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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Sie tun so, als wüssten Sie nichts″
Zwischenüberschrift:
Bauvorhaben am Schledehauser Weg: Osnabrücker werfen Stadt „Salami-Taktik″ vor
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Bauen am Schledehauser Weg in Osnabrück: Für das Grundstück auf der Gabelung zum Stadtweg ist die Baugenehmigung bereits erteilt, für die Ecke zum Mörikeweg ist ein Bebauungsplan auf dem Weg. Und auch weiter nördlich auf der anderen Straßenseite am Wald könnte ein Baugebiet entstehen. Die Nachbarn sind davon allerdings gar nicht begeistert.

Derzeit steht dort eine alte Villa. Der Schledehauser Weg und der Stadtweg umrahmen an der Stelle, an der sie aufeinandertreffen, ein dreieckiges Gelände, das im Moment noch mit Bäumen bewachsen ist. Die Stadt hat der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG) die Baugenehmigung für sechs Häuser überwiegend mit drei Stockwerken erteilt. Während der kommenden drei Jahre sollen 27 Eigentumswohnungen entstehen.

Was ist mit der Villa?

Und die alte Villa? Wie Oberbürgermeister Wolfgang Griesert jetzt im Bürgerforum Darum/ Gretesch/ Lüstringen berichtete, ist sie Teil des Plans und soll saniert werden. Gebäudekomplex statt Idylle? Diese Aussicht missfällt einigen Nachbarn, weil sie um den Charakter ihrer Straßen fürchten: Die Grafik der Sparkasse, die zeigt, wie es dort künftig aussehen soll, wirkt auf sie erdrückend. Für die Stadt handelt es sich um eine sogenannte Nachverdichtung, die es ermöglicht, dass angesichts knapper Wohnungen auch in Lüstringen mehr Menschen leben können.

Was einen Kilometer weiter stadtauswärts geplant wird, brachte dann regelrecht Unruhe ins Bürgerforum. Als Arne Dunker vom Fachbereich Städtebau über den Bebauungsplan für ein Gelände zwischen dem Schledehauser Weg, dem Mörikeweg und dem Herderweg berichtete, ärgerten sich die dortigen Nachbarn und machten ihrem Unmut Luft. Einer von ihnen ist Franz Helbrecht, der hatte wissen wollen, was genau dort eigentlich geplant ist. Dunker antwortete: Es gibt noch kein konkretes Konzept.″ Das aber scheint der Investor BR Teuto-Immobilien″ aus Georgsmarienhütte schon zu haben, wie Anwohner meinen. Einer von ihnen sagte: Ich habe mit dem Investor telefoniert.″ Dieser habe von zwei Häusern mit Tiefgarage direkt am Schledehauser Weg gesprochen und drei Doppelhäusern im Halbkreis.

Nun sahen sich Oberbürgermeister Griesert und Städtebauer Dunker diesem Vorwurf ausgesetzt: Sie wissen mehr, aber tun so, als wüssten Sie nichts.″ Ein Anwohner schloss daraus: Das ist Salami-Taktik.″ Und ein weiterer meinte: So erzeugen Sie böses Blut.″ Griesert entgegnete: Es wäre nicht seriös, wenn wir irgendetwas sagen ich würde Ihnen jetzt keine Zahlen nennen.″ Denn: Der Plan des Investors sei nicht mit der Stadt abgestimmt.

Griesert fragte Dunker: Sie haben die Pläne doch gesehen? Dessen Antwort: Grundsätzlich ja.″ Offenbar fühlten sich die Kritiker in ihrem Argwohn bestätigt: Sie lachten laut auf. Daraufhin erläuterte Dunker: Der Investor hat seine Vorstellungen, aber die Stadt auch. Das ist ein laufender Prozess, kein Schnellschuss. Der Entwurf soll verträglich sein.″

Aber was ist verträglich″? Ein Anwohner sprach von dem Gerücht″, dass 20 bis 30 Wohneinheiten vorgesehen sind. Griesert warf ein: Ich habe mal gehört, dass es 48 sein sollen... Ich würde sagen: Da passen keine 40 hin.″ Dunker kündigte an, dass der Stadtentwicklungsausschuss voraussichtlich noch im Laufe des ersten Halbjahres über die Einleitung des Bebauungsplanverfahrens″ entscheiden wird. Das Verfahren dauere in der Regel eineinhalb Jahre. Griesert sprach von einem typischen Spannungsfeld″: Der Eigentümer möchte möglichst viel, die Nachbarn wollen möglichst wenig.″ Und: Das muss zwischen dem Investor und der Verwaltung ausgehandelt werden.″ Letztendlich entscheide dann der Rat. Klar sei aber: Am Ende wird dort eine Bebauung sein.″ Dunker berichtete, derzeit werde ein Baumkataster erstellt und dabei dieser Frage nachgegangen: Welche Bäume bleiben, welche nicht?

Die Stadt wirft außerdem ein Auge auf eine Grünfläche vor dem Wald auf der anderen Seite des Schledehauser Wegs also nördlich zwischen der bestehenden Häuserreihe und kurz vor dem Bruchweg. Wie Dunker berichtete, arbeitet die Verwaltung an einem Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan. Auch diese neue Aussicht missfällt manchen Nachbarn. Einer von ihnen fragte: Was ist mit der Natur? Diese Sorge wollte Oberbürgermeister Griesert nicht teilen. Er bot dem Anwohner an: Wir machen dort mal einen Spaziergang durch die Natur.″ Für ihn scheint es so zu sein: Auch mit mehr Häusern in dem Stadtteil überwiegt die Idylle.

Bildtext:
In der Gabelung: Wo der Schledehauser Weg und der Stadtweg aufeinandertreffen, planen die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) und die Sparkasse einige Gebäudekomplexe für 27 Eigentumswohnungen. Die Historische Villa soll saniert werden.
Grafik:
Sparkasse
Autor:
Jann Weber


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