMO landet oder nicht, entscheidet übrigens nicht der Flughafen, sondern vielmehr der jeweilige Pilot, sagte Heinemann. Er entscheidet anhand der Wetterdaten, ob er bei uns am FMO landen will oder an einem anderen Flughafen″, so der Sprecher. Um kurz nach 18 Uhr stand am Sonntag fest: An allen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in Stadt und Landkreis Osnabrück fällt am Montag der Unterricht aus. Maßgeblich dafür ist vor allem das Risiko beim Schulweg. Auch wenn sich der Sturm am Montag als nicht so schwerwiegend herausstellte, verteidigten Stadt und Landkreis ihre Entscheidung: Das Gewitter heute Morgen und die immer wieder einsetzenden Sturmböen und Hagelschauer hätten Kinder auf dem Weg zur Schule einem nicht hinnehmbaren Risiko ausgesetzt″, hieß es am Montag aus der Stadtverwaltung. Aufgrund der Wetterprognosen war die Entscheidung für den Schulausfall im Landkreis Osnabrück richtig. Das Unwetter war zwar nicht so heftig wie im Vorfeld vermutet, dennoch gab es Einsätze der Feuerwehren im gesamten Landkreis″, teilte die Kreisverwaltung mit.

Viele kleine Einsätze

In Richtung Abend fielen dann immer mehr Bäume. Bis zum Montagvormittag rückte alleine die Osnabrücker Berufsfeuerwehr mehr als 50-mal aus, wie Sprecher Jan Südmersen auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte. Er schätzte das Gesamtausmaß allerdings weniger schwer ein als bei Sturm Friederike im Januar 2018. Damals hatten wir rund 200 Einsätze″, sagte Südmersen.

Nichtsdestotrotz habe sich die Berufsfeuerwehr auch auf Sabine vorbereitet. Die Einsatzkräfte seien vorher entsprechend verstärkt worden, so der Sprecher. Am aufwendigsten sei ein Einsatz im Osnabrücker Katharinenviertel gewesen. Dort war am Sonntagabend ein Baum umgeknickt und auf ein Wohnhaus gestürzt.

Laut Südmersen wurde der 3, 9 Tonnen schwere Baum noch in der Nacht geräumt, dabei kam auch ein Kran zum Einsatz.

Aus Feuerwehrsicht sei dies der größte Einsatz in der Stadt gewesen, sagt Südmersen. Der Rest war zum Großteil nichts Schwerwiegendes.″ Hauptsächlich musste die Feuerwehr Äste und kleinere Bäume von den Straßen räumen. Am Montag entspannte sich die Lage in der Stadt: Zwischen 7 und 14 Uhr standen nur noch vier Einsätze auf dem Programm. Neben der Berufsfeuerwehr waren auch zahlreiche freiwillige Feuerwehren, das Technische Hilfswerk und auch das Deutsche Rote Kreuz im Einsatz.

Die Kooperative Leitstelle für Landkreis und Stadt Osnabrück zählte im gleichen Zeitraum rund 200 witterungsbedingte Einsätze. Nach Angaben von Landkreis-Sprecher Henning Müller-Detert habe die Leitstelle in diesem Zeitraum das Personal aufgestockt, um die hohe Anzahl der Notrufe bewältigen zu können.

Auch die Polizei hatte nach Auskunft von Sprecherin Mareike Edeler gut zu tun: Neun Verkehrsunfälle im Zusammenhang mit dem Sturm mit insgesamt einer verletzten Person zählte Edeler, außerdem rund 70 Gefahrenstellen.

Keine größeren Auswirkungen hatte der Sturm offenbar auf das Strom- und Busnetz in Osnabrück, teilte Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer mit. In den kommenden Tagen wollen die Stadtwerke allerdings verstärkt die rund 100 Regenrückhaltebecken in der Stadt kontrollieren. Nach Stürmen komme es immer wieder mal vor, dass sich Äste oder andere Gegenstände in den Rosten der Abflüsse verklemmen und eine Stauwirkung verursachen. Wir erhöhen kurzfristig das Personal für diese Kontrollen und mögliche Säuberungen″, sagt Hörmeyer. Die Regenrückhaltebecken seien gut gefüllt, ein Überlaufen drohe aber nicht.

Die Windräder auf dem Piesberg wurden übrigens rechtzeitig abgeschaltet. Das geschieht ab einer bestimmten Windstärke automatisch″, sagte Hörmeyer.

Zugverkehr rollt an

Der Zugverkehr in der Region nahm am Montagmittag sukzessive den planmäßigen Betrieb wieder auf. Die Deutsche Bahn hatte schon am Sonntag den Fernverkehr ruhen lassen, auch viele Regionalbahnen blieben stehen.

Bildtexte:
Der aufwendigste Einsatz: Ein 3, 9 Tonnen schwerer Baum ist am Sonntagabend in der Osnabrücker Innenstadt auf ein Wohnhaus gestürzt.
Den Schirm gut festhalten: Regen- und Hagelschauer sorgten am Montag für einen unangenehmen Aufenthalt im Freien.
Tiefe Pfützen, abgerissene Äste: Die durch den Sturm verursachten Schäden in Osnabrück halten sich in Grenzen.
Fotos:
NOZ
Autor:
Sebastian Philipp


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